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Tengelmann trommelt für Angela Merkel und Schwarz-Gelb


Raute statt Stinkefinger  

Tengelmann trommelt für Merkel und Schwarz-Gelb

20.09.2013, 14:41 Uhr | t-online.de

Tengelmann trommelt für Angela Merkel und Schwarz-Gelb. Tengelmann-Anzeige im "Handelsblatt": Die Wahlempfehlung ist eindeutig (Quelle: t-online.de/Matthias Wahl)

Tengelmann-Anzeige im "Handelsblatt": Die Wahlempfehlung ist eindeutig (Quelle: t-online.de/Matthias Wahl)

Die Unternehmensgruppe Tengelmann lässt sich die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer schwarz-gelben Koalition einiges kosten. In der Freitagsausgabe des "Handelsblatts" schaltete das Unternehmen eine ganzseitige Anzeige mit einer Empfehlung für die Bundestagswahl 2013: "Im Zweifel für die Raute. Treffen Sie Ihre Wahl!" Darüber ein Stimmzettel mit Grafiken der berühmtesten Handhaltungen der Kanzlerkandidaten: die aneinandergelegten Finger von Merkel, die eine Raute bilden, und der Stinkefinger von Peer Steinbrück (SPD).

Tengelmann fürchtet Steuererhöhungen

Der Eigentümer der Tengelmann-Gruppe (Kaiser's Tengelmann, Obi, Kik, Tedi, Netto), Karl-Erivan Haub, hatte seine politische Richtung auch schon vor der Anzeige klar gemacht. Dem "Focus" sagte er zu den Steuerplänen von SPD und Grünen: "Unsere Steuerbelastung würde von rund 50 auf 81 Prozent steigen." Um das möglichst zu verhindern, hat Tengelmann ordentlich Geld in die Hand genommen.

Der Preis für die ganzseitige Anzeige im "Handelsblatt" dürfte bei rund 50.000 bis 60.000 Euro gelegen haben. Laut offizieller Preisliste der Zeitung kostet eine 1/1-Seite im Standardformat 51.600 Euro. Sitzt die Anzeige jedoch "vor dem 1. Ressort", wie dies bei Tengelmann der Fall ist, handelt es sich um eine Premiumplatzierung, für die 61.900 Euro aufgerufen werden. Dazu kommt jeweils noch die Mehrwertsteuer. Es ist jedoch anzunehmen, dass Tengelmann einen Rabatt bekommen hat.

Nicht die erste Wahlempfehlung von Tengelmann

Eine Empfehlung vor der Wahl mit der Formulierung "Im Zweifel..." hat bei dem Einzelhandelsunternehmen Tradition, wie die "Wirtschaftswoche" dokumentierte. Bei der Bundestagswahl 2005 lautete das Anzeigenmotiv in der "Süddeutschen Zeitung" demnach "Im Zweifel für eine Frau" und zeigte einen Stimmzettel mit weiblichen und männlichen Piktogrammen. Merkel trat seinerzeit gegen SPD-Kanzler Gerhard Schröder an.

Weniger feinfühlig war das Unternehmen 1994 bei der Anzeige "Im Zweifelsfall für Kohl", als Rudolf Scharping (SPD) den langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) herausforderte. Das bundesweite Motiv: Zwei Waagschalen - die eine leer, in der anderen ein Kopf Wirsingkohl.

Wohin mit den Händen?

Die Handhaltung von Kanzlerin Merkel ist zwischenzeitlich auch als "Raute der Macht" bekannt geworden. Als Frau kann sie bei ihrer üblichen Kleidung schlecht mal die Hände in die Hosentaschen stecken, wie das bei den anzugtragenden Männern beliebt ist. Die Arme vor der Brust zu verschränken gilt als Defensivhaltung und ist deshalb auch unvorteilhaft. Ebenso die Hände hinter dem Rücken zu verbergen oder sie ständig zu kneten.

Ob sich Peer Steinbrück mit seinem Stinkefinger-Foto einen Gefallen erwiesen hat, wird sich noch zeigen. Als dauerhafte Geste ist der provokativ hochgestreckte Mittelfinger für einen Bundeskanzler jedoch eher ungeeignet.

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