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Federal Reserve: US-Notenbank tritt nicht auf die Geldbremse


Anleihekauf hält an  

Federal Reserve setzt weiter auf Politik des billigen Geldes

19.09.2013, 12:27 Uhr | AFP, dpa-AFX, rtr, dpa

Federal Reserve: US-Notenbank tritt nicht auf die Geldbremse. Die Federal Reserve in Washington D.C. (Quelle: Reuters)

Die Federal Reserve in Washington D.C. (Quelle: Reuters)

Faustdicke Überraschung von der US-Notenbank: Die Federal Reserve setzt ihre milliardenschweren Anleihekäufe zunächst unvermindert fort. Wie bisher werde sie langfristige Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 85 Milliarden US-Dollar kaufen, teilte der Offenmarktausschuss FOMC in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einer Drosselung um fünf Milliarden Dollar gerechnet.

DAX und Euro ziehen an

An der Wall Street sprangen Dow Jones Industrial und S&P-500-Index auf neue Rekordhochs. Der nachbörslich berechnete DAX zog umgehend bis auf 8739 Punkte an. Der Entscheid der Fed hievte auch den Goldpreis nach oben und drückte den Dollar nach unten. Der Euro rauschte auf über 1,35 Dollar davon. Der Hintergrund: Sachwerte sind gefragt, wenn die Geldmenge wächst - und die Politik der Fed ist nichts anderes als eine Inflationierung.

Börsenparty gab es auch in Asien. Der Nikkei-Index in Tokio legte um 1,3 Prozent auf 14.697 Punkte zu, der Hang Seng in Hongkong stieg um 1,7 Prozent auf 23.503 Punkte.

Pessimismus bei der Fed

Vor einer Entscheidung für einen Kurswechsel der ultralockeren Geldpolitik müsse es mehr Beweise geben, dass die Erholung der Konjunktur und des Arbeitsmarktes tatsächlich stabil sei, schreibt die Fed. Als einen Grund für die Ungewissheit wurden die Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt genannt.

Die Fed senkte ihre Projektionen für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr: 2013 werde die US-Wirtschaft vermutlich zwischen 2,0 und 2,3 Prozent wachsen. Die bisherige Prognose vom Juni hatte bei 2,3 bis 2,6 Prozent gelegen.

Ihren Leitzins beließ die Notenbank wie erwartet in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt der Zins seit Ende 2008. Bis die Arbeitslosenquote unter die Marke von 6,5 Prozent gefallen ist, will die Fed ihre sehr lockere Geldpolitik fortsetzen. Derzeit liegt die Rate bei 7,3 Prozent. Die Zinspolitik wurde Ende 2012 an die Arbeitslosenquote gekoppelt.

Ausstieg aus Anleihekauf erwartet

Fed-Chef Ben Bernanke hatte im Mai in Aussicht gestellt, den Geldhahn allmählich zuzudrehen, sollte sich die US-Wirtschaft weiter erholen.

"Wir werden tun, was richtig für die Wirtschaft ist", sagte Bernanke nun, um zugleich den Analysten die Leviten zu lesen: "Wir können unsere Maßnahmen nicht von den Markterwartungen diktieren lassen". Zumal es keine "magische Zahl" gebe, an der sich eine Entscheidung festmachen ließe.

Kurse von US-Bonds ziehen an

Der Schritt sorgte umgehend für neue Nachfrage nach amerikanischen Staatsanleihen: Zweijährige Bonds gewannen 3/32 auf 100 2/32 Punkte und rentierten mit 0,335 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 28/32 auf 100 11/32 Punkte. Das entspricht einer Rendite von 1,428 Prozent.

Richtungweisende zehnjährige Anleihen sprangen um 1 11/32 auf 98 9/32 Punkte nach oben. Ihre Rendite rutschte auf 2,695 Prozent ab. Longbonds mit einer dreißigjähriger Laufzeit legten um 1 4/32 auf 97 12/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,773 Prozent.

Wer wagt den Exit?

Die große Frage ist nun, ob sich der geldpolitische Kurs überhaupt ändert, während Bernanke noch am Steuer sitzt. Auch wenn er am Mittwoch Fragen nach seiner Zukunft auswich, gilt als sicher, dass er nach seiner bis Ende Januar laufenden Amtszeit ausscheidet.

Als Nachfolgekandidatin gilt die derzeitige Vize-Chefin der Fed, Janet Yellen. Sie gilt ebenfalls als eine äußerst starke Befürworterin einer lockeren Geldpolitik. Gut möglich, dass Bernanke ihr die Entscheidung über den künftigen Kurs der Zentralbank überlässt.

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