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Gold - die Feuerversicherung für Ihr Vermögen


Gast-Kolumne  

Gold – die Feuerversicherung für Ihr Vermögen

24.10.2013, 14:50 Uhr | von Markus Steinbeis

Gold - die Feuerversicherung für Ihr Vermögen. Gold gehört in jedes Portfolio, sagt Gastautor Markus Steinbeis (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gold gehört in jedes Portfolio, sagt Gastautor Markus Steinbeis (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Goldpreis ist in den vergangenen zwei Jahren teils stark unter Druck geraten. Insbesondere in diesem Frühjahr dürfte mancher Goldanleger gezweifelt haben, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat. Gleichwohl gehört das Edelmetall unserer Meinung nach in jedes gut diversifizierte Portfolio. Es ist die einzige Anlageklasse, die vor Währungsabwertung, Inflation und sogar einem Kollaps des Finanzsystems schützen kann. Zudem bestehen gute Chancen, dass der Goldpreis sein Tief hinter sich hat.

Während Gold für US-Anleger bereits im August 2011 sein bisheriges Hoch von 1921 Dollar pro Feinunze erreichte, freuten sich deutsche Anleger ein Jahr später über Höchstkurse: Damals notierte Gold dank eines schwächeren Euro bei 1380 Euro. Seither geht es in der Euro-Zone wie auch in Übersee bergab: Von Oktober 2012 bis Juni 2013 verlor Gold in Dollar bis zu einem Drittel seines Wertes, in Euro waren es 30 Prozent. Inzwischen hat eine erste Erholung eingesetzt.

Goldanleger grübeln über Investments

So mancher Euro-Investor, der seinen Goldanteil im Portfolio ab dem Jahr 2011 erworben hat, hat daher Sorgenfalten auf der Stirn. Auch Anleger, die schon vorher investiert haben, fragen sich, ob es klug war, Gold im Portfolio zu belassen und denken über einen Verkauf nach. Doch ein Verkauf dürfte aus zwei Gründen die falsche Reaktion sein: Zum einen sprechen einige fundamentale Gründe dafür, dass der Goldpreis wieder steigen wird. Zum anderen sollten Anleger Gold unter einem anderen Blickwinkel betrachten als ihre übrigen Investments.

Kommen wir zunächst zum zweiten Punkt. Gold ist zwar ein Rohstoff, doch weit bedeutsamer ist die Funktion als unbestechliche Währung, die auf seiner jahrtausendealten Geschichte als wertstabilem Geld basiert. Entscheidend ist: Die Notenbanken haben keinen Zugriff auf diese Währung, da sie das Edelmetall nicht nach Gutdünken vermehren können. Diese Tatsache macht physisches Gold zur einzigen wirksamen Absicherung gegen Währungskrisen oder Krisen des Finanzsystems und somit zu einer strategischen Anlageklasse. Zudem schützt es das Vermögen gegen starke Inflation bzw. negative Realzinsen.

Papiergeld in Goldeinheiten bewerten

Wer Gold aus diesem Motiv der Absicherung heraus kauft, sollte dessen Wert nicht in Euro, Dollar oder anderen, von Notenbanken beherrschten Währungen messen. Sinnvoll ist es daher, den Wert des beliebig vermehrbaren Papiergeldes in Goldeinheiten zu betrachten. Sinkt etwa der Wert des Euro in Gold, so gleicht der "Wertanstieg" des Goldes - eine Unze "kauft" mehr Euro - einen Teil dieses Kaufkraftverlustes aus. In diesem Fall greift der Versicherungsschutz des Goldes. Lassen sich mit der Papierwährung jedoch gleich viele oder mehr Goldeinheiten kaufen, wurde die Versicherungsprämie - keine Dividenden, keine Zinsen fürs Edelmetall - bezahlt, ohne dass der Schadensfall eingetreten ist. Wer diese "Gold-Police" mit der Feuerversicherung für eine Immobilie vergleicht, kann nur zu einem Schluss kommen: Nur weil es dieses Mal nicht gebrannt hat, ist das kein Grund, die Feuerversicherung zu kündigen. Das wäre töricht.

Zudem bedeutet die Tatsache, dass die Gold-Police jetzt nicht gebraucht wurde, noch lange nicht, dass sie nicht morgen oder übermorgen gute Dienste für den Vermögenserhalt tun könnte. Das bringt uns zum zweiten Punkt, denn unserer Meinung nach sind die fundamentalen Faktoren, die für Gold sprechen, intakt. So verfolgen die Notenbanken weltweit weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik mit sehr niedrigen Zinsen und früher unkonventionellen Maßnahmen wie dem massenhaften Aufkauf von Staatsanleihen. Dass die Zentralbanken aus dieser "Nummer" nicht oder nur mit sehr hohen Kosten herauskommen, zeigte der (zunächst) vergebliche Versuch der US-Notenbank Fed, die Anleihekäufe zu verringern: Nach dieser Ankündigung schossen die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen von 1,68 auf 2,98 Prozent hoch - und die Notenbank verschob ihr Vorhaben bis auf Weiteres.

Gründe für den Ausverkauf

Unseres Erachtens war es insbesondere die Furcht vor einer Wende der US-Geldpolitik und die Aussicht auf steigende Realzinsen, die die "schwachen Hände" im Frühjahr massiv aus dem Markt getrieben hat. Zudem verabschiedeten sich spekulativ orientierte Anleger wie Hedge Fonds zunehmend aus den Gold-ETFs, über die sich Käufe und Verkäufe weitaus bequemer erledigen lassen als im physischen Handel. So wurden über die Goldfonds insgesamt 400 Tonnen verkauft, wie das World Gold Council, die Interessenvertretung der Goldbranche, im Rückblick auf das zweite Quartal mitteilte. Als schließlich über die Terminmärkte an wenigen Tagen die gesamte Jahresproduktion an Gold gehandelt wurde, war klar: Es handelte sich um einen waschechten Ausverkauf.

Dieser Sell-Off hat auch seine gute Seiten. So wechselte Gold in den vergangenen Monaten von den schwachen, spekulativen Anlegern zu den starken, strategischen Käufern. Dies zeigt sich zum einen darin, dass im zweiten Quartal 2013 weltweit 500 Tonnen an Barren und Münzen und damit 78 Prozent mehr als im Vorjahresquartal gekauft wurden, wie das World Gold Council mitteilte. Insbesondere China und Indien stachen hervor: Während sich die Inder gegen eine schwache Währung und hohe Inflation schützen wollen, investierten die Chinesen aufgrund ihrer steigenden Einkommen 157 Prozent mehr in Münzen und Barren als im zweiten Quartal 2012. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt immer mehr hin zum strategischen, physischen Goldkauf und immer mehr von West nach Ost. Weltweit belief sich die kombinierte Nachfrage der Schmuckindustrie und der Verbraucher auf 1083 Tonnen - das entspricht einem Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Notenbanken greifen bei Gold weiter zu

Stützend dürfte auch das Verhalten der Notenbanken wirken, die weiterhin auf der Käuferseite stehen. Mit 71 Tonnen im zweiten Quartal orderten sie zwar weniger als ein Jahr zuvor, als sie 165 Tonnen erwarben. Gleichwohl setzt sich der im Jahr 2011 begonnene Trend, dass Notenbanken kaufen, fort. Wie sollte es auch anders sein in einer Welt, in der vorrangig angloamerikanische Notenbanken sowie die Bank of Japan die Kapitalmärkte mit Geld fluten, um ihre Währungen abzuwerten, damit ihre Schuldenberge sie nicht erdrücken! Vor diesem Abwertungswettlauf müssen andere Notenbanken ihre Staaten schützen - und sie tun das durch den Kauf der einzigen Währung, den keiner ihrer Kollegen in New York oder London beeinflussen kann: Gold.

Nicht zuletzt haben die Goldminen, die als Marktteilnehmer Goldverkäufe über die Terminbörsen absichern können, so wenige Short-Positionen wie zuletzt vor einem Jahrzehnt. Das bedeutet: Sie sehen derzeit so wenig Bedarf, den Preis für ihre Goldproduktion im Voraus abzusichern, wie zuletzt beim Beginn des großen Bullenmarktes in Gold. Auch dies spricht für ein nahes Ende des Preisverfalls.

Gold als Versicherung für die Krise

Abschließend lässt sich sagen: Unter strategischen Aspekten kann kein vorausschauender Anleger auf Gold verzichten. Das Edelmetall ist quasi die Feuerversicherung, mit dem sich das Vermögen oder große Teile davon selbst in schweren Krisenzeiten bewahren lassen. Das ist sehr gut daran zu sehen, wie sich der Preis der Feinunze Gold in Island entwickelt hat, dessen Währung sehr heftig abgewertet hat: Er stieg, gemessen in isländischen Kronen, auf das Vierfache, während sich der Wert der Feinunze in Dollar oder Euro zwischen 2008 und 2012 "nur" verdoppelte. Isländer mit einem vernünftigen Goldanteil im Portfolio konnten somit eine der schwersten Krisen des Landes gut überstehen.

Markus Steinbeis, Leiter Fondsmanagement bei Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung (Quelle: Privat)Markus Steinbeis, Leiter Fondsmanagement bei Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung (Quelle: Privat)

Markus Steinbeis verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung. Der ehemalige Pioneer Starfondsmanager verfügt über eine langjährige Erfahrung im Management von Publikumsfonds und Spezialfonds für institutionelle Kunden. Seit April 2012 verantwortet der 43-Jährige den "Arbor Invest-Substanzwerte" bei der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen in München.

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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