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Firmen atmen auf: Zahl der Pleiten ist deutlich gesunken

Firmen atmen auf  

Zahl der Pleiten ist deutlich gesunken

29.11.2013, 08:16 Uhr | rtr, dpa-AFX

Firmen atmen auf: Zahl der Pleiten ist deutlich gesunken. Spektakuläre Pleite des Praktiker-Baumarkts (Quelle: dpa)

Spektakuläre Pleite des Praktiker-Baumarkts (Quelle: dpa)

Zwar mussten mit Praktiker, Loewe oder Conergy in diesem Jahr einige große Firmen mit spektakulären Pleiten für Aufsehen gesorgt. Unterm Strich müssen in Deutschland aber immer weniger Firmen Insolvenz anmelden, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilt.

So gehen die Experten für 2013 von 26.300 Unternehmenspleiten aus - das ist der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Gegenüber 2012 bedeutet die einen Rückgang um immerhin acht Prozent. "Immer mehr Firmen, auch im Mittelstand, sind finanziell stabiler aufgestellt und weisen hohe Eigenkapitalquoten auf", sagt Creditreform-Vorstand Helmut Rödl.

Kleinunternehmen besonders bedroht

"Deutsche Unternehmen als Stütze und Lokomotive Europas profitieren von ihrer Exportstärke im Bereich der Investitions-, aber auch der Konsumgüter, bis hinunter in den Sektor der kleineren und mittleren Unternehmen." So seien es vor allem die ganz kleinen Betriebe, die den Gang zum Amtsgericht antreten und Insolvenz müssen. Knapp die Hälfte aller Unternehmenszusammenbrüche in diesem Jahr entfällt auf Firmen mit weniger als einer Viertelmillion Euro Jahresumsatz.

Die Wirtschaft profitiert auch vom Dauertief an der Zinsfront. Befürchtungen, die in der Finanz- und Schuldenkrise unter Druck geratenen Banken könnten sich bei der Kreditvergabe zurückhalten und damit Betriebe in die Bredouille bringen, haben sich Rödl zufolge nicht bestätigt. "Eine Kreditklemme ist nicht erkennbar", sagt er.

Das Geld im Euroraum dürfte auf absehbare Zeit billig bleiben, die Europäische Zentralbank bekräftigte nach der letzten Leitzinssenkung ihr Niedrigzins-Versprechen. Ungemach könnte den Firmen bei der Finanzierung dennoch drohen: Das Regelwerk "Basel III" hat die Eigenkapital-Anforderungen an Banken verschärft. Die Institute müssen mehr Eigenmittel von besserer Qualität vorhalten, um Risiken aus Kreditgeschäften absichern zu können. Möglicherweise hält sich das eine oder andere Geldhaus daher demnächst bei der Kreditvergabe etwas zurück.

Widersprüchliche Prognosen

Entsprechend vorsichtig fällt die Creditreform-Prognose für 2014 aus, obwohl Ökonomen gute Jahre für die deutsche Wirtschaft erwarten. Diese befinde sich am Beginn eines kräftigen Aufschwungs, der mit Wachstumsraten von um die zwei Prozent lange anhalten könne, erklärten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute bei der Vorlage ihres Herbstgutachtens.

"Im Durchschnitt führt ein Prozent Wachstum zu einer Verringerung der Insolvenzen um etwa drei Prozent", sagt Rödl. Eigentlich müsste die Zahl der Firmenpleiten also im kommenden Jahr sinken. Die Experten rechnen wegen der nicht kalkulierbaren Folgen von "Basel III" aber mit ähnlichen Zahlen wie 2013.

Kräftiges Wachstum kann Unternehmen auch zur Leichtsinnigkeit verführen, so Rödls Erfahrung. Firmen schätzen ihre Marktchancen dann falsch ein oder verheben sich bei Investitionen: "Manche Grundlagen für Insolvenzen werden gerade in Zeiten positiver Konjunktur gelegt."

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