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Ministerium: Weiter Probleme für Lebensversicherer


Niedrigzins  

Ministerium: Weiter Probleme für Lebensversicherer

03.09.2013, 10:41 Uhr | dpa-AFX

Ministerium: Weiter Probleme für Lebensversicherer. Der Niedrigzins setzt die Assekuranz unter Druck (Quelle: imago-Blickwinkel)

Der Niedrigzins setzt die Assekuranz unter Druck (Quelle: imago-Blickwinkel)

Keine Entwarnung für die Lebensversicherer: Die Branche steht wegen der niedrigen Zinsen nach Einschätzung des Finanzministeriums weiter unter Druck - und rasche Besserung ist nicht in Sicht. "Das im Wesentlichen unverändert anhaltende Niedrigzinsumfeld stellt nach wie vor eine Herausforderung für Anleger wie (Lebens-)Versicherungen, Bausparkassen und Pensionskassen dar", heißt es in einer Vorlage für den Finanzausschuss des Bundestages. Die Risiken wirkten sich aber erst mittel- bis langfristig aus.

Niedrigzins belastet Lebensversicherer

Lebensversicherer haben wegen der anhaltend niedrigen Zinsen Schwierigkeiten, die den Kunden zugesagten Erträge zu erwirtschaften. Die Finanzpolster der Assekuranzen schmelzen, die Rendite sinkt. Der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge beträgt nur noch 1,75 Prozent. Daneben erhalten Sparer eine variable Überschussbeteiligung, die ebenfalls rückläufig ist.

Für Unruhe haben zuletzt Medienberichte gesorgt, wonach einige Versicherer Ausnahmeregelungen beantragt haben sollen, um für ihre Kunden vorübergehend weniger Geld vom Gewinn zurücklegen zu müssen.

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Wenige Anträge auf Zinssenkung

In dem Ministeriumsschreiben wird dagegen klargestellt, dass der Finanzaufsicht BaFin für das Geschäftsjahr 2013 erst ein Antrag auf Reduzierung der sogenannten Mindestzuführung vorliege: "Dieser Antrag betrifft einen Einzelfall. Es handelt sich um ein Unternehmen, bei dem besondere Umstände vorliegen", heißt es in dem der dpa vorliegenden Schreiben. Dieser Antrag habe keinerlei Zusammenhang mit den aktuellen Kapitalmarktverhältnissen oder der finanziellen Stabilität dieses Unternehmens.

In den vergangenen fünf Jahren hätten nur vier weitere Unternehmen einen derartigen Antrag gestellt. Der Antrag auf Reduzierung der Mindestzuführung eines Versicherers sei auch kein Indiz für finanzielle Probleme dieses Unternehmens.

Allianz sieht keine Kündigungswelle

Der deutsche Branchenführer Allianz sieht indes trotz der Debatte über die Beteiligung von Kunden am Finanzpolster keine Kündigungswelle. "Mit 1,9 Prozent haben wir eine historisch niedrige Stornoquote", sagte der Chef der Allianz Lebensversicherung, Markus Faulhaber, der "Welt".

Das Ministerium erwartet eine Verschlechterung der künftigen Risikotragfähigkeit der Versicherer: "Aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen und der unveränderten Rechtslage ist auch für 2013 mit einer vergleichbar hohen Ausschüttung von Bewertungsreserven wie 2012 zu rechnen", heißt es im Schreiben. Diese Ausschüttungen stiller Reserven an Kunden mit auslaufenden Verträgen sind rechtlich vorgeschrieben, obwohl sie teilweise nur auf vorübergehenden Gewinnen der Versicherer basieren.

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