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Trotz Import-Beschränkungen: Indiens Gold-Hunger stützt den Goldpreis


Trotz Import-Beschränkungen  

Indiens Gold-Hunger stützt den Goldpreis

22.08.2013, 16:27 Uhr | rtr, t-online.de

Trotz Import-Beschränkungen: Indiens Gold-Hunger stützt den Goldpreis. Gold-Nachfrage in Indien trotz hoher Preisaufschläge nicht eingebrochen (Quelle: dpa)

Gold-Nachfrage in Indien trotz hoher Preisaufschläge nicht eingebrochen (Quelle: dpa)

Einer der weltweit größten Gold-Käufer fällt derzeit praktisch aus. Indien hat den Import von Gold für dieses Jahr stark beschränkt. Pakistan verbot die Einfuhren des Edelmetalls aus dem Nachbarland sogar. Weil die Inder keine Steuern auf Gold-Importe zahlen wollten, kauften sie verstärkt Gold in Pakistan und schmuggelten dies nach Indien. Der Goldpreis zeigt sich von den Beschränkungen jedoch wenig beeindruckt: Am Donnerstag kostete eine Feinunze (31,1 g) rund 1375 Dollar bzw. 1030 Euro. Bald beginnt in Indien die Hochzeits-Saison, zu der traditionell vor allem Gold gekauft wird. Der Goldpreis dürfte weiter steigen.

Gold-Nachfrage aus Indien eingebrochen

Die Nachfrage der Schmuckhändler aus Indien ist nach wie vor ein wichtiger Impulsgeber für den Gold-Markt. Und die ist in den vergangenen Wochen eingebrochen. Eine neue, kompliziert formulierte Regelung der Notenbank, wonach Importeure mindestens 20 Prozent ihres eingekauften Goldes auch wieder exportieren müssen, hat dazu geführt, dass seit Mitte Juli kaum noch Gold in das asiatische Schwellenland verkauft wurde.

Der Ein- und Verkauf des Edelmetalls wird in Indien hauptsächlich über Banken abgewickelt, und diese stellten das Geschäft wegen der verwirrenden neuen Regeln nahezu ein. In der Konsequenz haben die Schmuckhändler im Juli rund 70 Prozent weniger Goldschmuck exportiert. Der indische Schmuckverband setzt jetzt auf eine Änderung der Vorgaben und hofft darauf, dass das Geschäft ab der nächsten Woche wieder in Schwung kommt.

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Silber profitiert überdimensional

Von den Schwierigkeiten am Goldmarkt profitierte unterdessen der Handel mit Silberschmuck. Hier explodierten die indischen Exporte im Juli um 184 Prozent. Seitdem die neuen Regeln am Goldmarkt gelten, ist der Silberpreis um fast 20 Prozent nach oben geschnellt. Eine Unze Silber kostet derzeit wieder mehr als 23 Dollar, nachdem der Silberpreis Ende Juni noch auf etwa 18,50 Dollar eingebrochen war.

Die Regierung in Neu Delhi und die Notenbank versuchen gemeinsam, das ausufernde Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. Dazu sollen Importe eingeschränkt und Exporte gefördert werden. Der massive Anstieg der Goldimporte hatte das Leistungsbilanzdefizit zuletzt in die Höhe schießen lassen - eine große Gefahr für die indische Wirtschaft, analysierte die indische Zentralbank. Der Verkauf von Schmuck und Edelsteinen hatte im vergangenen Jahr 17 Prozent der indischen Exporte ausgemacht.

Rupie verliert an Wert

Die auf acht Prozent erhöhte Importsteuer auf Gold und die komplizierten Export-Regeln haben in Indien jedoch kaum etwas gebracht. Die Goldnachfrage hält an. Und sie wandert zu beachtlichen Teilen in den Schwarzmarkt ab - unter anderem nach Pakistan. Die indische Rupie verliert auch dadurch immer weiter an Wert. In diesem Jahr sollen die indischen Goldimporte eigentlich auf 845 Tonnen begrenzt werden, berichtete die Agentur Bloomberg. Gold ist nach Öl die zweitgrößte Importware des Landes.

Die Importbegrenzungen und der gesunkene Wert der Rupie verteuern Gold für Inder zwar überdurchschnittlich. Doch das World Gold Council sagte, die guten Monsunregen würden in den kommenden Monaten wahrscheinlich zu erhöhten Einkommen vieler Inder führen, die dann verstärkt Gold kaufen. Und da der Goldpreis im Vergleich zum Vorjahr noch immer sehr niedrig ist, können die Inder das Edelmetall trotz der erhöhten Importsteuer billiger erwerben.

Gold immer noch deutlich günstiger als im vergangenen Jahr

Auf der anderen Seite müssen indische Juweliere einen erhöhten Aufschlag für Gold zahlen. Derzeit zahlen sie zehn Dollar mehr pro Unze Gold an Banken und andere Goldimporteure als das in London festgelegte Gold-Fixing, könnte gar auf 25 Dollar steigen. Der Konsument muss diesen en Aufschlag mitbezahlen, wenn er Schmuck kauft. Dennoch wird in der kommenden Festival-Saison ab Herbst sogar ein Gold-Mangel befürchtet. Gold kostet im Vergleich zum Vorjahres-Herbst rund 400 Dollar weniger. Die Hoffnung auf eine globale Konjunkturerholung hatte den Preis in den vergangenen Monaten belastet.

Der Goldpreis wird auch die Unsicherheit der Investoren über weitere Konjunkturhilfen der US-Notenbank gestützt. Das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Fed hatte keine neuen Hinweise darauf gebracht, wann mit einer Drosselung der Geldflut zu rechnen ist. Einige Anleger setzten deshalb auf das als sicherer Hafen geltende Edelmetall.

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