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Lufthansa: Zahlen stürzen ab


Lufthansa: Zahlen stürzen ab

02.08.2013, 09:44 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Lufthansa: Zahlen stürzen ab. Hohe Spritkosten belasten die Kranich-Airline (Quelle: dpa)

Hohe Spritkosten belasten die Kranich-Airline (Quelle: dpa)

Konzernumbau, Spritkosten und Konkurrenzdruck: Deutschlands größte Fluglinie Lufthansa hat in der ersten Jahreshälfte operativ einen Gewinn von 72 Millionen Euro eingefahren. Das ist ein Minus von 69 Prozent, wie die Kranich-Airline mitteilte. Und trotzdem gibt sich der DAX-Konzern optimistisch und hält an den Zielen für das Gesamtjahr fest. Die Lufthansa-Aktie reagierte zuletzt mit Verlusten auf die Nachrichten.

Konzernumbau belastet

Insbesondere der Konzernumbau bescherte der Lufthansa im zweiten Quartal rote Zahlen. Unterm Strich verdiente das Unternehmen von April bis Juni 255 Millionen Euro - 42,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie aus den in Frankfurt am Main veröffentlichten Geschäftszahlen des Konzerns hervorging.

Im ersten Halbjahr hielten die Sanierungskosten die Lufthansa in den roten Zahlen. Nach dem verlustreichen Start ins Jahr stand Ende Juni unter dem Strich immer noch ein Minus von 204 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Lufthansa einen Gewinn von 50 Millionen erzielt. Die Vorjahreszahlen hat das Unternehmen im Nachhinein jedoch kräftig nach oben angepasst. Grund ist die veränderte Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen.

Lufthansa-Gewinn schrumpft

Der operative Gewinn schrumpfte nun um 69 Prozent auf 72 Millionen Euro. "Bereinigt um die Umbaukosten und positive Sondereffekte aus dem Vorjahr hat sich das operative Ergebnis allerdings um 233 Millionen Euro verbessert", betonte Finanzchefin Menne. Damals hatten Sondergewinne aus dem Umbau der Tochter Austrian Airlines (AUA) und dem Verkauf der britischen Fluglinie BMI das Ergebnis erhöht. Der Konzernumsatz blieb mit knapp 14,5 Milliarden Euro allerdings leicht hinter dem Wert aus dem Vorjahreszeitraum zurück.

Konzern setzt weiterhin auf Sparprogramm

Das laufende Sparprogramm "Score" soll Europas größter Fluglinie 2013 zumindest im operativen Geschäft weiterhin zu über einer halben Milliarde Euro Gewinn verhelfen - und damit mehr als im vergangenen Jahr. "'Score' und Lufthansa nehmen Fahrt auf", sagte Finanzchefin Simone Menne am Freitag und bekräftigte die Ziele für das Gesamtjahr. Zunächst kostet der Umbau von Europas größter Fluglinie jedoch Geld - etwa für Lack: Rund 30 Maschinen von Lufthansa tragen künftig die Farben der Billigtochter Germanwings.

Enorme Spritkosten - doch eine Entlastung ist in Sicht

Doch nicht nur der Umbau wiegt schwer. Auch die steigenden Spritkosten haben großen Einfluss auf das Ergebnis. Der Ausblick ist jedoch auch hier positiv: Demnach erwartet die Lufthansa in diesem Jahr eine Entlastung bei den Tankkosten.

Die Treibstoffrechnung dürfte auf sieben Milliarden Euro sinken, bekräftigte der Konzern seine frühere Prognose. Im Vorjahr waren es noch 400 Millionen Euro mehr gewesen. Grund zum Jubeln hat die Airline angesichts der Preissteigerungen für Flugbenzin trotzdem nicht: Allein von 2009 bis 2012 verdoppelten sich die Kerosinausgaben.

Passagiergeschäft unter Druck

Die Hauptmarke Lufthansa einschließlich Germanwings konnte ihren Halbjahresverlust um rund zwei Drittel verringern. Insgesamt gesehen verdiente der Konzern im Passagiergeschäft allerdings kein Geld. Die Sparte, zu der auch der profitable Ableger Swiss sowie die defizitäre Austrian Airlines zählen, steckte mit 64 Millionen Euro in den roten Zahlen. Gewinne lieferten dagegen die Töchter Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo sowie die Bordverpfleger der LSG Sky Chefs.

Für das laufende Jahr sieht der Vorstand den DAX-Konzern auf Kurs. So soll der Umsatz im Jahresvergleich weiterhin zulegen. Auch der operative Gewinn soll weiterhin den Vorjahreswert von 524 Millionen Euro übertreffen. Hilfe verspricht sich Menne dabei von Germanwings: Die Billigtochter übernimmt seit 1. Juli schrittweise alle Europaflüge der Marke Lufthansa, die nicht über die Drehkreuze Frankfurt und München führen. Germanwings werde von den Kunden gut angenommen und liefere bereits erfreuliche Ergebnisse, sagte Menne.

Tausende Jobs fallen weg

Im Zuge des Sparprogramms "Score" will die Lufthansa bis zum Jahr 2015 ihr operatives Ergebnis auf 2,3 Milliarden Euro steigern. 3500 Jobs in der Verwaltung stehen auf der Streichliste. Mehrere Standorte, darunter die Konzernzentrale in Köln, werden mittelfristig geschlossen.

Die Lufthansa kämpft in Europa mit der Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet . Auf der Langstrecke machen ihr Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten wie Emirates seit Jahren das Leben schwer. Um mithalten zu können, steckt der deutsche Marktführer in den kommenden Jahren Milliarden in den Kauf neuer Flugzeuge. Um die Investitionen zu finanzieren, brauche die Lufthansa dringend höhere Gewinne, argumentiert Konzernchef Christoph Franz.

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