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Debeka droht Bestechungsskandal: Mitarbeiter kauften Adressen


Mitarbeiter kauften Adressen  

Debeka droht ein Bestechungsskandal

01.11.2013, 11:19 Uhr | t-online.de - sia

Debeka droht Bestechungsskandal: Mitarbeiter kauften Adressen. Der Versicherer Debeka steht vor einem möglichen Korruptionsskandal (Quelle: imago/Schöning)

Der Versicherer Debeka steht vor einem möglichen Korruptionsskandal (Quelle: imago/Schöning)

Eine Bestechungsaffäre rüttelt offenbar den Traditionsversicherer Debeka auf. Mitarbeiter des Konzerns sollen jahrelang die Adressen angehender Beamter gekauft und mit ihnen gehandelt haben. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Unternehmensinsider. Das Unternehmen distanziert sich jetzt deutlich von den Mauscheleien und führt einen neuen Verhaltenskodex für seine Angestellten ein.

Vorstandschef Laue lenkte damals den Vertrieb

Um an die Daten zu gelangen, hätten hohe Debeka-Vertriebsmanager Behördenmitarbeiter bestochen und die Adressen dann an in der Firmenhierarchie unter ihnen stehende Kollegen verkauft, schreibt die Zeitung. Die Bestechungen liefen auch in der Zeit ab 1994, in der Uwe Laue, der derzeitige Vorstandsvorsitzende, noch Leiter der Debeka-Hauptabteilung Vertrieb in Koblenz war. 1998 rückte Laue dann in den Vorstand des Versicherers vor.

Die dubiose Geschäftspraxis gibt er zu. Man wisse, "dass in den 1980er und 1990er Jahren Vertriebsmitarbeiter auf eigene Rechnung Adressen potentieller Kunden erworben haben, die zwischen Mitarbeitern weiter verteilt wurden", schreibt Laue in einer Pressemitteilung.

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Und er streitet auch seine Verantwortung nicht ab. "Auch der damaligen Führungsmannschaft fehlte die Sensibilität für diese datenschutzrechtliche Thematik. Und in diese Selbstkritik schließe ich mich ausdrücklich mit ein", heißt es in der Mitteilung.

Keine Adressenkäufe durch die Debeka

Damit räume der Debeka-Vorstandschef jedoch nicht ein, dass er die Beamten-Bestechung geduldet habe, erklärte ein Debeka-Sprecher dem "Handelsblatt". Es sei aber zu keinem Zeitpunkt zu einem Ankauf von Adressdaten durch die Debeka selbst gekommen, sagte der Sprecher der Zeitung.

Für die Debeka-Vertriebler gehörten die Adressen-Deals offenbar zum Arbeitsalltag. Dem Bericht zufolge erklärte ein Betroffener, elf Jahre lang Beamtenadressen von seinem Vorgesetzten gekauft zu haben. Ob eine solche Praxis legal war, stand für ihn demnach nicht zur Debatte. "Die Adressen kamen ja von meinem Chef. Die waren für uns wie Gold", zitiert das "Handelsblatt" den Geständigen.

Neuer Verhaltenskodex

Damals soll es keine Sanktionen gegen die Missetäter gegeben haben. In seinen neuen Verhaltensregeln für die Mitarbeiter geht der Versicherer inzwischen aber deutlich auf Abstand zu den schwarzen Schafen in den eigenen Reihen. "Die Debeka lehnt Geschäfte mit Adresshändlern schon immer ab. Der heutige Schritt führt diese Grundhaltung konsequent fort“, ist in der Unternehmensmeldung zu lesen.

Die 1905 als reiner Krankenversicherer für Beamte gegründete Debeka ist nach eigenen Angaben die größte private Krankenversicherung in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt aktuell etwa 16.700 Mitarbeiter und betreut 6,6 Millionen Mitglieder, darunter 1,8 Millionen vollversicherte Beamte. Im Jahr 2012 nahm die Versicherung Beiträge in Höhe von 12,8 Milliarden Euro ein.

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