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Zukunftsatlas 2013: Süden hängt Norden ab, Osten überholt Westen


Zukunftsatlas 2013  

Süden hängt Norden ab, Osten überholt Westen

08.11.2013, 14:40 Uhr | t-online.de - sia, dpa

Zukunftsatlas 2013: Süden hängt Norden ab, Osten überholt Westen. Von gleichen Zukunftschancen in der gesamten Bundesrepublik kann laut dem "Zukunftsatlas" des Prognos Instituts keine Rede sein (Quelle: Prognos Institut/Zukunftsatlas Grafik: Handelsblatt)

Von gleichen Zukunftschancen in der gesamten Bundesrepublik kann laut dem "Zukunftsatlas" des Prognos Instituts keine Rede sein (Quelle: Prognos Institut/Zukunftsatlas Grafik: Handelsblatt)

Ein aktuelles Ranking zeigt, wie ungleich die Wirtschaftschancen in Deutschland verteilt sind - zumindest dem "Zukunftsatlas 2013" des Forschungsinstituts Prognos zufolge. Demnach hängt der Süden den Norden ab und der Osten überholt Teile des Westens. Außerdem schlägt die Provinz die Städte.

Süden boomt

Bei der Wirtschaftskraft driftet Deutschland offenbar immer weiter auseinander. Laut der Analyse, die Prognos für das "Handelsblatt" erstellt hat, boomt vor allem der Süden und baut seinen Vorsprung gegen über dem Norden, Westen und Osten weiter aus.

Ausreißer in den Top Ten

Die Spitzenreiter des aktuellen Rankings bilden der Landkreis und die Stadt München auf den Plätzen eins und zwei. Auf dem dritten Rang folgt Erlangen. Gegen die bayerische und baden-württembergische Übermacht in den Top Ten konnten sich allein Darmstadt (Hessen) auf Rang sechs sowie Wolfsburg (Niedersachsen) auf Platz neun behaupten.

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Von den 78 Kreisen, denen die Forscher hohe bis beste Zukunftschancen attestieren, liegen inzwischen 83 Prozent in Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen. Und 27 der 30 schwächsten Landkreise in der Rangliste stammen aus Ostdeutschland, in der Gruppe finden sich hingegen lediglich fünf aus dem Süden.

Ruhrgebiet rutscht ab

Doch die Wohlstandsgrenze verläuft nicht mehr so eindeutig zwischen Ost und West wie früher. Denn der große Absteiger im Prognos-Ranking ist das Ruhrgebiet. Viele alte Kohlestädte wie Oberhausen (Rang 374), Gelsenkirchen (Platz 371), Herne (Platz 366), Recklinghausen (Rang 339) oder Bottrop (Rang 336) gehören mittlerweile zu den Regionen mit den größten Zukunftsrisiken.

Der Grund dafür: Insgesamt fand der Aufschwung der vergangenen Jahre weitestgehend unter Ausschluss des nördlichen Ruhrgebiets statt, erläutern die Autoren der Untersuchung. Dort sei die Arbeitslosigkeit kaum gesunken oder sogar gestiegen.

Probleme im Westen verschärfen sich

Zugleich habe der Anteil der auf Hartz IV angewiesenen Haushalte weiter zugenommen. Und auch die öffentliche Verschuldung pro Kopf sei in der Region so hoch wie fast nirgendwo sonst. Die Folge: Im Jahr 2004 hätten zwei Millionen der Einwohner Westdeutschlands in Gebieten mit Zukunftsrisiken gelebt, 2013 seien es bereits mehr als 6,7 Millionen.

Der Osten holt hingegen auf: Zu den schon traditionell starken Städten Dresden (Platz 33), Potsdam (Platz 74) und Jena (Rang 26) zählen aktuell auch Rostock (Rang 203) und Leipzig (Platz 218). Zu den großen Gewinnern gehört Erfurt (Rang 124). Erfurt habe von allen bundesdeutschen Kreisen mit einem Sprung von 191 Plätzen seit 2004 den größten Satz nach vorne gemacht und dabei die ganze Region mit nach vorn gezogen, erläutern die Prognos-Experten.

Ländliche Regionen auf Erfolgskurs

Unter den Aufsteigern im Zukunftsatlas - also denjenigen Landkreisen, die in den letzten zehn Jahren die größten Sprünge nach vorne gemacht haben - finden sich darüber hinaus viele Flächenkreise ohne Großstadt. Ihre Perspektiven verbessern konnten insbesondere Landgebiete in Thüringen (Ilm-Kreis, Landkreis Eichsfeld) und Brandenburg (Landkreis Dahme-Spreewald), aber auch in Hessen (Schwalm-Eder-Kreis) oder Niedersachsen (Landkreis Vechta).

Für den Erfolg verantwortlich sind Prognos zufolge etwa ein stark vernetztes Wirtschaftssystem, gute demografische Ausgangsbedingungen sowie eine stark verbesserte Wettbewerbsposition durch Hochschul- und Forschungseinrichtungen.

Für die Studie hat das Prognos die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit aller 402 kreisfreien Städte und Landkreise der Bundesrepublik untersucht. Dabei wurden 29 Indikatoren zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, zur Konjunktur- und Arbeitsmarktlage sowie zur demografischen Situation und zur sozialen Lage berücksichtigt.

Zukunftsatlas 2013 - Top Ten

RangStadt/Landkreis
1München (Landkreis)
2München (Stadt)
3Erlangen
4Ingolstadt
5Böblingen (Landkreis)
6Darmstadt
7Regensburg
8Starnberg (Landkreis)
9Wolfsburg
10Stuttgart

Quelle: Prognos Institut

Zukunftsatlas 2013 - Schlusslichter

RangStadt/Landkreis
402Prignitz (Landkreis)
401Stendal (Landkreis)
400Vorpommern-Rügen (Landkreis)
399Uckermark (Landkreis)
398Elbe-Elster (Landkreis)
397Altmarkkreis Salzwedel
396Mansfeld-Südharz (Landkreis)
395Vorpommern-Greifswald (Landkreis)
394Spree-Neiße (Landkreis)
393Wittenberg (Landkreis)

Quelle: Prognos Institut

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