Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

China steigt bei Uralkali ein

Dünger-Gigant  

Volksrepublik China steigt bei russischer Uralkali ein

24.09.2013, 16:30 Uhr | rtr

China steigt bei Uralkali ein. Kali-Halde von Uralkali (Quelle: Reuters)

Kali-Halde von Uralkali (Quelle: Reuters)

Schlechte Nachrichten für K+S: China steigt beim russischen Düngemittelriesen Uralkali ein und schürt damit neue Spekulationen über die Machtverteilung in der Branche. Da die Volksrepublik zu den größten Konsumenten von Kali-Düngern gehört, wird es aus Sicht von Experten wahrscheinlicher, dass Uralkali die Preise wie angekündigt drückt und dies durch größere Verkaufsmengen wettmacht - unter anderem in China.

Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Stellenangebote

Wählen Sie die gewünschte Branche aus:


Chinesischer Staatsfonds wandelt Anleihen

Die Aktie des deutschen Konkurrenten K+S reagierte mit einem herben Verlust von fast fünf Prozent und war damit mit Abstand größter Verlierer im DAX.

Der chinesische Staatsfonds CIC stieg über eine Tochter mit 12,5 Prozent bei Uralkali ein, indem er eine Wandelanleihe in Aktien des russischen Konzerns umtauschte. Finanzkreisen zufolge kam es zu dieser Wandlung, weil der Börsenwert von Uralkali wegen der jüngsten Turbulenzen am Kali-Markt unter die Marke von 20 Milliarden Dollar gefallen ist.

Offenbar Kehrtwende des Kreml

China kauft sich weltweit in Agrar- und Rohstoffkonzerne ein, das Engagement bei einem russischen Unternehmen ist jedoch außergewöhnlich. Aus Sicht von Experten könnte das rund zwei Milliarden Dollar schwere Geschäft einen Wendepunkt in der russischen Wirtschaftspolitik markieren. Sofern der Kreml grünes Licht gibt, könnten sich künftig auch andere strategische Investoren aus dem Ausland an heimischen Konzernen beteiligen.

Für Uralkali könnte dies von großer Bedeutung sein, da Großaktionär Suleiman Kerimow seinen Anteil von rund 20 Prozent an dem Unternehmen verkaufen möchte. Der russische Vize-Ministerpräsident Igor Schuwalow schloss am Montag auf einer Veranstaltung der Nachrichtenagentur Reuters aus, dass der Staat dieses Aktienpaket übernimmt. Investoren aus dem In- oder Ausland könnten aber Interesse haben, sagte Schuwalow.

Fällt das Dünger-Kartell?

Uralkali hatte Ende Juli das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt, was in der Branche Furcht vor einem Preisverfall auslöste. Bisher haben BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex 70 Prozent des Kali-Düngemittelmarktes beherrscht und die Preise stets auf einem hohen Niveau gehalten.

Branchenvertreter spekulieren, dass Uralkali nach dem Ausstieg von Kerimow wieder auf diesen Kurs umschwenken könnte. Die Chancen, dass es zu einer Neuauflage des Bündnisses mit Belaruskali kommt, seien nach dem Einstieg der Chinesen aber gesunken, sagte NordLB-Analyst Thorsten Strauß.

Der Kali-Streit schwelt weiter

Auf der anderen Seite gibt es jedoch Anzeichen, dass sich der Streit zwischen Weißrussland und Russland über die Zukunft des Kali-Marktes entspannt. Weißrussland hatte Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner Ende August am Flughafen in Minsk festgenommen.

Das Land wirft ihm vor, bei der Entscheidung Ende Juli sein Amt missbraucht zu haben, schließlich war Baumgertner auch Vorsitzender von BPC und hätte die Interessen des Exportkonsortiums ebenfalls im Blick haben müssen. Gegen Uralkali-Großaktionär Kerimow erheben die weißrussischen Behörden ebenfalls schwere Vorwürfe.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein weißrussischer Kollege Alexander Lukaschenko haben nun am Rande eines Treffens ehemaliger Sowjetrepubliken in Sotschi über das Thema gesprochen. Gerade ist der russische Generalstaatsanwalt Medienberichten zufolge nach Minsk gereist, was Spekulationen über eine Einigung zwischen beiden Ländern auslöste.

Weißrussland und Belaruskali würden das Bündnis mit Uralkali gerne wiederbeleben und den Kali-Preis so auf einem hohen Niveau halten. Für das klamme Land ist das von großer Bedeutung, schließlich zählt Kali zu seinen wichtigsten Exportgütern und Devisenbringern.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal