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Bierkartell in Deutschland trifft Preisabsprachen seit zwei Jahrzehnten

Bitburger, Veltins und Co.  

"Focus": Skandal um Bierkartell weitet sich aus

19.08.2013, 09:20 Uhr | t-online.de, AFP

Bierkartell in Deutschland trifft Preisabsprachen seit zwei Jahrzehnten. Die großen Bierbrauereinen bestimmen den Preis (Quelle: imago/Thomas Frey)

Die großen Bierbrauereinen bestimmen den Preis (Quelle: imago/Thomas Frey)

Der Skandal um das größte deutsche Bierkartell weitet sich aus. Ermittlungsakten des Bundeskartellamts legten nahe, dass führende Brau-Multis seit knapp zwei Jahrzehnten illegale Preisabsprachen getroffen hätten, berichtete das Magazin "Focus". Den Konzernen drohen demnach wohl nach "Focus" Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe.

Premium-Marken gaben Pläne nach Treffen an kleinere Konzerne weiter

So habe etwa der Vertriebschef der Großbrauerei Veltins, Volker Kuhl, bei seiner Vernehmung am 31. Januar 2013 bei den Wettbewerbshütern eingeräumt, dass die Bierpreiserhöhungen in seiner 17 Jahre währenden Amtszeit immer folgendermaßen abgelaufen seien: "Die Premium-Marken haben sich als Nebenthema zu einem Treffen (Fasspfand, Marke und Verpackung etc.) oder telefonisch über eine Bierpreiserhöhung abgestimmt."

Entsprechende Pläne hätten die Konzerne dann an die mittleren und kleineren Produzenten weitergegeben. "Dann ist es oftmals zu einer branchenweiten Bierpreiserhöhung gekommen."

"Die Spitze des Eisbergs"

Ähnliches räumte laut "Focus" auch die Bitburger-Gruppe ein. Die Aussagen stehen demnach im Anhörungsschreiben des Kartellamts an die beschuldigten elf Brauereien sowie die Spitzen des Brauereiverbandes NRW. Bisher war dem Bericht zufolge nur bekannt, dass die größten Bier-Konzerne hierzulande in den Jahren 2006 und 2008 bei den Flaschen- und Fassbierpreisen Absprachen getroffen haben sollen.

Die Kartellbehörden äußerten nach "Focus"-Informationen in ihrem mehr als 100-seitigen Ermittlungsbericht die Vermutung, dass die Preisabsprachen 2006 und 2008 "mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze eines Eisbergs" darstellten So hätten die Bier-Multis im Jahr 2006 in einer konzertierten Aktion den Preis für den Hektoliter Fassbier um bis zu sechs Euro heraufgesetzt. Im Sommer 2007 sollen sie zudem vereinbart haben, den Preis für einen Kasten Flaschenbier um einen Euro zu verteuern.

Bußgelder in Millionenhöhe erwartet

Den Unternehmen drohten nun insgesamt Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe, berichtet der "Focus". Ein Sprecher der Bonner Wettbewerbskontrolleure wollte sich dem Magazin zufolge "im laufenden Verfahren dazu nicht äußern".

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