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Großbank droht 700-Millionen-Strafe


Debakel um JPMorgan  

Großbank droht 700-Millionen-Strafe

17.09.2013, 10:59 Uhr | dpa

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden Dollar (mehr als vier Milliarden Euro) hohen Spekulationsverlust dürfte JPMorgan Chase weiteres Geld kosten. Wie mehrere US-Medien berichteten, drohen Amerikas größter Bank nun auch noch Strafen wegen unzulänglicher Kontrollen über mehr als 700 Millionen Dollar (524 Millionen Euro). Die Finanznachrichten-Agentur Bloomberg schrieb unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen sogar von mehr als 750 Millionen Dollar.

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Mangelnde Risikokontrollen

Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien wollten das Wall-Street-Haus für mangelhafte Risikokontrollen zur Verantwortung ziehen, berichteten unter anderem das "Wall Street Journal" und die "New York Times". Die Strafen könnten im Rahmen von Vergleichen noch in dieser Woche verkündet werden, hieß es. Möglicherweise müsse die Bank dabei auch ein Fehlverhalten einräumen. JPMorgan und die Behörden äußerte sich zunächst nicht.

"Wal von London"

Eine Londoner Abteilung hatte den Milliardenverlust im vergangenen Jahr mit Derivategeschäften angehäuft. Einer der verantwortlichen Händler hatte wegen der marktbewegenden Größe der Spekulationen den Spitznamen "Wal von London" verpasst bekommen. Das Ausmaß des Desasters blieb der New Yorker Zentrale lange verborgen.

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Bankchef Jamie Dimon geriet in der Affäre unter Druck und nahm einen Gehaltseinschnitt in Kauf - letztlich blieb er aber fest im Sattel. Die zuständige Investmentchefin Ina Drew musste stattdessen gehen. Erst im August klagte die Staatsanwaltschaft von Manhattan zudem zwei ehemalige Londoner JPMorgan-Banker an. Diese hätten die aufgelaufenen Verluste verschleiert, so der Vorwurf.

Kampf an vielen Fronten

JPMorgan Chase galt zu Zeiten der Finanzkrise als amerikanisches Vorzeigeinstitut. Spätestens seit dem Spekulationsdesaster sind die New Yorker aber zur Zielscheibe der Bankenschelte geworden, zumal Dimon als einer der größten Kritiker der Wall-Street-Reform von Präsident Barack Obama gilt. Den eigentlichen Verlust hatte JPMorgan dabei gut verkraftet: Im vergangenen Jahr blieb trotzdem noch ein Rekordgewinn übrig.

Das Geldhaus muss derzeit an vielen Fronten kämpfen. Unter anderem stehen Vorwürfe von Betrügereien bei Hypothekenpapieren sowie beim Referenzzinssatz Libor im Raum. Wegen der mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts zahlte JPMorgan im Rahmen eines Vergleichs bereits 410 Millionen Dollar an die zuständige Aufsichtsbehörde, ohne indes eine Schuld einzuräumen. Zuletzt stockte JPMorgan seine Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten um einen Milliardenbetrag auf.

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