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America Movil scheitert bei KPN-Übernahme


Gescheiterte Übernahme  

Carlos Slim bekommt kein neues Spielzeug

17.10.2013, 11:51 Uhr | rtr , dpa , dpa-AFX

America Movil scheitert bei KPN-Übernahme. Der mexikanische Unternehmer Carlos Slim hat sein Vermögen mit mehrheitlich in der Telekommunikationsbranche mit America Movil erwirtschaftet. (Quelle: Reuters)

Der mexikanische Unternehmer Carlos Slim hat sein Vermögen mit mehrheitlich in der Telekommunikationsbranche mit America Movil erwirtschaftet. (Quelle: Reuters)

Der reichste Mann der Welt Carlos Slim hat sein Übernahme-Angebot für den niederländischen Telekommunikationskonzern KPN zurückgezogen. Nun herrscht Unklarheit über das weitere Vorgehen seines Unternehmens America Movil. Offen ist unter anderem, ob sich die von Multimilliardär Slim kontrollierte Gesellschaft nun von ihrer aktuell 30-prozentigen KPN-Beteiligung trennen will. Aber auch ein neues Übernahmeangebot zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen. KPN-Papiere sackten in Amsterdam um etwa 10 Prozent ab. 

America Movil hatte das Angebot von 2,40 Euro je Anteilsschein zurückgezogen. Zuletzt hatte der Konzern bereits signalisiert, dass es eine höhere Offerte "unter keinen Umständen" geben werde. America Movil wollte seinen Anteil aufstocken und KPN übernehmen. Die Mexikaner hatten insgesamt etwa 7,2 Milliarden Euro geboten. Die KPN-Stiftung, welche im Zuge der Privatisierung des niederländischen Telefonkonzerns entstand und die Interessen der Aktionäre verteidigen soll, hatte die Übernahme als feindlich eingestuft.

KPN in starker Position

Angeblich hatte KPN zuletzt einen höheren Preis als die 2,40 Euro je Aktie gefordert. Grund sei eine Steuergutschrift, die sich aus dem 3,7 Milliarden Euro schweren Verkauf der deutschen Tochter E-Plus an Telefonica Deutschland ergebe, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg zu Monatsbeginn berichtet.

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"Ich werde nicht verraten, welchen Preis wir gefordert haben, da es eine Chance gibt, dass wir noch mal an einem Tisch sitzen werden", sagte KPN-Chef Eelco Blok und signalisierte damit Bereitschaft für weitere Gespräche mit den Mexikanern. Die Atmosphäre bei den Gesprächen mit America Movil sei die gesamte Zeit über gut gewesen.

Die Regeln des Marktes nicht verstanden

KPN ist in einer starken Position, da die KPN-Stiftung mit ihrem Anteil von knapp unter 50 Prozent Übernahmen verhindern kann. Dem Vernehmen nach forderten die Niederländer einen Preis von 2,65 Euro je Aktie. Damit hätte sich der Preis von 7,2 Milliarden auf 7,9 Milliarden Euro erhöht.

Der Vorgang zeige, dass America Movil außerhalb Lateinamerikas und besonders in Europa Schwierigkeiten habe, wertsteigernde Übernahmen zu tätigen, sagte Robin Bienenstock, Analystin bei Sanford C. Bernstein & Co. in London. "Sie kamen und haben ein Angebot für ein Unternehmen gemacht, ohne die Regeln des Marktes vollständig zu verstehen."

America Movil könnte auch anders investieren

Laut Bernstein könnte America Movil das Geld statt in KPN auch in den brasilianischen Markt investieren und für einen Anteil am Mobilfunker TIM bieten. Zuletzt hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass die italienische TIM-Mutter Telekom Italia auf Drängen des spanischen Großaktionärs Telefonica ihr Brasiliengeschäft verkaufen solle.

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