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Milliarden-Zukauf von Merck im Chemiegeschäft


Flüssigkristalle  

Milliarden-Zukauf von Merck im Chemiegeschäft

05.12.2013, 13:18 Uhr | dpa-AFX, rtr

Milliarden-Zukauf von Merck im Chemiegeschäft. Merck expandiert und erfreut die Anleger (Quelle: dpa)

Merck expandiert und erfreut die Anleger (Quelle: dpa)

Merck ist auf Expansionskurs: Der Pharma- und Chemiekonzern geht wieder auf Einkaufstour. Mit einer Milliarden-Übernahme wollen die Darmstädter ihr Chemiegeschäft ausbauen. An der Börse stießen die Übernahmepläne auf ein positives Echo - die Aktie stieg auf ein Rekordhoch.

Merck baut Geschäft mit Flüssigkristallen aus

Merck bietet für die britische AZ Electronic Materials 403,5 Pence in bar je Aktie, wie der im DAX notierte Konzern am Donnerstag mitteilte. Damit wird das britische Unternehmen mit rund 1,6 Milliarden britischen Pfund (rund 1,9 Milliarde Euro) bewertet. "Mit diesem strategischen Schritt stärken wir das Portfolio von Merck, indem wir unser Flüssigkristallgeschäft um ein weiteres hochprofitables Premium-Geschäft ergänzen", sagte Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley.

Der Abschluss stehe noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Dem Angebot müssen zudem mindestens 95 Prozent der Aktionäre zustimmen. Der Verwaltungsrat von AZ will das Angebot seinen Aktionären empfehlen.

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Hoher Aufschlag für AZ

Die Darmstädter zahlen einen Aufschlag von 41 Prozent auf den Durchschnittspreis der Aktie der Briten. AZ, ein Anbieter von Spezial-Materialien für die Elektronikindustrie, hatte im Jahr 2012 einen Umsatz von umgerechnet 584 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 193 Millionen Euro erzielt. Ende 2012 waren rund 1.100 Mitarbeiter beschäftigt, davon fast 60 Prozent in Asien.

Merck-Finanzchef Matthias Zachert rechnet mit jährlichen Synergien von 25 Millionen Euro ab 2016. Die Kosten für die Integration lägen bei rund 50 Millionen Euro - verteilt auf die Jahre 2014 bis 2016, sagte Zachert in einer Telefonkonferenz. Der Zukauf werde unmittelbar zum Gewinn je Aktie vor Einmaleffekten und Abschreibungen beitragen.

Marktführer bei Hightech-Kristallen

Durch den Zukauf will Merck weitere Wachstumsfelder in der Elektronikindustrie erschließen, damit will der Konzern noch stärker von der steigenden Nachfrage nach elektronischen Geräten profitieren. Mit der zur Sparte Performance Materials gehörenden Flüssigkristallen ist Merck bereits weltweit führend. Die Kristalle werden in Laptops, Flachbild-Fernsehern und Handy-Displays eingesetzt. Mit Samsung oder auch Sharp kommen die Hauptkunden aus Asien.

Kley hatte bei der Präsentation der Zahlen für die ersten neun Monate bereits mögliche Übernahmen angedeutet. Merck könne Zukäufe im Wert von mehreren Milliarden Euro finanzieren. Zuletzt hatten die Darmstädter 2010 den US-Laborspezialisten Millipore für 7,2 Milliarden Dollar übernommen.

Die Börse applaudiert

Die Merck-Aktie legte zwischenzeitlich um mehr als vier Prozent zu und belegte damit die DAX-Spitze. Der Kurs von AZ Electronic Materials sprang um 52,15 Prozent auf 400,30 Pence nach oben.

Der Milliardenkauf der britischen AZ Electronic Materials scheine strategisch gut zu passen, urteilten Börsianer. Der Angebotspreis sei auf den ersten Blick angemessen, urteilten die Analysten von Liberum Capital. Der deutliche Aufschlag zum derzeitigen Aktienkurs könnte Konkurrenten von einem Gegenangebot abhalten. Equinet zufolge könnte die Annahmeschwelle von mindestens 95 Prozent der AZ-Aktionäre allerdings dazu führen, dass Merck eventuell nachlegen müsse.

Weitere Übernahmen möglich

Unterdessen dämpfte Merck Spekulationen über eine große Übernahme im Pharmasektor. Nach diversen Rückschlägen bei der Erforschung neuer Medikamente war in der Branche zuletzt immer wieder spekuliert worden, dass Merck hier zukaufen könnte. Nachdem der Umbau des Konzerns weitgehend abgeschlossen sei, konzentriere sich Merck nun wieder verstärkt auf Wachstum, bekräftigte Kley. Aber: "Diese Akquisitionen können sich in allen Geschäften abspielen, die wir haben."

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