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Bierkrieg um deutsche Fußballarenen


Braukonzerne  

Bierkrieg um deutsche Fußballarenen

11.08.2013, 11:38 Uhr | t-online.de - sia, mit dpa-AFX

Bierkrieg um deutsche Fußballarenen. Der Bierausschank in deutschen Fußballstadien ist für Brauereien und Vereine ein Top-Geschäft (Quelle: picture alliance / ZB )

Der Bierausschank in deutschen Fußballstadien ist für Brauereien und Vereine ein Top-Geschäft (Quelle: picture alliance / ZB )

Weltweit nimmt der Bierkonsum zu - nur nicht im Bierland Deutschland: Die Bundesbürger trinken immer weniger Gerstensaft. Im Kampf gegen sinkende Absätze und um mehr Marktpräsenz haben die Brauereien jetzt verstärkt die Fußballstadien ins Visier genommen. Große Braukonzerne sichern sich der "Welt" zufolge mehr und mehr die lukrativen Schankrechte in den Arenen - und schubsen kleinere Brauer raus. Für die Vereine ist das ein Millionengeschäft.

Veltins hat Wolfsburger Stadion erobert

So stillt etwa Veltins den Bierdurst der Fans bei Heimspielen von Schalke 04 und vom VfL Wolfsburg, meldet die Zeitung. In Gelsenkirchen werde die Marke seit 1997 ausgeschenkt, in Wolfsburg erst seit Kurzem. Ein lohnender Deal für den Konzern: In beiden Stadien würden insgesamt rund 1,1 Millionen Liter Bier abgesetzt, heißt es in dem Bericht.

In dieser Saison sei bereits drei Mal das Schankrecht für ein Stadion neu vergeben worden: Neben Veltins' Einstieg in Wolfsburg liefere jetzt Bitburger das Bier in Mainz und Warsteiner den Gerstensaft in Berlin. Damit setzt sich ein aktueller Trend fort: Beim VfB Stuttgart werde schon seit der vergangenen Saison Krombacher getrunken statt Dinkelacker-Schwaben Bräu.

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Vereine kassieren Millionen für Schankrechte

Der Klub bekomme jetzt für das Schankrecht das Doppelte, "dem Vernehmen nach mehr als eine Million Euro pro Saison", schreibt die "Welt". Da rechnet es sich auch, den Vertrag mit einem jahrzehntelangen Partner zu kündigen. Zudem hat Krombacher die Commerzbank-Arena in Frankfurt erobert. Dort musste Licher, Partner der Frankfurter Eintracht immerhin seit der Saison 2000/01, weichen.

Spitzenreiter beim Verdienst ist laut der Zeitung allerdings der FC Bayern München - mit rund vier Millionen Euro für das Schankrecht in der Allianz-Arena. Preiswerter sei das Engagement etwa bei Mainz 05. 750.000 Euro soll das Engagement Bitburger kosten. Damit war der lokale Anbieter Kirner wohl aus dem Rennen.

Schlacht um Ausschank geht weiter

Die Großbrauerei beliefert nach den Angaben derzeit vier Stadien; neben Mainz sind das Hoffenheim, Leverkusen und Mönchengladbach. Zwei Stadien versorgen der Zeitung zufolge jeweils Veltins, Anheuser-Busch InBev (Becks'), die Schörghuber-Gruppe, Kulmbacher und Krombacher. Auf je ein Stadion kämen Warsteiner, Carlsberg und Radeberger.

Mit der Verdrängung der kleineren Brauer dürfte die Schlacht um die Fußballplätze aber noch nicht geschlagen sein. "Wenn wir die Chance haben, würden wir noch ein Stadion machen", zitiert die "Welt" Veltins-Vertiebschef Volker Kuhl. Kein Wunder, denn mit dem Bierkonsum in einem Bundesligastadion kann keine Kneipe mithalten.

Schalker Fans sind am durstigsten

Im Durchschnitt trinkt jeder deutsche Stadionbesucher pro Spiel 0,2 Liter Bier, der Bieranteil am gesamten Getränkeumsatz in den 34 Erst- und Zweitligastadien liegt zwischen 50 und 75 Prozent - je nach Standort. Das ergab eine Analyse des Fachmagazins "Sponsors". Die Studie offenbarte auch, dass das meiste Bier in der Schalker Arena getrunken wird. Pro Spieltag fließen dort 30.000 Liter durch die Kehlen der durstigen Fans.

Eine unverzichtbare Einnahmequelle für die Brauereien, denen das Wetter in diesem Jahr herbe Rückgänge beschert hat. Durch Kälte und Regen im ersten Halbjahr 2013 sank der Bierabsatz der Brauereien und Bierlager in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden um 4,9 Prozent auf 45,9 Millionen Hektoliter. Davon wurden 38,5 Millionen Hektoliter auf dem deutschen Markt abgesetzt.

Absatz im ersten Halbjahr 2013 eingebrochen

Der Einbruch war die stärkste Verringerung seit mindestens 20 Jahren. Rein rechnerisch hat jeder Bundesbürger im ersten Halbjahr 2013 den Inhalt von fünf großen Bierflaschen weniger getrunken. Zudem verbuchte das Exportgeschäft der deutschen Brauer in die EU-Länder ein Minus von fast zwölf Prozent auf fünf Millionen Hektoliter.

Über eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Bier aus Deutschland konnten sich die Brauereien allerdings in Ländern außerhalb der EU freuen. Der Bierabsatz in sogenannte Drittländer kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 11,5 Prozent auf 2,4 Millionen Hektoliter.

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