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ThyssenKrupp-Chef Hiesinger gibt Fehler zu


Konzern in der Krise  

ThyssenKrupp-Chef gibt Fehler zu

17.01.2014, 16:50 Uhr | dpa, t-online.de

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger gibt Fehler zu. ThyssenKrupp-Chef Hiesinger hat sich selbstkritisch zu Managementpatzern in der Vergangenheit geäußert (Quelle: Reuters)

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger hat sich selbstkritisch zu Managementpatzern in der Vergangenheit geäußert (Quelle: Reuters)

ThyssenKrupp hat sich neu ausrichten und dabei herbe Schlappen einstecken müssen. Der angeschlagene Industriekonzern leidet weiter massiv unter Fehlentwicklungen aus der Vergangenheit. Und die hat Vorstandschef Heinrich Hiesinger jetzt eingestanden.

Trotz Rückschlägen auf gutem Weg

Bis heute lasteten die misslungenen Investitionen in das Stahlgeschäft in Übersee "bleischwer" auf ThyssenKrupp, räumte Hiesinger bei der Hauptversammlung in Bochum ein. Trotz Rückschlägen sei der Umbau aber auf einem guten Weg, sagte der Konzernchef.

Nach einem weiteren Verlust von 1,5 Milliarden Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr 2012/2013 sollen die Anteilseigner zum zweiten Mal in Folge auf eine Dividende verzichten. "Wir müssen und wir werden ThyssenKrupp wieder zu einem erfolgreichen Unternehmen machen, das kontinuierlich Gewinne erwirtschaftet", kündigte der Manager an.

Nettoverschuldung reduziert

Hiesinger verwies etwa auf die auf fünf Milliarden Euro gesenkten Nettoschulden. Zudem habe der Konzern erstmals seit sechs Jahren wieder mehr Geld eingenommen als ausgeben. Im laufenden Jahr will sich ThyssenKrupp nach eigenen Angaben wieder in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses bewegen.

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"Die Lage bei ThyssenKrupp ist nicht sonderlich stabil", stellte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fest. Vor allem der gescheiterte Verkauf des Krisen-Stahlwerks in Brasilien hänge wie ein "Damoklesschwert" über dem Unternehmen.

Fehlinvestitionen in Milliardenhöhe

Der Konzern ist nach fehlgeschlagenen Milliarden-Investitionen in neue Stahlwerke in Übersee und mehreren Kartellskandalen in Schieflage geraten. In den vergangenen drei Geschäftsjahren fielen jeweils Verluste in Milliardenhöhe an.

Die Eigenkapitalquote ist bedrohlich gesunken. Zudem muss der Konzern den längst perfekt geglaubten Verkauf der Edelstahltochter Inoxum zum Teil rückabwickeln. Auch der angekündigte Verkauf des Stahlwerks in Brasilien gelang nicht.

Konzern hat "messbare Erfolge" erzielt

"Wer nicht nur auf den Jahresfehlbetrag schaut, sondern alle wichtigen operativen Kennzahlen des Unternehmens im Blick hat, der wird feststellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und messbare Erfolge erzielt haben", sagte Hiesinger.

Die Umsetzung könne jedoch nur in mehreren Schritten erreicht werden und hinterlasse Spuren in den Finanzkennzahlen. Das Unternehmen stecke mitten im größten Konzernumbau seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999.

Aktionäre um Geduld gebeten

Für die Zukunft kündigte der Konzernchef einen deutlichen Ausbau des Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfts an. Nur noch weniger als 30 Prozent des Umsatzes entfielen auf die Stahlproduktion, rund 70 Prozent würden schon heute im Geschäft mit Industriegütern und Dienstleistungen erwirtschaftet. Hiesinger bat die Aktionäre um Geduld. "Der Umbau braucht Zeit."

Dabei intensiviert der Konzern den Kampf gegen Korruption und Kartelle im eigenen Haus. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag, dafür ein eigenes Vorstandsressort zu schaffen. Die Aufgabe übernimmt der frühere Chefjustiziar des Handelskonzerns Metro, Donatus Kaufmann.

Teure Preismauscheleien

ThyssenKrupp war in den vergangenen Jahren in zahlreiche Kartellfälle etwa bei Rolltreppen und Schienen verwickelt. Dafür fielen hohe Strafen an. Derzeit laufen noch Ermittlungen des Bundeskartellamtes wegen möglicher Preisabsprachen bei Blechen für die Autoindustrie.

Mit einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung hatte sich ThyssenKrupp im vergangenen Jahr etwas Luft verschafft. In der Folge stieg der Anteil des schwedischen Finanzinvestors Cevian auf knapp elf Prozent, während die Krupp-Stiftung ihre Sperrminorität von gut 25 Prozent verlor.

Kapitalerhöhung geplant

Trotz des frischen Geldes bleibt die Eigenkapitalquote weiter die mit Abstand schwächste aller Industrieunternehmen im DAX. Um weitere Spielräume zu erhalten, sollten die Aktionäre neue Finanzierungsoptionen absegnen. Unter anderem will das Unternehmen eine Kapitalerhöhung um bis zu 25 Prozent durchziehen können.

Konkrete Pläne gibt es laut Finanzchef Guido Kerkhoff derzeit aber nicht. Die Aktionäre sollen auch der Bestellung von Ex-Telekom-Chef René Obermann in den Aufsichtsrat des Konzerns zustimmen. Die Personalie hatte bereits vor der Versammlung für Kritik gesorgt.

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