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Hedge-Fonds-Größe krallt sich Steinway


Konzertflügel-Hersteller  

Hedge-Fonds-Größe krallt sich Steinway

14.08.2013, 16:39 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Hedge-Fonds-Größe krallt sich Steinway. Der traditionsreiche Musikinstrumente-Hersteller bekommt einen neuen Eigentümer (Quelle: picture alliance/dpa)

Der traditionsreiche Musikinstrumente-Hersteller bekommt einen neuen Eigentümer (Quelle: picture alliance/dpa)

Nach einem kurzen Übernahme-Geplänkel bekommt der legendäre Konzertflügel-Hersteller Steinway nun einen neuen Eigentümer. John Paulson überbot seinen Konkurrenten um satte 74 Millionen Dollar (55,8 Millionen Euro) und blätterte somit 512 Millionen Dollar (386 Millionen Euro) für das US-Unternehmen mit deutschen Wurzeln hin. An der Qualität der Musikinstrumente werde sich nichts ändern, versicherte Paulson. "Es sind die besten in der Welt."

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Den Rivalen deutlich überboten

Eigentlich hatte der Finanzinvestor Kohlberg & Company die börsennotierte Steinway Musical Instruments für 438 Millionen Dollar kaufen wollen. Doch Paulson fuhr dem Rivalen in die Parade und überbot ihn deutlich. Statt ursprünglicher 35 Dollar bekommen die Steinway-Anteilseigner nun 40 Dollar je Anteilschein. Damit legte Paulson noch einmal nach. Zunächst war von einem Gebot von 38 Dollar die Rede gewesen.

Der Verwaltungsrat von Steinway nahm die aufgestockte Offerte an. Nun sind die Aktionäre am Zug, zudem müssen die Wettbewerbshüter zustimmen. Geht alles glatt, verschwindet Steinway schon Ende September von der Börse. Kohlberg & Company hatte bekanntgegeben, sich nicht auf ein Bietergefecht einlassen zu wollen und aufgegeben.

Paulson verdiente sich mit Immobilien-Pleite eine goldene Nase

John Paulson mit seinem Hedge-Fonds Paulson & Co. ist eigentlich eher für Finanzwetten bekannt als für Firmenübernahmen. Er bewies zu Zeiten der Finanzkrise den richtigen Riecher, indem er auf einen fallenden Immobilienmarkt setzte und Milliarden Dollar gewann. An der Wall Street gilt er seitdem als Hedge-Fonds-König. Doch zwischenzeitlich musste er einige Rückschläge einstecken.

Wechselvolle Unternehmensgeschichte

Steinway wiederum ist einer der bekanntesten Namen in der Welt der klassischen Musik: Der Klavierbauer Heinrich Engelhard Steinweg war 1850 in die USA ausgewandert und hatte dort zusammen mit seinen Söhnen 1853 das Unternehmen gegründet. Schnell erwarb sich Henry E. Steinway, wie er sich nun nannte, einen guten Ruf unter Musikern.

Nach einer wechselvollen Geschichte und einer Übernahme durch einen anderen Instrumentenbauer folgte 1996 der Börsengang an die Wall Street. Das Aktienkürzel lautet "LVB" für Ludwig van Beethoven. Zuletzt machte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 354 Millionen Dollar und einen Gewinn von 14 Millionen Dollar.

Die Pianos von Steinway & Sons stehen auf den bedeutenden Konzertbühnen in aller Welt, sie werden aber nur noch in New York und Hamburg gebaut. Die heutige Steinway Musical Instruments Inc. stellt daneben unter anderem Trompeten (Bach), Saxophone (Henri Selmer Paris), Schlagzeuge (Ludwig), Klarinetten (Leblanc) sowie Hörner (C.G. Conn) her.

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