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Bienensterben durch Pestizide: Bayer und Syngenta klagen gegen EU-Verbot


Gefahr für Bienen?  

Unternehmen klagen gegen Verbot von Pflanzenschutzmitteln

28.08.2013, 14:31 Uhr | AFP

Bienensterben durch Pestizide: Bayer und Syngenta klagen gegen EU-Verbot. Streit ums Bienensterben: Sind Pflanzenschutzmittel schuld oder Krankheiten? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Streit ums Bienensterben: Sind Pflanzenschutzmittel schuld oder Krankheiten? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Chemieunternehmen Bayer und Syngenta wehren sich gegen das EU-Verbot von bestimmten Pflanzenschutzmitteln, die eine Gefahr für Bienen darstellen sollen. Der Schweizer Syngenta-Konzern teilte in Zürich mit, rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen. Bayer erklärte auf Anfrage, bereits eine Klage eingereicht zu haben. Die EU-Kommission sieht die Umsetzung des Verbots derweil nicht gefährdet.

Im April hatte sich eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, für das Verbot von drei Pestiziden aus der Gruppe der hochwirksamen Neonikotinoide ausgesprochen, die für das Massensterben der europäischen Bienenpopulation verantwortlich gemacht werden. Von Dezember an dürfen die Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid vom deutschen Bayer-Konzern sowie Thiamethoxam von der Schweizer Syngenta nicht mehr für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle verwendet werden.

Die Sperre gilt zunächst für zwei Jahre, in denen mögliche Auswirkungen des Verbots wissenschaftlich untersucht werden sollen, bevor die Maßnahme erneut auf den Prüfstand kommt.

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Chemiehersteller bestreiten Zusammenhang mit Bienensterben

Syngenta wirft der EU-Kommission Fehler und eine ungenaue Prüfung vor und will vor einem EU-Gericht in Luxemburg klagen. Ursache für das Bienensterben in Europa sei nicht Thiamethoxam, sondern "laut Experten Krankheiten, Viren, schwindender Lebensraum sowie mangelnde Nahrung".

Ein Vertreter der EU-Kommission teilte mit, die Entscheidung Syngentas sei "zur Kenntnis genommen" worden, das juristische Vorgehen werde jedoch nicht die Umsetzung des Verbots durch die Mitgliedstaaten beeinträchtigen. "Die Kommission hat ihre Entscheidung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Schlussfolgerungen von EFSA getroffen." Die EFSA ist die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Bayer: Mittel sind geprüft und zugelassen

Die Pflanzenschutz- und Saatguttochter Bayer Crop Science habe bereits Mitte August Klage gegen das Verbot in Luxemburg eingereicht, sagte ein Unternehmenssprecher. Bayer Crop Science fordere Klarheit über die Verlässlichkeit rechtlicher Rahmenbedingungen: Die beiden Wirkstoffe Imidacloprid und Clothianidin seien seit vielen Jahren auf dem Markt, sie seien umfassend geprüft und zugelassen worden.

Bayer Crop Science gehe es darum, dass das Unternehmen "im Hinblick auf künftige Investitionsentscheidungen verlässliche Rahmenbedingungen" brauche, sagte der Sprecher. Laut Pflanzenschutzrichtlinie dürften bestehende Produktzulassungen nur zurückgenommen werden, wenn es neue Fakten gebe: "Unserer Meinung nach gibt es keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse."

Auch BASF von Verbot betroffen

Die Agrarchemie-Branche führt immer wieder an, dass für das Bienensterben in Europa nicht ihre Produkte die Ursache sind, sondern eine Vielzahl von Einflüssen wie etwa Milben und Viren. Die EU sieht das anders: Im Juli hatten sich die EU-Mitgliedstaaten mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, auch den Einsatz des Insektizids Fipronil der BASF weitgehend zu verbieten. Die EFSA hatte gewarnt, dass die Chemikalie ein "akutes Risiko" für Honigbienen darstelle. Unter anderem soll die Behandlung von Mais- und Sonnenblumen-Samen ab dem Jahresende verboten sein.

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