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Prognose des Internationalen Währungsfonds: Weltwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf


IWF-Prognose  

Weltwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf

21.01.2014, 16:33 Uhr | rtr, t-online.de, dpa

Prognose des Internationalen Währungsfonds: Weltwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf. China sagt der IWF für 2014 und 2015 ein besonders kräftiges Wirtschaftswachstum voraus (Quelle: dpa)

China sagt der IWF für 2014 und 2015 ein besonders kräftiges Wirtschaftswachstum voraus (Quelle: dpa)

Die globale Wirtschaft nimmt offenbar wieder Fahrt auf: Die Aussichten für die kommenden Jahre sind nach neuen Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich strahlender als bisher: Deutschland, Europa und die Welt stehen demnach so gut da wie lange nicht mehr. Doch trotz der positiven Prognose sei das Risiko einer neuen Krise längst nicht gebannt, warnen die Ökonomen in ihrem jetzt in Washington vorgelegten Konjunkturausblick.

Prognose leicht angehoben

Die Erholung sowohl in den Industriestaaten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern sei sehr zerbrechlich, erklärte die Finanzorganisation. Für dieses Jahr rechnet der IWF mit einem globalen Wachstum von 3,7 Prozent - eine leichte Anhebung der letzten Prognose im Herbst. 2015 liege das Plus wie schon damals angenommen bei 3,9 Prozent.

Auch für Deutschland verbesserte der Währungsfonds seine Schätzung ein wenig: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in der Bundesrepublik in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen (statt 1,4 Prozent) und 2015 dann um 1,4 Prozent (statt 1,3 Prozent).

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Industrieländer kommen aus der Talsohle

Angetrieben wird die Konjunktur weltweit dem IWF zufolge von wesentlich besseren Zahlen in den Industrieländern. So lege die Eurozone nach zwei Jahren Rezession 2014 um 1,0 Prozent zu. 2015 seien es voraussichtlich 1,4 Prozent Zuwachs.

Vor allem Spanien kommt in der Prognose mit einem BIP-Anstieg von 0,6 und 0,8 Prozent viel positiver weg - bisher waren es 0,2 und 0,5 Prozent. Besser als zuvor angenommen würden dieses Jahr auch Großbritannien und Japan abschneiden, auch wenn sich in beiden Ländern die Lage 2015 dann merklicher als zunächst erwartet abkühle.

Der Primus in Europa ist wohl Großbritannien. Der Fonds erhöhte seine Schätzungen für das Vereinigte Königreich für 2014 um 0,6 Punkte auf 2,4 Prozent und für 2015 um 0,2 Punkte auf 2,2 Prozent.

Deflation könnte drohen

Dennoch lauerten viele Risiken. Dazu gehöre die niedrige Inflation, besonders in der Eurozone. Die Wahrscheinlichkeit einer Deflation sei erhöht, zumal die Notenbanken kaum noch Spielräume für Zinssenkungen hätten. Die Entwicklung hänge zudem davon ab, dass die Zentralbanken ihre Konjunkturhilfen nicht überstürzt verringerten.

Schwellen- und Entwicklungsländer müssten Zeit bekommen, sich auf den Kapitalabfluss einzustellen, wenn die Zinsen in anderen Staaten wieder stiegen. Auch für Stabilität des Finanzwesens müsse vielerorts mehr getan werden.

US-Wirtschaft im Aufwind

Gut entwickelt sich laut der Prognose die US-Wirtschaft, die 2014 um 2,8 Prozent wachsen soll und damit um 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet. 2013 habe das Plus dort noch 1,9 Prozent betragen. 2015 sehe es aber für die größte Volkswirtschaft der Welt nicht mehr so rosig aus wie bisher angenommen. In die Zukunft verschobene Einschnitte im Staatshaushalt ließen die Prognose von 3,4 auf 3,0 Prozent sinken.

Kräftig aufwärts geht es in den aufstrebenden Staaten, vor allem in China mit 7,5 und 7,3 Prozent Plus in diesem und im nächsten Jahr. Auch Indien und afrikanische Länder südlich der Sahara behielten ihre Rolle als Wachstumsmotoren. Es seien aber nahezu überall strukturelle und politische Reformen nötig, um das Tempo halten zu können.

Schlechte Aussichten für Russland

Eine große Abwärtskorrektur um jeweils einen Prozentpunkt auf 2,0 und 2,5 Prozent gab es für Russland. Politische Unsicherheit und geringe Investitionsbereitschaft bereiteten dem Land Probleme. Das gelte im kleineren Ausmaß auch für Brasilien.

Und noch eine schlechte Nachricht für die Bundesrepublik: Der Welthandel dürfte nach Analysen des Fonds in den kommenden Jahren deutlich weniger stark zulegen als bisher erwartet. Dennoch sei noch eine Beschleunigung auf 4,5 Prozent in diesem Jahr und 5,2 Prozent im nächsten Jahr nach nur 2,7 Prozent in 2013 zu erwarten.

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