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Finanzaufseher untersuchen Praktiker-Pleite


Finanzaufseher untersuchen Praktiker-Pleite

31.07.2013, 11:13 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Finanzaufseher untersuchen Praktiker-Pleite. Die Insolvenzverwalter sind guter Stimmung - doch die Zukunft von Praktiker und Max Bahr bleibt ungewiss (Quelle: Oliver Dietze/dpa )

Die Insolvenzverwalter sind guter Stimmung - doch die Zukunft von Praktiker und Max Bahr bleibt ungewiss (Quelle: Oliver Dietze/dpa )

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nimmt Praktiker ins Visier und untersucht die Insolvenz der börsennotierten Baumarktkette. Die Insolvenzverwalter geben sich derweil optimistisch. Sie streben an, das Unternehmen möglichst als Gesamtpaket zu verkaufen.

BaFin prüft Insolvenz

"Wir schauen uns den Fall an", sagte eine Behördensprecherin der "Welt". Das sei Routine bei Insolvenzen. "Wenn es Unregelmäßigkeiten geben sollte, werden wir das herausfinden." Zuletzt war bekannt geworden, dass die österreichische Fondsmanagerin und Großaktionärin Isabella de Krassny bis zum 19.Juli und damit noch vor der Max Bahr-Insolvenz ihren Stimmrechtsanteil von 9,61 Prozent auf nur noch 3,37 Prozent reduziert hat.

De Krassny hatte noch unmittelbar nach der Insolvenz von Praktiker vehement die Rettung des Konzerns gefordert und propagiert. Die vorläufigen Insolvenzverwalter der Baumarktketten Praktiker und Max Bahr suchen derweil mit Hochdruck nach Investoren.

Übernahme als Einheit gewünscht

Bis Anfang September sollen erste Angebote für das Unternehmen oder Teile davon vorliegen, kündigten die Verwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder an. "Wir haben zahlreiche Anfragen von Investoren, die Praktiker/Max Bahr in toto betreffen", sagte Seagon. Ziel sei es daher, zügig erste Ergebnisse zu erreichen. Das Unternehmen werde nicht 1:1 an einen Investor weitergereicht werden können, aber als lebensfähige Einheit.

Zwei Wochen nach Praktiker musste in der vergangenen Woche auch die Tochtergesellschaft Max Bahr wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit Insolvenzanträge stellen. Die Zahl der Mitarbeiter beider Unternehmen in Deutschland gaben die Insolvenzverwalter mit rund 15.000 an, einschließlich Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten.

Zukunft der Mitarbeiter offen

Das Unternehmen selbst nannte zuletzt 12.000 Arbeitnehmer. Wie viele der Arbeitsplätze und der mehr als 300 Baumärkte in Deutschland am Ende erhalten bleiben, ist nach Angaben der beiden Insolvenzverwalter offen. "Ich kann Ihnen heute noch kein konkretes Bild zeichnen", sagte Seagon.

Insolvenzverwalter Schröder hat sich zum Ziel gesetzt, die ursprünglichen 78 Max-Bahr-Märkte mit ihren rund 4000 Arbeitsplätzen vollständig zu erhalten. Diese ertragsträchtigere Baumarktkette des Konzerns werde als Perle angesehen, sagte Schröder.

Noch keine Angebote

Dennoch sei die Verkaufsperspektive besser, wenn auch diese Märkte Teil eines Gesamtpaketes blieben. Verwalter Seagon erklärte zum Start des Investorenprozesses, der vom Investmenthaus Macquarie Capital begleitet wird, dass bislang nur Interessenbekundungen von Investoren vorlägen, keine Angebote. "Es sind mehr als zwei Hand voll, mehr als zehn", sagte Seagon.

Insolvenzauslösend sei sowohl bei Praktiker wie auch bei Max Bahr die Versorgung der Märkte gewesen, erklärten die beiden Verwalter. Dieses Problem soll über das Instrument eines Massekredits gelöst werden, der zahlungsunfähigen Unternehmen gewährt wird, damit der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

"Die Warenbestände sind noch gut", hieß es übereinstimmend von beiden. Bei zwölf Märkten, die gerade von Praktiker auf Max Bahr umgestellt werden sollten, sei dieser Prozess aus rechtlichen Gründen gestoppt worden. Wie es dort weitergehe, sei zunächst offen.

Drei Insolvenzverwalter involviert

Neben Schröder und Seagon bemüht sich noch ein dritter Insolvenzverwalter für die Holding um die Interessen der Gläubiger. "Darin drückt sich aus, dass es in einem solchen Konzern unterschiedliche Interessen gibt", sagte Schröder. "Das ist ein sehr modernes Vorgehen und hat sich in den vergangenen Tagen bereits bewährt." Die vorläufigen Insolvenzverwalter kennen sich seit Jahren und wollen eng zusammenarbeiten.

Investorin Isabella de Krassny ist einem Zeitungsbericht zufolge indes trotz ihres verlustreichen Engagements bei Praktiker weiter auf Einkaufstour. Diesmal geht es um den 32,5 Prozent Anteil des deutschen Versorgers EnBW am österreichischen Energiekonzern EVN, berichtete die Tageszeitung "Presse" ohne Angabe von Quellen. De Krassny habe vor kurzem bei dem für Finanzen zuständigen EnBW-Manager Ingo Voigt vorgesprochen und Interesse an dem Paket bekundet.

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