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Autoriese VW muss in Südostasien aufholen

Ungewohnte Rolle  

Autoriese VW muss in Südostasien aufholen

13.12.2013, 19:35 Uhr | dpa-AFX

Autoriese VW muss in Südostasien aufholen . VW setzt beim Wachstum vor allem auf das Geschäft in Asien. (Quelle: dpa)

VW setzt beim Wachstum vor allem auf das Geschäft in Asien. (Quelle: dpa)

Der Weg an die Weltspitze führt Europas größten Autobauer VW in reichlich unbekanntes Terrain. Volkswagens Zukunft entscheide sich mehr und mehr auch in Südostasien, gab VW-Chef Martin Winterkorn im Frühjahr die Marschroute vor. Südostasien? Das ließ aufhorchen - die Region ist ein weißer Fleck auf der Wolfsburger Weltkarte.

VW musste zuletzt Rückschläge verkraften

Dabei wird die Region nach dem Boom der BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China aus Sicht von Experten zu einem der entscheidenden Märkte. Doch ausgerechnet der Rivale Toyota ist im sogenannten Asean-Raum um Indonesien, Malaysia und Thailand unangefochtener Marktführer.

Die Japaner stellten 2012 laut einer Studie von Boston Consulting ein Drittel der 3,1 Millionen Neuwagen. Und die Asean-Region soll 2020 schon für 4,6 Millionen Autos jährlich stehen, das wäre mehr als Russland. So einen Wachstumsmarkt braucht Volkswagen neben China, um den Gegenwind aus den USA und die Stagnation in Europa auszugleichen. Vor allem in den USA mussten die Wolfsburger zuletzt empfindliche Rückschläge hinnehmen.

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China bleibt Hauptthema für VW

Kein Wunder, dass VW auf Südostasien schielt und dort auch produzieren will: "Mittelfristig wollen wir für die jeweiligen Märkte auch Fahrzeuge vor Ort bauen", kündigte Vertriebschef Christian Klingler jetzt in einer konzerninternen Zeitschrift an. Das soll auch den Marktanteil kräftig steigen lassen.

Doch das ganz große Geld fließt noch nicht dorthin. "Der Asean-Markt wird sicher in nächster Zeit zunehmen, aber das Hauptthema, die 18 Milliarden, sind vorwiegend für China", sagte VW-Chef Winterkorn. Nur gut ein Prozent Marktanteil haben die Wolfsburger derzeit in Südostasien.

VW nur ein Winzling in Südostasien

Gegen die mehr als 30 von Toyota wirkt VW damit wie ein Winzling. Vorteil der Japaner: Sie pflegen schon seit 2004 mit der IMV-Plattform eine Basis für einfache Pick-Ups, SUV und Vans - Volumenmodelle für die Massen der Schwellenländer.

VW fehlt so ein Billigheimer-Netz für die Zukunftsmärkte - die ausgereiften Modelle sind für die Asean-Massen zu teuer. Und sein "Budget-Car" für China sieht VW erst 2016 losrollen. Mit der Suzuki-Kooperation hätte der Konzern sogar einen Partner an der Hand, der sich auf einfache Autos versteht und die Asean-Region vor der eigenen Haustür weiß. Aber die Partner sind zerstritten.

Und nicht nur Wolfsburg wirft ein Auge auf den Südosten des größten Kontinents. "Es sind viele unterwegs in der Vorsondierung und schauen, wie sie es angehen könnten", sagt Peter Fuß, der als Partner bei Ernst & Young (E&Y) die Autobranche strategisch berät.

Autobauer mit vorsichtiger Taktik

Es sei realistisch, dass in den nächsten zwei Jahren viele Asean-Standortentscheidungen fallen - auch bei VW. Der Fachmann glaubt an eine Taktik vorsichtiger Schritte, mit der die Autobauer zunächst Brückenköpfe eröffneten und sich mit einer anfangs überschaubaren Produktpalette vorantasteten. "Am Ende des Tages ist es alles ein Margenthema", sagt Fuß. Asean sei wichtig, aber in Summe doch noch relativ überschaubar. Das spreche gegen den großen Wurf für eine möglichst rasche tiefe lokale Wertschöpfung.

Vollwertige Fabriken mit kompletten Zuliefererketten seien in Schwellenländern nicht nur ein heikles Unterfangen, sondern auch schwerlich anzupassen und zurückzunehmen. Neben der Endmontage hält Fuß daher weitere Wege für denkbar, die Risiken zu minimieren: Auftragsfertigungen mit einem lokalen Partner oder Allianzen, in denen westliche Hersteller gemeinsam ähnliche Produkte von ein- und demselben Band rollen ließen. Technisch sei das schon längst möglich.

Indonesien: VW sucht Investoren für Händlernetz

Renault etwa lässt seit September den Duster seiner Billig-Marke Dacia vom lokalen Partner Indomobil montieren. Auch die Franzosen sehen im Niedrigpreis-Segment die größten Chancen für Indonesien und lassen Verkauf ebenfalls über Indomobil-Händler laufen. Den Namen kennt VW auch: Bei Indomobil lassen die Wolfsburger ihre Kernmarke VW-Pkw sowie Audi und VW-Nutzfahrzeuge montieren. In Malaysia baut Partner DRB-Hicom den Passat, der Polo und der Jetta sollen folgen.

Im jüngsten Geschäftsbericht schreibt DRB-Hicom dass man 2014 sogar die VW-Autos für den gesamten Asean-Markt bauen wolle. Ein VW-Sprecher wollte das Thema nicht erörtern. Neben Partnerschaften will VW in Asean aber auch Unabhängigkeit: So sucht der Konzern in Indonesien seit Ende Oktober Investoren für ein Händlernetz. 15 Standorte bietet VW an, vier in der Hauptstadt Jakarta - andere Ideen seien aber auch willkommen, heißt es in der Anzeige.

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