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DAX und Bundestagswahl 2013: Börsianer warnen vor Rot-Rot-Grün


Aktien und Zinsen rauf  

Das bedeutet die Bundestagswahl für den DAX

20.09.2013, 16:06 Uhr | t-online.de - Frank Lansky

DAX und Bundestagswahl 2013: Börsianer warnen vor Rot-Rot-Grün. Der DAX steht im Schatten der Bundestagswahl (Quelle: dpa)

Der DAX steht im Schatten der Bundestagswahl (Quelle: dpa)

Politische Börsen haben kurze Beine - so lautet eine alte Börsenwahrheit. Auch derzeit stellt die ungebrochene Geldflut der Notenbanken die Bundestagswahl in den Schatten. Experten glauben also ungeachtet der Wahl an eine ungebrochene Fortsetzung der DAX-Rally. Mit einer Ausnahme: Und die lautet Rot-Rot-Grün.

Börsianer warnen vor Rot-Rot-Grün

Alle drei von t-online.de befragten Experten erwarten zwei Ergebnisse bei der Bundestagswahl: Schwarz-Gelb oder die Große Koalition. Die Börse könnte mit beiden Konstellationen gut leben. Ein Bündnis von CDU und AfD oder Schwarz-Grün erwartet keiner der Experten. Nur bei einem Wahlausgang sehen sie Turbulenzen.

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank sagte, die Wahrscheinlichkeit für Rot-Rot-Grün sei zwar gering. Dann jedoch habe der Finanzmarkt ein Problem: Zwar würde nicht sofort der Sozialismus wieder eingeführt. Doch eine Dreierkoalition habe es in Deutschland noch nicht gegeben, daher sei sie schwer einzuschätzen.

"Ausländische Investoren werden in diesem Fall präventiv den Aktienmarkt verlassen, denn Deutschland ist bislang der größte und stabilste Markt in Euroland und würde bei einer solchen Koalition als unsicherer Kantonist angesehen", so Halver.

1000 Punkte Rückschlag drohen

Für Analyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank wäre ein solches Szenario ebenfalls dramatisch. Kurz- und mittelfristig wäre ein Rücksetzer von etwa 1000 Punkten möglich, besonders würden dann Energieversorger unter Druck geraten, sagte der Aktienexperte. Allerdings werde sich selbst das für die Börse schlimmstmögliche Szenario Rot-Rot-Grün nicht nachhaltig auf die Hausse auswirken.

Berndt Fernow, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stimmt zu: Bei der unwahrscheinlichsten Variante Rot-Rot-Grün müssten sich die Anleger tendenziell auf eine Schreckreaktion und Verluste von einigen Prozentpunkten einstellen. Direkt am Montag nach der Wahl habe der DAX dann ein Abwärtspotenzial von 200 bis 300 Punkten, erläutert der Experte im Gespräch mit t-online.de.

Aber das sei noch nicht alles. Eine Drei-Parteien-Koalition wäre enorm instabil. Noch schlimmer wäre allerdings die Variante, dass die Linken eine rot-grüne Minderheitsregierung tolerierten. Das wäre dann auch mittelfristig schlecht für die Märkte, ergänzte Fernow.

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Für die Börse gäbe es laut dem Experten dann einigen Gegenwind: Steuererhöhungen, mehr Vorschriften - etwa Blockaden beim Straßenbau durch Umweltschutz - eine schlechtere Position der deutschen Unternehmen und sinkende Wettbewerbsfähigkeit. "Andererseits könnten Börsen in den Krisenländern profitieren, weil dann mehr Hilfen aus Deutschland zu erwarten sind", sagte Fernow.

Keine Probleme an der Börse durch die Wahl

Doch grundsätzlich sind die Experten positiv gestimmt, da sie von Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot ausgehen. Halver erwartet somit allenfalls einen kurzfristigen Einfluss der Bundestagswahl auf den deutschen Aktienmarkt. Die jetzige Regierung habe schon die Eurozone gerettet, wenn auch mit neuen Schulden und dem augenzwinkernden Durchwinken des eigentlich verbotenen Kaufs von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Wenn es die AfD in den Bundestag schaffe, werde es eine Große Koalition geben. Und die wiederum könne in punkto Euro-Krisenlösung ohne Nörgeln einer großen Oppositionspartei in Bundestag und Bundesrat durchregieren.

Fernow von der LBBW urteilt, "de facto wird nur der Vizekanzler gewählt". Dies sei für die Märkte ganz vernünftig. Die Große Koalition würde tendenziell mehr Geld ausgeben und mehr Steuern einnehmen, Schwarz-Gelb würde weniger Steuern erhöhen, aber weniger Geld ausgeben.

Die Hausse geht weiter

Halver von der Baader Bank sieht den DAX in den nächsten sechs Monaten bei einem störungsfreien Ablauf der Bundestagswahl auf bis zu 9400 Punkte steigen. "Selbst bei einer bereits eingepreisten Rücknahme der Anleihekäufe in den USA ist das Zauberelixier für die Börsen ja nicht verschwunden: Die massive Liquidität." Unabhängig von den USA fingen die EZB und Japan ja gerade erst an, geldpolitisch Gas zu geben.

LBBW-Analyst Fernow erwartet, dass der DAX spätestens im kommenden Jahr die 9000 Punkte ins Visier nimmt.

DAX bei 9500 Punkten

Analyst Duwe von der Bremer Landesbank erwartet den DAX zum Jahresende sogar bei rund 9500 Zählern: "Der DAX ist sehr günstig bewertet, bislang wurde er von den Themen Schuldenkrise Griechenland und USA gebremst, doch das interessiert jetzt nicht mehr wirklich." Ansonsten kämen die Reformbemühungen in den Krisenländern gut voran, eine höhere Bewertung im DAX sei daher möglich.

"Und das Salz in der Suppe ist die reichlich vorhandene Liquidität. Die parkt zurzeit vor allem im Rentenmarkt bei Bundesanleihen, bei der EZB und in Geldmarktfonds." Duwe erwartet, dass sich sehr kurzfristig "eine Geldwelle in den Markt ergießt". Leiden würden dann die Kurse von deutschen Staatsanleihen und das Anleihen-Barometer Bund-Future.

Das sei auch von Bedeutung für alle, die sich eigene vier Wände zulegen wollen: Sinkende Anleihekurse bedeuten anziehende Renditen: "Da sich die Hypotheken-Zinsen am Bund-Future orientieren, steigen die Zinsen für Häuslebauer."

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