Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Siemens gibt Gewinnziel auf: Peter Löscher in Bedrängnis, Aktie sackt ab


Siemens mit Gewinnwarnung - Chef-Sessel wackelt

26.07.2013, 10:38 Uhr | dpa, rtr

Der Elektrokonzern Siemens bekommt seine Probleme nicht in den Griff und gibt nun auch sein Gewinnziel für das kommende Jahr auf. Wegen "geringerer Markterwartungen" sei die für 2014 angepeilte Marge im operativen Geschäft von mindestens zwölf Prozent voraussichtlich nicht erreichbar, teilte das Unternehmen in München mit. Siemens leidet unter der Wachstumsschwäche in Schwellenländern wie China. Die Prognose-Pleite bringt auch Siemens-Chef Peter Löscher in Bedrängnis.

Es ist bereits die zweite Gewinnwarnung in nicht einmal drei Monaten. Erst Anfang Mai musste Löscher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September endet, kassieren. Die Marge, die den Anteil des Ergebnisses am Umsatz bezeichnet, war eines der Herzstücke des Sparprogramms "Siemens 2014", mit dem der Konzern auf mehr Profitabilität und Effizienz getrimmt werden soll. So will Siemens bis zum kommenden Jahr mehr als sechs Milliarden Euro einsparen. Das wird auch Tausende Jobs kosten - wie viele genau, will Siemens erst zum Geschäftsjahresende beziffern. Außerdem stellte der Konzern Geschäftsfelder wie die Gepäckabfertigung zum Verkauf.

Spekulation über durchwachsene Zahlen

Mit den Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios sowie zu Kostensenkungen sei man "weitestgehend" auf Kurs, erklärte das Unternehmen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu Details auf Nachfrage nicht äußern. Das Thema wird aber auch im Fokus der Quartalsbilanz stehen, die Siemens am kommenden Donnerstag (1.8.) vorlegt. In Medienberichten war bereits über durchwachsene Zahlen spekuliert worden. Der Aktienkurs des DAX-Schwergewichts sackte nach dem neuerlichen Paukenschlag zeitweise um fast sieben Prozent ab (siehe Siemens-Aktie).

Gewinnziele für das laufende Jahr bescheiden

Auch für das laufende Jahr musste Siemens die Messlatte tiefer hängen: Angesichts der Konjunkturflaute und der hausgemachten Projekt-Pannen geht der Konzern statt der ursprünglich angepeilten 4,5 bis 5,0 Milliarden Euro Gewinn im fortgeführten Geschäft nur noch davon aus, sich dem unteren Ende der Spanne anzunähern. Beim Umsatz stellt sich der DAX-Konzern auf einen moderaten Rückgang ein, nachdem sich die Erlöse ursprünglich den 78,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr annähern sollten.

Löscher verschätzte sich bereits zum sechsten Mal

Die Probleme lassen den Stuhl von Siemens-Chef Peter Löscher wackeln. Nachdem er sich seit seinem Amtsantritt 2007 mittlerweile zum sechsten Mal bei den Geschäftsaussichten verschätzt hat, dürfte es bei der Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch ungemütlich für den Österreicher werden. Seine Ziele sind nur noch Makulatur. Noch im Januar hatte er den Aktionären eine Rückkehr zum alten Glanz versprochen. "Weltklasse: Für diesen Anspruch stehen ich und der gesamte Vorstand ein", beteuerte er.

Reihe von Misserfolgen

Die jüngste Gewinnwarnung markiert einen weiteren Tiefpunkt in einer langen Reihe von Misserfolgen in Löschers Siemens-Karriere. Sie begann mit dem überteuerten Einkauf des Labordiagnostik-Geschäfts, führte über die überhastete und letztendlich teure Trennung vom französischen Atom-Partner Areva und mündete jüngst in einer Reihe von technischen Pannen, die Siemens wieder und wieder die Bilanz verhagelten. Anschlüsse von Windparks in der Nordsee bekamen die Münchner nicht hin. Den von Löscher hoch und heilig versprochenen Liefertermin für neue ICE-Züge an die Deutsche Bahn verfehlte der Konzern um mehr als ein Jahr. Hinzu kommen die Windturbinen-Probleme in den USA. Selbst mit Zukäufen hat Löscher wenig Glück. Das zusammengekaufte Solar-Geschäft erwies sich nach nur wenigen Jahren als Totalausfall, der verlustreiche Zweig wurde geschlossen.

Unterdessen zogen die Rivalen davon. Eigentlich kündigte Löscher an, Siemens werde schneller als seine Konkurrenten ABB, GE oder Philips wachsen. Doch das Gegenteil trat ein. Allen voran die Schweizer ABB ging auf ausführliche Einkaufstour und setzte sich in Sachen Wachstum und Rendite immer stärker von den Bayern ab.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Magenta SmartHome Bonus: bis zu 4 Geräte für nur 1,- €*
zur Telekom
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe