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"Finanztest" warnt vor unsicheren Prokon-Genussrechten


Nichts für Privatanleger  

"Finanztest" warnt vor unsicheren Prokon-Genussrechten

21.08.2013, 14:57 Uhr | t-online.de - jbü

"Finanztest" warnt vor unsicheren Prokon-Genussrechten. Genussrechte des Windkraftspezialisten Prokon: "Finanztest" sieht einige dunkle Wolken aufziehen (Quelle: dpa)

Genussrechte des Windkraftspezialisten Prokon: "Finanztest" sieht einige dunkle Wolken aufziehen (Quelle: dpa)

Die Zeitschrift "Finanztest" hat Privatanleger deutlich vor Genussrechten der Firma Prokon gewarnt. Die Papiere des Windkraftspezialisten und Stromanbieters versprechen mindestens sechs Prozent Zinsen. Allerdings sind diese speziellen Anleihen in keiner Weise geschützt, etwa für den Fall einer Insolvenz. Mitbestimmungsrechte erhalten die Zeichner auch nicht. Prokon selbst will derweil weiter ehrgeizig Geld sammeln - und schweigt sich wegen der "Hetzkampagne" mehrerer Medien zu kritischen Pressefragen aus.

Nach Angaben von "Finanztest" hat Prokon mehr als eine Milliarde Euro von 68.000 Privatanlegern eingesammelt. Das sei mehr als jeder andere bankenunabhängige Anbieter in Deutschland. Nun habe das Unternehmen das Ziel für die kommenden Jahre auf eine Summe von zehn Milliarden Euro nach oben geschraubt.

Kein Anlageziel, keine Kapitalflussrechnung

Mit diesem Geld plant, baut und betreibt Prokon nach eigenen Angaben Windparks, entwickelt deren Technik weiter und versorgt über 25.000 Stromkunden. "Finanztest" kritisiert allerdings, dass der Verkaufsprospekt kein einziges konkretes Anlageziel nenne. Auch gebe es keine Kapitalflussrechnung, die zeigen würde, ob die Einnahmen des laufenden Geschäftes für die Abflüsse ausreichen. Ist das nicht der Fall, braucht ein Unternehmen immer wieder frisches Geld von Banken und Anlegern - auf lange Sicht kein gutes Zeichen.

Genussrechte sind zudem eine sehr unsichere Anlageform. Sie unterliegen keiner staatlichen Kontrolle und fallen nicht unter die Einlagensicherung. Bei Insolvenz oder Auflösung erhalten Zeichner erst ihr Geld, nachdem sogenannte vorrangige Gläubiger wie Banken bedient wurden. In der Gesamtbetrachtung hält "Finanztest" die Genussrechte als "zu riskant für Privatanleger".

Prokon verweist auf unabhängige Geschäftsprüfungen

Wegen dieser Unsicherheiten hat Prokon bereits früher viele negative Presseberichte erhalten. Auf seiner Webseite hat das Unternehmen daher Ende Mai erklärt, "für Anfragen der Medien nicht mehr zur Verfügung zu stehen". In einer Stellungnahme vom 16. August verweist Prokon darauf, dass für die vergangenen Geschäftsjahre Abschlüsse vorliegen, die unabhängige Wirtschaftsprüfer testiert hätten.

Zur Kritik, dass Genussrechte-Inhaber bei einem Zahlungsausfall nachrangig bedient würden, schreibt Prokon: "Wenn im Insolvenzfalle die Prokon-Gläubiger aus dem Wert des Unternehmens bedient werden müssen, steht vor unseren Genussrechtsinhabern einfach kaum jemand in der Schlange. Den vermeintlichen Nachteil dieser Nachrangigkeit auf dem Papier möge angesichts dessen jeder für sich beurteilen."

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