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Spanien lässt Rezession hinter sich


Lage aber noch schwierig  

Spanien lässt Rezession hinter sich

23.10.2013, 16:25 Uhr | AFP, dpa-AFX

. Seat-Produktion in Martorell bei Barcelona: Spaniens Wirtschaft ist zum ersten Mal wieder leicht gewachsen (Quelle: AFP)

Seat-Produktion in Martorell bei Barcelona: Spaniens Wirtschaft ist zum ersten Mal wieder leicht gewachsen (Quelle: AFP)

Das Euro-Krisenland Spanien dürfte im dritten Quartal der Rezession entkommen sein. Die Zentralbank in Madrid schätzte, dass die spanische Wirtschaft zum ersten Mal seit neun Quartalen wieder leicht gewachsen ist. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte demnach um 0,1 Prozent zu. Die Regierung will die offiziellen Zahlen in Kürze vorlegen, normalerweise decken sie sich mit der Einschätzung der Zentralbank.

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Eine leichte Entspannung vermeldete die Zentralbank auch auf dem von der Krise schwer getroffenen Arbeitsmarkt. Im dritten Quartal gingen so wenig Arbeitsplätze verloren wie "seit Beginn der Krise" nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit lag in Spanien im zweiten Quartal allerdings mit 26,3 Prozent immer noch auf sehr hohem Niveau. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind davon stark betroffen. Bei ihnen beträgt die Arbeitslosenquote sogar rund 50 Prozent. Aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums wird sich daran nach den Prognosen in nächster Zeit kaum etwas ändern.

Immobilienblase als Auslöser der Krise

Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Das Land leidet noch immer unter den Folgen der 2008 geplatzten Immobilienblase und steckte seit Ende 2011 in der Rezession. Zu den Erfolgen zählt außerdem, dass Spanien seine maroden Banken mit Milliardenhilfen saniert und das Vertrauen von Investoren zurückgewonnen hat - und das trotz enormer und weiter zunehmender Schulden und der Massenarbeitslosigkeit.

"Aus allen Teilen der Welt kommt Geld nach Spanien", verkündete kürzlich der Präsident der Großbank Santander, Emilio Botín. "Wir befinden uns in einer fantastischen Zeit." Der prominenteste Anleger ist Bill Gates. Der Microsoft-Mitbegründer erwarb beim spanischen Baukonzern FCC ein Aktienpaket von sechs Prozent der Kapitalanteile.

Anleger greifen bei niedrigen Aktienkursen zu

Das neue Interesse an Spanien geht nach Ansicht von Experten darauf zurück, dass sich die finanzielle Lage des Landes stabilisiert hat und die Aktienkurse vieler Unternehmen infolge der Krise auf einem niedrigen Stand befinden. "Spanien ist billig", schreibt die Zeitung "El País". "Die Anleger sind auf Schnäppchen aus." Vor dem Ausbruch der Krise hätte Gates für das FCC-Paket das Fünffache der Summe zahlen müssen, die der Multimilliardär jetzt ausgab.

Die spanischen Geldanlagen haben allerdings einen Nachteil. Sie beschränken sich auf Börsenpapiere und beleben zwar die Finanzmärkte - aber nicht die produktive Wirtschaft. Das heißt: Sie tragen nicht zum realen Wachstum und nicht zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei. "Man kann die jetzige Phase mit dem ersten Regen nach einer langen Dürre vergleichen", meint die Zeitung "El Mundo". "Das Wasser reicht nicht aus, die Pflanzen sprießen zu lassen."

Krise nach Zahlen

Die Probleme der Wirtschaft werden in Spanien gern in einer einprägsamen Zahlenreihe zusammengefasst: 0-25-50-100. Die 0 steht für das niedrige Wachstum, die zweite Ziffer für die Arbeitslosenquote von über 25 Prozent, die dritte für den erwarteten Verfall der Immobilienpreise um bis zu 50 Prozent und die vierte für den Schuldenberg des Staates. Letzterer wird auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen und nach Prognosen der Regierung 2015 den Wert von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten.

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