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Bier: Bitburger, Krombacher und Radeberger wollen Bierpreise erhöhen


Brauer wollen Bierpreise anheben

26.07.2013, 16:14 Uhr | dpa-AFX , t-online.de

Bier: Bitburger, Krombacher und Radeberger wollen Bierpreise erhöhen. Bitburger, Krombacher und Radeberger planen eine Erhöhung der Bierpreise (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bitburger, Krombacher und Radeberger planen eine Erhöhung der Bierpreise (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schlechte Nachrichten für alle Biertrinker: Der Gerstensaft soll teurer werden. Im Herbst wollen mit der Bitburger Braugruppe, Krombacher und der Radeberger Gruppe drei große Bierhersteller die Abgabepreise an ihre Geschäftspartner im Handel und in der Gastronomie erhöhen. Grund dafür seien die erhebliche Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Glas.

Neuorientierung des Biermarktes

Der Biermarkt werde sich im Herbst neu sortieren, berichtete die "Lebensmittel Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Experten. Die große Hoffnung der Hersteller sei, dass die Warengruppe Bier mit der neuen Preisstellung aus dem Fokus des Handels für Aktionen rücke. Der überwiegende Teil der Bierkästen national beworbener Marken geht nach Angaben des Getränkefachgroßhandels schon als Sonderangebot an den Endkunden.

Umfang der Erhöhung nicht bekannt

Der Biermarktführer Radeberger Gruppe plant eine Preiserhöhung für einen Großteil seines Sortiments zum Stichtag 1. November. Die Abgabepreise an Handel und Gastronomie würden im Mehrwegsortiment und bei Fassbieren angehoben, bestätigte eine Sprecherin am Freitag. Ausgenommen seien die nationale Marke Schöfferhofer sowie einige Regionalmarken. Bei Clausthaler würden nur Teile des Sortiments angepasst.

Das Ausmaß der geplanten Preiserhöhungen bezifferte die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe nicht. Sie stellt Biere unter mehr als 40 Marken her. Das Einwegsortiment ist von den Preiserhöhungen nicht betroffen.

Viele Großbrauer erhöhten bereits

Bereits im ersten Halbjahr zogen einige Großbrauer Preiserhöhungen durch. Veltins erhöhte im Januar 2013 die Abgabepreise gegenüber den Handelspartnern. Der Braugigant Anheuser-Busch hob bei der Marke Beck's zum 1. Februar und bei der Marke Hasseröder zum 1. März jeweils für Teile des Sortiments die Abgabepreise in Deutschland an. Die Bitburger Braugruppe wird zum 1. Oktober 2013 die Abgabepreise für ihre Marken erhöhen.

Dazu gehören Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Licher und Wernesgrüner. Die Krombacher Brauerei hat bereits vor Monaten eine Preiserhöhung angekündigt, die Mitte Oktober wirksam werden soll. "Wir erhöhen die Abgabepreise bei allen Gebinden um fünf bis acht Prozent", sagte ein Krombacher-Sprecher Ende Mai.

Frühere Erhöhungen durch Sonderangebote versandet

Günther Gude, Vorstand des Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (GFGH), hält die Steigerung für eine der breitest angelegten Erhöhungen seit der letzten fünf Jahre. Allerdings seien die Steigerungen damals durch die umfangreichen Aktionsangebote im Einzelhandel versandet.

Im Segment der national beworbenen Pilsmarken werden nach Angaben Guders vom Einzelhandel schon fast drei Viertel der Bierkästen in Sonderangeboten verkauft und das bei einem Durchschnittspreis von knapp unter zehn Euro. Verbraucher könnten damit Bier so billig kaufen wie vor 20 Jahren. Ob die inzwischen von verschiedenen Großbrauereien angekündigten Erhöhungen das Preisgefüge bei den Endverbraucherpreisen verändern werde, bleibe abzuwarten.

Guder verwies darauf, dass nicht nur Bierhersteller, sondern auch Getränkefachgroßhändler und Getränkemärkte starke Kostensteigerungen hätten. "Das spüren wir vor allem in den Bereichen Energie, Diesel, Löhne und Maut." Große Entlastungen seien nicht zu erwarten. Selbst wenn der Endverbraucherpreis bei einem Bierkasten mit 20 Halbliter-Flaschen um einen Euro steigen sollte, blieben nach Abzug des Brauereianteils und der Mehrwertsteuer voraussichtlich weniger als 20 Cent Zusatzeinnahmen für Einzelhandel und Getränkefachhändler. Anders als Lebensmittelhändler könnten Fachhändler Bier-Sonderangebote nicht durch Mehreinnahmen außerhalb des Getränkesortiments ausgleichen.

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