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Flexible Strategie: Ver.di will Amazon weiter bestreiken


Ver.di fordert Tarifbindung  

Ver.di weitet Streiks bei Amazon aus

17.12.2013, 06:56 Uhr | dpa-AFX

Flexible Strategie: Ver.di will Amazon weiter bestreiken. Keine Weihnachtsstimmung bei Amazon (Quelle: dpa)

Keine Weihnachtsstimmung bei Amazon (Quelle: dpa)

Die Gewerkschaft Ver.di will Amazon mit mehrtägigen Warnstreiks im Weihnachtsgeschäft schwer unter Druck setzen. Der Versandriese versichert: Die Geschenke kommen dennoch pünktlich. Inzwischen hat Ver.di mit einer Ausweitung gedroht.

Der am Montag begonnene Ausstand werde am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld bis einschließlich Mittwoch fortgeführt und in Leipzig bis einschließlich Freitag, wie Ver.di-Sprecher Christoph Schmitz sagte.

Ver.di will durchhalten

"Wir werden einen langen Atem haben", sagte er. Im bayerischen Graben bei Augsburg, wo am Montag erstmals die Arbeit niedergelegt wurde, sollte es zunächst bei einem eintägigen Streik bleiben. Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger ergänzte inzwischen in der "Passauer Neuen Presse", man wolle "weiter flexibel streiken, nicht nur in dieser Woche".

Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich am Montag insgesamt 1800 Mitarbeiter am Streik. Das wären so viel wie noch nie zuvor in Deutschland. 700 seien es in Bad Hersfeld gewesen, 600 in Graben und 500 in Leipzig.

"Doppelter Druck" für Angestellte

Es könne nicht sein, dass Amazon weiterhin willkürlich entscheide, "was es bezahlt, wie viel oder - etwa im Fall von Weihnachts- und Urlaubsgeld - ob überhaupt", sagte Nutzenberger weiter. Alle Beschäftigten bei Amazon würden "unter doppeltem Druck" stehen. "Sie bringen Höchstleistungen, bekommen dafür aber nicht die nötige Sicherheit durch Tarifverträge - und bei den befristet Beschäftigten kommt die Existenzangst noch dazu", fügte Nutzenberger hinzu.

Amazon: Keine Verzögerung bei Lieferungen

Laut Amazon beteiligten sich am Vormittag weniger als 640 Mitarbeiter an den drei Standorten. Weil die große Mehrheit regulär gearbeitet habe, gebe es keinerlei Verzögerung bei der Zustellung.

"Unsere Kunden können sich selbstverständlich weiterhin auf die rechtzeitige Zustellung ihrer Weihnachtsgeschenke verlassen", so Amazon. Ver.di bezweifelt, dass Amazon trotz der Streiks wie gewohnt liefern kann. "Die Kunden sollten unbedingt auf die angegebenen Lieferzeiten achten", sagte Schmitz.

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Ver.di warnt vor weiterer Eskalation

"Wir arbeiten weiter an einer Vernetzung mit anderen bei Amazon und wollen strategisch noch mehr Standorte einbeziehen. Wir behalten uns vor, weiter zu eskalieren", sagte Heiner Reimann von Ver.di Hessen.

Zudem reise eine Ver.di-Delegation nach Seattle, um vor dem Firmensitz des US-Branchenriesen zu demonstrieren. "Wir spüren unheimlich viel Solidarität." Als ersten Erfolg wertet Ver.di, dass Amazon diesmal ein Weihnachtsgeld zahle.

Amazon lehnt Tarifvertrag ab

Ziel des Ausstands ist ein Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt das jedoch kategorisch ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche.

Deswegen kommt es seit dem Sommer deutschlandweit immer wieder zu Streiks. In Bad Hersfeld war es am Montag nach Verdi-Angaben der 17. Streiktag. Bei Amazon arbeiten bundesweit rund 9000 Mitarbeiter in acht Versandzentren, unterstützt werden sie von 14.000 saisonalen Aushilfen.

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