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EU-Kartellstrafe für Villeroy & Boch und andere Sanitärfirmen


Schlappe für Villeroy & Boch  

EU-Kartellstrafe für Sanitärfirmen

16.09.2013, 18:06 Uhr | dpa-AFX , dpa

EU-Kartellstrafe für Villeroy & Boch und andere Sanitärfirmen. Verbotene Preisabsprachen: Das traditionsreiche Unternehmen Villeroy & Boch muss eine hohe Strafe zahlen (Quelle: dpa)

Verbotene Preisabsprachen: Das traditionsreiche Unternehmen Villeroy & Boch muss eine hohe Strafe zahlen (Quelle: dpa)

Im Streit um eine EU-Kartellstrafe haben Villeroy & Boch und andere Sanitärausstatter eine juristische Niederlage erlitten. Das EU-Gericht bestätigte die Geldbußen, die die EU-Kommission 2010 gegen die Firmen wegen verbotener Preisabsprachen verhängt hatte. Verbraucher zahlten deshalb jahrelang zu viel Geld für Badewannen, Duschkabinen und Wasserhähne. Villeroy & Boch muss mit 71,5 Millionen Euro die höchste Strafe unter den betroffenen deutschen Firmen zahlen. Die Villeroy&Boch-Aktie gab am Montag deutlich nach.

Die Richter bestätigten auch die Geldbußen für die deutschen Firmen Duravit, Hansa und Dornbracht. Die Klage von Hansgrohe wurde abgewiesen. Die Firmen können sich gegen das Urteil vor der nächsthöheren Instanz, dem Europäischen Gerichtshof, wehren.

Badewannen-Kartell beeinflusste zwölf Jahre lang Preise

Insgesamt hatte die EU-Kommission 2010 gegen 17 Firmen Geldstrafen von insgesamt 622 Millionen Euro verhängt. Einige der Firmen hatten mit ihren Klagen in Luxemburg Erfolg: Die Richter reduzierten die Gesamtsumme um mehr als 200 Millionen Euro. Zur Begründung hieß es, die obersten Wettbewerbshüter Europas hätten die Beteiligung der Firma an dem Kartell falsch eingeschätzt oder deren Kooperation mit den Behörden nicht ausreichend berücksichtigt.

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Die Teilnehmer des Kartells kamen aus Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Nach Ansicht der EU-Kommission hatten sie zwölf Jahre lang die Preise künstlich hoch gehalten. Die Firmen hätten die Preise für Spülkästen, Duschkabinen, Duschtüren, Badewannen und Armaturen im Detail abgesprochen. Mehr als 250 Mal hätten sich Firmenvertreter getroffen.

Villeroy & Boch von begrenzter Beweislage enttäuscht

Die Villeroy & Boch AG hat enttäuscht auf das Urteil reagiert. Das Urteil sei aus Sicht des Unternehmens nicht nachvollziehbar, erklärte eine Sprecherin. Es basiere auf einem "höchst fragwürdigen Verfahren auf EU-Ebene". Anders als in deutschen Rechtsverfahren üblich habe das Gericht nicht Beweise erhoben und Zeugen befragt, sondern lediglich auf Basis einer "sehr begrenzten und von der Kommission zusammengetragenen Aktenvorlage" entschieden.

Firmen, deren Strafen vom Gericht reduziert wurden, waren etwa die französischen Allia SAS, Produits Ceramiques de Touraine SA sowie Roca SARL, Trane Inc, Wabco Europe und die italienische Ideal Standard Italia Srl.

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