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Max Bahr: Übernahme von insolventer Baumarktkette gescheitert


3600 Jobs bedroht  

Rettung von Max Bahr gescheitert

15.11.2013, 17:23 Uhr | rtr

Max Bahr: Übernahme von insolventer Baumarktkette gescheitert. Die Jobs der 3600 Max-Bahr-Mitarbeiter stehen nun auf der Kippe (Quelle: dpa)

Die Jobs der 3600 Max-Bahr-Mitarbeiter stehen nun auf der Kippe (Quelle: dpa)

Weitere Schlappe für Praktiker: Die Übernahme der insolventen Baumarktkette Max Bahr mit 3600 Beschäftigten ist gescheitert. Der Dortmunder Konkurrent Hellweg habe sich nicht mit der Royal Bank of Scottland, dem Hauptvermieter von 66 Baumärkten, geeinigt, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Die Gläubiger des einstigen Aushängeschilds des Praktiker-Konzerns hatten Hellweg und dem ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle bis Freitag Zeit gegeben, sich mit der RBS zu einigen. Praktiker hatte im Juli bereits Insolvenz angemeldet und Max Bahr mit in die Pleite gerissen.

Nun dürfte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder auch in den 73 verbliebenen Märkten mit dem Schlussverkauf beginnen. Er hatte sich Ende Oktober für die Offerte des Hellweg-Konsortiums entschieden. In rund 230 Praktiker- und Max-Bahr-Häusern läuft der Ausverkauf bereits.

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Für Praktiker arbeiteten einst 20.000 Menschen, einen Käufer haben die Insolvenzverwalter aber bisher nur für drei Märkte in Luxemburg mit 200 Mitarbeitern gefunden. Die RBS werde die Max-Bahr-Standorte nun einzeln zu vermieten versuchen, hieß es in den Verhandlungskreisen.

Globus darf wieder hoffen

Für mehr als die Hälfte davon stünden schon Konkurrenten wie OBI, Rewe/Toom oder Hagebau als Mieter bereit, sagten zwei Insider. Teilweise darf in die Gebäude nur ein Baumarkt einziehen.

"Nun schlägt wieder die Stunde von Globus", sagte ein anderer Insider. Der saarländische Handelskonzern war bei Insolvenzverwalter Schröder und der RBS abgeblitzt, da sein Angebot zu niedrig war. Am Donnerstag hatte Globus aber sein Interesse bekräftigt - an rund 60 Max-Bahr- und weiteren Praktiker-Standorten sowie der Firmenzentrale.

Mitarbeiter müssen weiter bangen

Die Max-Bahr-Mitarbeiter müssen nun hoffen, dass sie bei einem neuen Betreiber der Märkte unterkommen können. Max-Bahr-Gesamtbetriebsratschef Ulli Klose hatte bis zuletzt gehofft. Der Insolvenzverwalter, Hellweg und die RBS wollten sich nicht äußern.

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Kein Vertrauen in das Konzept

Die Verhandlungen mit Hellweg seien nicht an der Höhe der Mieten gescheitert, hieß es im Umfeld der Gespräche. Vielmehr habe die RBS eine Bürgschaft von Hellweg gefordert, die das Familienunternehmen nicht stellen konnte oder wollte. "Keiner hat sich aus der Komfortzone bewegt", sagte ein Insider.

Die Bank habe das Konzept des potenziellen Käufers skeptisch gesehen und im Falle eines späteren Scheiterns Verluste befürchtet. Denn dann wären Banken und Warenkreditversicherer besser abgesichert gewesen als der Vermieter. Ein Konsortium um die Commerzbank war bereit gewesen, die Übernahme mit einem Kredit von 65 Millionen Euro zu finanzieren.

Die RBS war erst im vergangenen Jahr zum De-facto-Vermieter der Immobilien geworden. Denn die Familie Möhrle hatte beim Verkauf von Max Bahr an Praktiker 2007 nur den Geschäftsbetrieb an den Konkurrenten abgegeben, die Immobilien waren damals aber für fast 800 Millionen Euro an den Finanzinvestor Moor Park gegangen. Dieser hatte sich dafür Kredite bei der Bank ABN Amro besorgt, die später in der RBS aufging. Seither hatten die Immobilien stark an Wert verloren, der Fonds von Moor Park ging 2012 Pleite. Globus habe die Immobilien zuletzt gerade noch mit 420 Millionen Euro bewertet, hieß es in den Kreisen.

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