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Schweizer Nationalbank: Goldpreis-Absturz beschert SNB herbe Verluste


Gold: Herber Verlust für Schweizer Nationalbank

30.07.2013, 14:17 Uhr | rtr, dpa

Schweizer Nationalbank: Goldpreis-Absturz beschert SNB herbe Verluste. Herber Verlust für die Schweizer Notenbank mit Gold (Quelle: thinkstock/imago)

Herber Verlust für die Schweizer Notenbank mit Gold (Quelle: thinkstock/imago)

Heftiges Minus für die Schweizer Nationalbank (SNB): Der Absturz des Goldpreises hat der Notenbank in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 7,3 Milliarden Franken (5,9 Milliarden Euro) eingebrockt. Auf die gut 1000 Tonnen des Edelmetalls resultierte ein Bewertungsverlust von 13,2 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte. Der deutschen Bundesbank ging es ähnlich – sie rechnet sich ihre noch höheren Verluste jedoch nicht an.

Verluste beim Goldpreis

Der Goldbestand der SNB verlor seit Jahresanfang ein Viertel an Wert. Vor allem im zweiten Quartal hatten die Anleger das Edelmetall unter anderem wegen der Rally an den Aktienmärkten aus ihren Portfolios geschmissen und Gold das größte Quartalsminus seit vielen Jahrzehnten beschert.

Der Goldpreis war zwischen April und Juni massiv unter Druck gekommen, nachdem Profi-Anleger das Edelmetall in Erwartung einer nicht mehr ganz so lockeren US-Geldpolitik auf die Verkaufslisten gesetzt hatten. Zentralbanken passen die Bewertung ihrer Goldreserven von Zeit zu Zeit an die Marktpreise an - dadurch können hohe Buchgewinne oder -verluste entstehen.

Bilanztrick bei der Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank hat sogar mit noch höheren Buchverlusten zu kämpfen: Sie bewertete ihre Goldbestände und -forderungen Ende Juni auf 100,3 Milliarden Euro - nach 136,5 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals.

Allerdings wirken sich Bewertungsunterschiede bei der Bundesbank nicht auf den Überschuss aus, Abschreibungen gibt es nicht. Vielmehr werden Bilanzpositionen, die Marktpreisschwankungen unterliegen, auf der Passivseite der Bilanz in einem "Ausgleichsposten aus Neubewertung" ausgewiesen.

Schweiz verdient mit Devisen

Mit ihren Devisen-Beständen verdiente die SNB dagegen gut: Die Fremdwährungspositionen warfen in den ersten sechs Monaten 5,8 Milliarden Franken ab. Dazu trugen die Aufwertung der beiden wichtigsten Währungen Euro und Dollar ebenso bei wie Beteiligungsgewinne, Zins- und Dividendenerträge.

Die SNB hat ihre bei der Verteidigung des Frankenkurses erworbenen Devisen-Milliarden im Gegenwert von rund 440 Milliarden Franken im Ausland angelegt. Im September 2011 ist für den Euro ein Mindestkurs von 1,20 Franken festgelegt worden, der mit Eurokäufen am Devisenmarkt verteidigt wird.

Das Gros ist in Staatsanleihen investiert. 15 Prozent entfallen auf Aktien, die besonders gut rentierten. Kursgewinne und Dividenden brachten der SNB 6,3 Milliarden Franken ein, während die Zins-Anlagen mit 2,9 Milliarden Franken Verlust zu Buche schlugen. Wechselkursgewinne beliefen sich auf 2,3 Milliarden Franken.

Die SNB hat jüngst in Singapur ihre erste ausländische Niederlassung eröffnet, um ihre in Fernost angelegten Devisenreserven zu verwalten. Die Notenbank hat im Zuge der Diversifizierung ihrer Anlagen auch in koreanische Won und Singapur-Dollar investiert. Zugleich übernimmt der Außenposten die Überwachung des Devisenmarktes, um intervenieren zu können, falls der Euro unter den Mindestkurs zu fallen droht. Diese Aufgabe musste bisher in Zürich in Nachtschichten erledigt werden.

Das Gros der SNB-Devisenbestände entfällt mit 48 Prozent auf Euro-Anlagen. 27 Prozent der Reserven sind in Dollar investiert, neun Prozent in Yen und sieben Prozent in Pfund Sterling.

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