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Öl-Bohrung im Amazonas: Ecuador rechtfertigt Förderung in UNESCO-Welterbe


Ölförderung  

Ecuador will im Amazonas-Becken nun doch nach Öl bohren

16.08.2013, 12:54 Uhr | AFP, rtr

Öl-Bohrung im Amazonas: Ecuador rechtfertigt Förderung in UNESCO-Welterbe. Die Pläne zur Ölförderung im Amazonas sorgt in Ecuador für Proteste (Quelle: AP/dpa)

Die Pläne zur Ölförderung im Amazonas sorgt in Ecuador für Proteste (Quelle: AP/dpa)

Ecuador will nun doch im Yasuní-Naturpark nach Öl bohren. In einer Ansprache an die Nation erklärte Präsident Rafael Correa ein internationales Abkommen zum Schutz des artenreichen Naturparks am Amazonas für gescheitert. "Mit tiefer Traurigkeit, aber auch aus Verantwortung gegenüber unserem Volk und unserer Geschichte muss ich eine der härtesten Entscheidungen meiner Amtszeit treffen", sagte Correa. Er werde das Parlament um die Erlaubnis für Bohrungen in dem Gebiet bitten, das 1989 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde.

Internationale Gemeinschaft hat nicht genügend gezahlt

"Die Welt hat uns im Stich gelassen", sagt Correa. Die Initiative aus dem Jahr 2007 sah vor, dass Ecuador das Ölfeld unberührt lässt, falls die internationale Gemeinschaft dem Land im Gegenzug 3,6 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) zahlt. Dadurch wäre der Ausstoß von 400 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids verhindert worden.

Doch die internationale Gemeinschaft habe bei weitem nicht genügend Geld in den auf zwölf Jahre angelegten Fonds eingezahlt, der das Yasuni-Becken schützen sollte, sagte der Präsident. Bisher seien nur 336 Millionen Dollar (252 Millionen Euro) an Zusagen eingegangen, vorwiegend von europäischen Staaten und Naturschutzorganisationen. Correa sagte, tatsächlich eingezahlt worden seien sogar nur 13,3 Millionen Dollar (knapp zehn Millionen Euro), weniger als ein halbes Prozent der Zielsumme.

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Deswegen habe er den Fonds aufgelöst und den Vorstoß beendet, Ölfunde in dem ökologisch wertvollen Gebiet mit Ausgleichszahlungen zu sperren. Vor dem Präsidentenpalast versammelten sich kurz nach der Ankündigung Demonstranten, die gegen die nun geplanten Ölbohrungen protestierten.

Ölförderung bedroht Urwald

Das Yasuni-Becken birgt Ölvorkommen im Wert von 7,2 Milliarden Dollar (etwa fünf Milliarden Euro). Zugleich gilt dieser Urwald als besonders artenreich - auf einem Hektar Grund sind hier mehr Baumarten beheimatet als in ganz Nordamerika zusammen. Die indigene Bevölkerung der Region befürchtet zudem, dass die Ölförderung ihre Lebensweise bedroht.

Correas Sprecher erklärte über Twitter, eine sichere Ausbeutung der Ölvorkommen sei möglich. Technische, wirtschaftliche und rechtliche Studien seien in Auftrag gegeben worden, sagte Correa. Auf ihrer Basis soll das Parlament dann über die Förderung abstimmen.

"Nationale Interesse" steht im Vordergrund

Die Verfassung des Landes verbietet zwar die Ausbeutung fossiler Energieträger in geschützten Gebieten, erlaubt aber Ausnahmen, falls ein "nationales Interesse" besteht. Die von Unternehmen und den Ländern - darunter Deutschland, Belgien, Chile, Frankreich und Indonesien - eingezahlten Beträge sollen nun zurückgezahlt werden.

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