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Debakel um JPMorgan: Großbank muss 920 Millionen Dollar Strafe zahlen.


Debakel um JPMorgan  

Großbank muss 920 Millionen Dollar Strafe zahlen

19.09.2013, 17:06 Uhr | dpa

Debakel um JPMorgan: Großbank muss 920 Millionen Dollar Strafe zahlen. . Die Großbank JPMorgan Chase muss eine riesige Strafe hinnehmen (Quelle: dpa)

Die Großbank JPMorgan Chase muss eine riesige Strafe hinnehmen (Quelle: dpa)

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden Dollar (mehr als vier Milliarden Euro) hohen Spekulationsverlust bei JPMorgan Chase hat ein Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben Strafen über rund 920 Millionen Dollar (680 Millionen Euro) gegen die größte amerikanische Bank verhängt, wie die US-Notenbank Fed ankündigte.

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New Yorker Zentrale bemerkte Verluste nicht

Die Aufseher halten JPMorgan Chase vor, bei den Risikokontrollen geschludert zu haben. Eine Londoner Abteilung hatte den Milliardenverlust im vergangenen Jahr mit Derivategeschäften angehäuft. Einer der verantwortlichen Händler hatte wegen der marktbewegenden Größe der Spekulationen den Spitznamen "Wal von London" verpasst bekommen. Das Ausmaß des Desasters blieb der New Yorker Zentrale lange verborgen.

Lerneffekt gefordert

"Die Firmen müssen aus diesem Vorfall lernen", forderte Tracey McDermott von der britischen Aufsichtsbehörde FCA. Das Spitzenmanagement bei der Bank habe erste Warnzeichen ignoriert. "Als die Dinge begannen, aus dem Ruder zu laufen, hat das Unternehmen die Größe und das Ausmaß der Probleme nicht schnell genug begriffen."

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Auf Druck der US-Börsenaufsicht SEC räumte JPMorgan Chase ein Fehlverhalten ein - was keine Selbstverständlichkeit bei bisherigen Vergleichen war. Bankchef Jamie Dimon erklärte, das Institut habe seine Fehler "von Anfang an eingeräumt" und Verantwortung übernommen.

"Sturm im Wasserglas"

Dimon hatte allerdings erste Medienberichte über die gigantischen Finanzwetten und ihre Risiken noch als "Sturm im Wasserglas" abgetan, was er im Nachhinein öffentlich bereute. Außerdem erwiesen sich erste Kalkulationen über die Höhe des Spekulationsverlusts als zu niedrig. Den Fehlbetrag steckte JPMorgan letztlich aber gut weg: Im vergangenen Jahr blieb trotzdem noch ein Rekordgewinn übrig.

Dimon nahm wegen des Debakels einen Gehaltseinschnitt in Kauf, blieb letztlich aber fest im Sattel. Die zuständige Investmentchefin Ina Drew musste dagegen gehen. Erst im August hatte die Staatsanwaltschaft von Manhattan zudem zwei ehemalige Londoner JPMorgan-Banker angeklagt. Diese hätten die aufgelaufenen Verluste verschleiert, so der Vorwurf.

Weitere Ermittlungen angekündigt

Nach Informationen von US-Medien ist das Spekulationsdebakel für JPMorgan jedoch auch mit der Strafzahlung noch nicht ausgestanden. Demnach ermitteln die für den Derivatemarkt zuständige Aufsichtsbehörde CFTC sowie Staatsanwaltschaften weiter.

Die Bank, die einst als Vorzeigeinstitut galt, kämpft derzeit an vielen Fronten. Unter anderem steht der Vorwurf von Betrügereien bei Hypothekenpapieren sowie beim Referenzzinssatz Libor im Raum. Wegen einer mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts zahlte JPMorgan unlängst 410 Millionen Dollar. Zuletzt stockte das Wall-Street-Haus seine Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten um gut 1,5 Milliarden Dollar auf.

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