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Real startet Preiskampf mit Billig-Marke gegen Aldi und Co.


Preiskampf der Discounter  

Real bläst zum Angriff auf die Billig-Konkurrenz

11.11.2013, 12:04 Uhr | dpa

Real startet Preiskampf mit Billig-Marke gegen Aldi und Co.. Die neue Billig-Marke von Real wirbt mit dem Slogan "Ohne Schnickschnack. Ohne teuer" und könnte den Markt gehörig aufmischen (Quelle: dpa)

Die neue Billig-Marke von Real wirbt mit dem Slogan "Ohne Schnickschnack. Ohne teuer" und könnte den Markt gehörig aufmischen (Quelle: dpa)

Die Supermarktkette Real startet ihre eigene Billig-Marke und will damit Discounter wie Aldi und Co. preislich klar unterbieten. Experten zufolge könnte das zu einer Preisschlacht unter den Konkurrenten führen, wie es sie seit Jahren nicht mehr gab.

Droht der Preiskrieg?

Seit Jahren gilt es als ein ehernes Gesetz im deutschen Einzelhandel: Discount-Marktführer Aldi setzt die Preisuntergrenze bei Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. Doch jetzt will die zum Metro-Konzern gehörende SB-Marktkette Real das nicht länger akzeptieren. Sie startet eine neue Billigmarke, die Aldi, Lidl und Co. preislich unterbieten soll - wobei der Kunde allerdings auch Abstriche bei der Qualität hinnehmen muss.

Die Umsatz-Riesen im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel  (Quelle: dpa)Die Umsatz-Riesen im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel (Quelle: dpa)

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"Es ist durchaus möglich, dass Real damit einen Preiskrieg in Deutschland auslöst, wie wir ihn seit Jahren nicht mehr gesehen haben", sagt Handelsexperte Matthias Queck vom Beratungsunternehmen Planet Retail.

Bisher knapp 20 Artikel

Die "Preisbrecher" stehen zur Zeit gut sichtbar platziert an prominenten Stellen in den über 300 Real-Supermärkten in Deutschland. Knapp 20 Artikel: Fruchtsäfte, Nudeln, Toilettenpapier und Wurst, aber auch Socken und Glühbirnen. Knallgelb verpackt, tragen sie statt eines Markennamens nur die Produktbezeichnung.

Dafür wirbt Real mit dem Slogan "Ohne Schnickschnack. Ohne teuer". "Die Discounter haben ihre Qualität immer weiter nach oben geschraubt, so dass darunter wieder Raum ist", begründete Real-Chef Didier Fleury nach Angaben des Fachblattes "Lebensmittel Zeitung" die Preisoffensive. Diese Marktlücke will Real jetzt besetzen. Kargheit ist dabei Programm.

Das No-Name-Multivitamin-Fruchtsaftgetränk kostet in der 1,5 Liter-Packung bei Real nur 0,79 Euro, hat aber auch nur einen Fruchtgehalt von 12 Prozent. Zum Vergleich: Aldi Süd kassiert für einen Liter Multivitaminsaft 0,95 Euro. Dafür bekommt der Kunde aber auch 100 Prozent Fruchtsaft. Real bietet zwei-lagiges Toilettenpapier (acht mal 250 Blatt) für 1,88 Euro, während Aldi drei-lagiges (acht mal 200 Blatt) für 1,95 Euro verkauft.

Real muss sich auf Reaktionen gefasst machen

Dass es einen Markt für superbillige Produkte gibt, glaubt auch Handelsexperte Queck. "Es gibt Haushalte in Deutschland, für die selbst der Einkauf im Discounter eine finanzielle Herausforderung darstellt. Es gibt eine Klientel, die noch billiger einkaufen muss", sagt er.

Doch sieht er in dem Vorstoß von Real auch ein Wagnis. Aldi, Kaufland und Co. ließen sich garantiert nicht auf der Nase herumtanzen. "Wenn das ein Erfolg wird, muss Real mit scharfen Reaktionen rechnen", meint der Branchenkenner.

Aldi macht es in Großbritannien vor

Queck verweist darauf, das Aldi in anderen Ländern - etwa in Großbritannien - auch Waren im Programm habe, die preislich wie qualitativ unterhalb der in Deutschland angebotenen Produkte lägen, weil der Wettbewerb das Unternehmen dazu gezwungen habe.

Bisher reagieren Aldi Süd und Lidl allerdings zurückhaltend, vielleicht auch weil Real kein wirklich großer Spieler auf dem deutschen Lebensmittelmarkt ist. "Wir beobachten natürlich den Markt und nehmen die Veränderungen wahr. Letztlich liegt jedoch die Kaufentscheidung beim Kunden", heißt es bei Lidl. Aldi will zu "unternehmensstrategischen Planungen keine Auskunft geben".

Doch die Ruhe könnte trügen. Denn Real hat mit der neuen Produktlinie noch einiges vor. Unternehmenssprecher Markus Jablonski kündigte an: "Das können am Ende 200 Produkte werden oder 2000. Darüber entscheiden letztlich unsere Kunden. Auf jeden Fall soll es nicht bei den knapp 20 Produkten bleiben, die derzeit im Angebot sind."

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