Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Milch aus Deutschland weltweit gefragt


Weißes Gold vom Bauernhof  

Milch aus Deutschland weltweit gefragt

09.01.2014, 09:53 Uhr | dpa

. Ein Milchbauer bereitet die Kühe zum Melken vor. (Quelle: dpa)

Ein Milchbauer bereitet die Kühe zum Melken vor. (Quelle: dpa)

Noch vor wenigen Jahren trieb der niedrige Milchpreis viele Bauern zur Verzweiflung. Inzwischen ist mit Milch wieder Geld zu verdienen. Steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt sorgt für gute Aussichten.

Milchpulver wird in die ganze Welt exportiert

Am Melkstand herrscht fast den ganzen Tag Hochbetrieb. Immer nachts holt der Tanklaster der Genossenschaft mehr als 10.000 Kilogramm Milch vom Hof Junkernhose ab. Sie kommt entweder auf dem heimischen Markt oder wird als Käse und Milchpulver in alle Welt exportiert.

Bodo und Jan Heusmann haben in den vergangenen Jahren kräftig in ihren Hof im niedersächsischen Loxstedt investiert und ihre Herde auf 430 Tiere aufgestockt. Zurzeit bekommen sie 41 Cent je Kilogramm Milch. "Die aktuelle Situation ist gut", sagt Jan Heusmann, der mit 49 Jahren ältere der Brüder.

Anzeige
Jobs in der Lebensmittelbranche
Jobs in der Lebensmittelbranche

Wählen Sie einen Beruf:


Schluss mit Milchseen

Milchprodukte aus Deutschland sind weltweit gefragt, weiß Ingo Müller, der als Geschäftsführer beim Deutschen Milchkontor DMK in Bremen den Markt im Blick behält. "Die Nachfrage wird weiter steigen", ist der 41-Jährige sicher. In China, Afrika, Russland und vielen anderen Ländern steigen Lebensstandard und Milchdurst schneller als das heimische Angebot. Deutschland ist mit 31,1 Milliarden Tonnen Milch (2011) der größte Produzent in der EU.

Die Zeiten von Butterbergen und Milchseen sind schon länger vorbei, der Weltmarkt saugt derzeit Überschüsse auf.

Weiter starke Schwankungen beim Milchpreis

Der Kieler Agrarökonom Prof. Holger Thiele findet es richtig, dass Milcherzeuger mit hoher Produktivität und Know-how in größere Herden investieren. "In Regionen mit höheren Grünlandanteilen wird es kaum eine wirtschaftlichere Alternative als Milchviehhaltung geben."

Allerdings müssten sich die Heusmanns und ihre Kollegen darauf einstellen, dass die Milchpreise auch in Zukunft zum Teil kräftig schwanken. Eine sehr gute Entwicklung erwartet Thiele für den Export. Der weltweite Markt werde bis 2022 um etwa 22 Prozent wachsen.

Entscheidend ist die Produktivität

Die beiden Landwirte haben sich abgewöhnt, nur auf den Kilopreis der Milch zu gucken. "Die Marge zählt." Denn hohe Milchpreise fallen oft zusammen mit hohen Preisen für Futtermittel. Entscheidend sei die Produktivität. Der Hof Junkernhose mit 250 Hektar Land ist zwar kein Familienbauernhof mehr, aber mit einem halben Dutzend Melkern, Arbeitern und Auszubildenden bleiben die Personalkosten überschaubar.

Zum wirtschaftlichen Erfolg trägt auch Bodo Heusmanns Ausbildung als Tierarzt bei - und das nicht nur, weil er die Herde selbst behandelt. "Ich setze auf Prävention", sagt der 42-Jährige. Er sieht die Tiere jeden Tag und merkt frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt. Vieles lasse sich über das Futter und eine stressfreie Umgebung regeln. Hormone setzt er nur ein, um Fruchtbarkeitsstörungen bei Kühen zu behandeln. "Wir sind da sehr zurückhaltend."

Kein Platz für Romantik

Jede Kuh kann in einer eigenen Box auf Stroh liegen, die Tiere haben Platz zum Laufen. Zu fressen gibt es eine Mischung aus Mais- und Grassilage sowie Getreide. "Die sind ein bisschen wie Pauschaltouristen", meint Heusmann. Essen, trinken, schlafen.

Auf Weidegang müssen die Tiere allerdings verzichten, obwohl die Wiesen gleich hinter dem Hof beginnen. Bei einer so großen Herde sei das nicht mehr machbar. Kritik, fehlender Weidegang könne zu Verhaltensauffälligkeiten und Verletzungen bei den Tieren führen, weist der Landwirt zurück. Es komme auf die Haltungsbedingungen und den Stall an.

Die Heusmanns haben großes Interesse am Wohlergehen ihrer Kühe, die bei bis zu 50 Litern Milch pro Tag Höchstleitungen bringen müssen - für Romantik ist aber kein Platz. Wenn die Tiere nach drei oder vier Jahren in der Milchleistung nachlassen oder Probleme bekommen, heißt die nüchterne Entscheidung: Schlachthof.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal