Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Fannie Mae verklagt die Deutsche Bank wegen Zinsmanipulation


Zinsmanipulation  

Fannie Mae verklagt die Deutsche Bank

01.11.2013, 14:19 Uhr | dpa, t-online.de, rtr

Fannie Mae verklagt die Deutsche Bank wegen Zinsmanipulation. Für die Deutsche Bank scheint der Ärger nicht abzureißen (Quelle: Reuters)

Die Finanzaufsicht Bafin prüft offenbar deutlich mehr Mitarbeiter der Deutschen Bank als bislang angenommen (Quelle: Reuters)

Gerade ist die Deutsche Bank in den USA einer Sammelklage wegen umstrittener Hypothekengeschäfte entgangen, da droht neuer Ärger in Amerika. Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Fannie Mae hat Klage gegen den deutschen Branchenprimus sowie acht weitere internationale Großbanken eingereicht. Das Institut wirft den Geldhäusern vor, unerlaubt zusammengearbeitet zu haben, um den Interbanken-Zinssatz Libor zu manipulieren.

Anzeige
Jobs im Bankenwesen
Jobs im Bankenwesen

Wählen Sie eine Bank:


800 Millionen Dollar Entschädigung gefordert

Fannie Mae fordert insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar (etwa 590 Millionen Euro) an Entschädigung. Das Unternehmen erklärte in seiner 71 Seiten umfassenden Klageschrift, dass ihm durch die gefälschten Libor-Berechnungen großer Schaden entstanden sei. Von den Interbanken-Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar (etwa 221 Billionen Euro) ab.

So hat Fannie Mae zahlreiche Kredite an den Libor gekoppelt. Doch das Vertrauen ist seit Sommer 2012 tief gestört. Seitdem ist bekannt, dass Banken bei der Feststellung der Zinssätze getrickst haben, um selbst Handelsgewinne zu erzielen.

Klage gegen neun Großbanken

Die Klage richtet sich - neben der Deutschen Bank - gegen die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sowie gegen Barclays, Rabobank, Royal Bank of Scotland (RBS) und die Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase. Alle neun Banken lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Die neue Klage zeigt, dass das Risiko privater Schadenersatzforderungen für die Deutsche Bank größer sein könnte als die Gefahr möglicher Strafzahlungen an internationale Behörden. Bereits im März hatte Freddie Mac, das Schwesterunternehmen von Fannie Mae, mehr als ein Dutzend Großbanken wegen der Folgen der Libor-Manipulationen verklagt. Undor mehr als einem Jahr hatte sich das Frankfurter Bankhaus Metzler einer Sammelklage in den USA gegen die Deutsche Bank angeschlossen, die nach Angaben einer Sprecherin unverändert weiterläuft.

Rabobank schloss Vergleich

Die Behörden haben weltweit bislang Strafen von insgesamt 3,7 Milliarden Dollar wegen des Libor-Skandals verhängt. Erst in dieser Woche einigte sich die niederländische Rabobank mit den Aufsehern auf die Zahlung von 774 Millionen Euro. In der Folge trat der Chef der Genossenschaftsbank, Piet Moerland, zurück.

Weltweit war das die zweithöchste Vergleichszahlung, die einer Bank im Zusammenhang mit der Manipulation der Referenzzinssätze bislang auferlegt wurde. Die bisherige Rekordstrafe bekam die Schweizer UBS mit 1,5 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) aufgebrummt. Ebenfalls belangt wurden bereits die britischen Institute RBS und Barclays.

Deutsche Bank sorgt vor

Gegen zahlreiche weitere Institute laufen noch Ermittlungen, darunter auch gegen die Deutsche Bank. Diese könnten zu "hohen Geldstrafen" führen, schrieben die Frankfurter in ihrem jüngsten Quartalsbericht. Wegen der drohenden Zahlungen erhöhte das Geldhaus in diesem Jahr seine Rückstellungen für Rechtsrisiken um zwei Milliarden auf 4,1 Milliarden Euro.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal