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Berlin: Pannenflughaufen BER könnte über fünf Milliarden Euro kosten


Doppelt so teuer wie geplant?  

BER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten

21.10.2013, 13:42 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Berlin: Pannenflughaufen BER könnte über fünf Milliarden Euro kosten. Der Großflughafen BER in Berlin-Schönefeld müsste nach dem ursprünglichen Plan längst eröffnet sein (Quelle: dpa/Picture Alliance)

Der Großflughafen BER in Berlin-Schönefeld müsste nach dem ursprünglichen Plan längst eröffnet sein (Quelle: dpa/Picture Alliance)

Der Berliner Pannenflughafen BER könnte bei den Kosten die Fünf-Milliarden-Grenze durchbrechen. Damit hätten sich die ursprünglichen Kosten mehr als verdoppelt. Zugleich gibt es Widerstand gegen Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, der dauerhaft BER-Aufsichtsratschef werden will.

Nach dem Steuerzahlerbund geht nun auch der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens BER offenbar davon aus, dass der zuletzt gesetzte Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht mehr zu halten ist. BER-Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider schloss gegenüber dem ZDF nicht aus, dass die Fünf-Milliarden-Euro-Marke überschritten wird.

BER-Aufsichtsrat: "Das bedaure ich sehr"

Wörtlich sagte er laut Senderangaben: "Es wird teurer als ursprünglich geplant. Ob die fünf Milliarden real sind oder nicht, das vermag ich nicht zu sagen. Das bedauere ich sehr", sagte Bretschneider in einem Interview für die ZDF-Sendung WISO.

Der neue Airport in Berlin-Schönefeld wird aus Sicht des Bundes der Steuerzahler mehr als fünf Milliarden Euro kosten. Der Verein führt das Projekt in seinem neuen Schwarzbuch als erstes Beispiel für Kostenexplosionen und Verschwendung an. Ursprünglich standen nur 2,4 Milliarden Euro als Gesamtsumme unter den Bauplänen. Als frühestmögliches Ende der Bauarbeiten ist nun April 2015 die Rede - statt August 2012.

Schallschutz treibt die Kosten deutlich

Bretschneider sagte weiter, der Schallschutz könnte sogar doppelt so teuer werden wie in der letzten Kostenerhöhung veranschlagt: Statt 305 Millionen Euro zusätzlich geht es bei der Umsetzung einer sehr strengen Lärmschutzvorgabe nun um die doppelte Summe: "700 Millionen für den Schallschutz würde ich nicht ausschließen", so das BER-Aufsichtsratsmitglied.

Zur Frage, ob sich der neue Flughafen angesichts der finanziellen Belastungen künftig überhaupt selbst tragen kann, zeigte sich Bretschneider optimistisch: "Im Moment gehe ich davon aus, dass sich das tragen wird, allerdings nicht so früh wie gedacht." Schwierigkeiten hätten auch schon andere bei einem großen Flughafenbau gehabt. Den Flughafen München habe man schon "Chaosflughafen" genannt, weil er seine Kosten verdreifacht habe. "Das heißt nicht, dass wir entschuldigen, was hier passiert ist", unterstrich Bretschneider.

Linke will lieber CDU-Justizsenator als Klaus Wowereit

Die Linkspartei in Berlin und die CDU in Brandenburg haben sich derweil gegen Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) an der Spitze des BER-Aufsichtsrates ausgesprochen. "Die Bilanz von Klaus Wowereit kennen wir nur zu gut", sagte der Chef des Berliner Landesverbandes der Linken, Klaus Lederer. "Eine personelle Veränderung an der Aufsichtsratsspitze ist daher naheliegend." Er sprach sich für Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) aus. Linkspartei und CDU in Brandenburg unterstützten den Vorschlag.

Wowereit will sich nach einem "Spiegel"-Bericht den Spitzenplatz im Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft dauerhaft zurückerobern. Derzeit nimmt Wowereit den Posten bis zur Neuwahl kommissarisch wahr, da der frühere Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ihn nach seinem Rücktritt aufgegeben hatte.

Wowereit war bereits einmal Vorsitzender des Aufsichtsrats. Zu Jahresbeginn hatte er diesen Posten allerdings an Platzeck abgegeben, nachdem der Eröffnungstermin des Großflughafens mehrfach verschoben wurde.

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