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Neue Berechnung: So schrumpft die Statistik Europas Schulden


Statistischer Trick  

Wie Europas Schulden kleingerechnet werden

21.01.2014, 14:41 Uhr | t-online.de - sia, mit Material von Reuters

Neue Berechnung: So schrumpft die Statistik Europas Schulden. Die neue Berechnung des Bruttoinlandsprodukts entlastet die Euro-Staaten - zumindest auf dem Papier (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die neue Berechnung des Bruttoinlandsprodukts entlastet die Euro-Staaten - zumindest auf dem Papier (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Schuldenstaaten Europas wie Spanien und Italien fahren einen strengen Sparkurs, und auch Länder mit vergleichsweise stabiler Wirtschaft wie Deutschland haben sich das Sparen auf die Fahnen geschrieben. Gute Nachricht kam kürzlich von der Statistikbehörde Eurostat: Weil ab September 2014 die Wirtschaftsstatistiken anders berechnet werden, schrumpfen die Schuldenberge der EU-Länder quasi von allein.

BIP steigt, Schuldenstand sinkt

Mit dem Wechsel auf das "European System of National and Regional Accounts" (ESA 2010) stellt die EU die Erhebung auf eine global geltende Norm um, die in den USA bereits seit August 2013 zur Anwendung kommt. Dort hatte die Einführung dazu geführt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2010 bis 2012 sogar 3,5 Prozent höher beziffert wurde und die Schuldenquote um zwei Prozentpunkte sank.

Die Neuerung der Statistiker dürfte sich in Europa allerdings nicht ganz so stark auswirken wie in Amerika. Denn die wichtigste Veränderung besteht darin, dass das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, künftig als Investition verbucht wird. Diese Summe liegt in den USA deutlich höher als in Europa.

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Auswirkungen der BIP-Neuberechnung auf Wirtschaftsleistung und Schuldenstand

Land

BIP-Anstieg

Schuldenstand
(aktuell)

Schuldenstand nach Umstellung in Prozent

in Prozent

mit geringer
Korrektur

mit stärkster
Korrektur

Deutschland

2-3%

79,9

78,2

77,4

Frankreich

2-3%

93,8

92,0

91.1

Italien

1-2%

133,6

132,3

131,0

Spanien

1-2%

94,6

93,7

92,8

Niederlande

3-4%

75,2

73,0

72,3

Belgien

2-3%

101,0

99,0

98,1

Österreich

3-4%

75,2

73,0

72,3

Griechenland

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Finnland

4-5%

58,9

56,7

56,1

Portugal

1-2%

129,2

127,9

126,7

Irland

1-2%

126,9

125,7

124,5

Slowakei

1-2%

56,4

55,8

55,1

Luxemburg

1-2%

24,7

24,4

24,2

Slowenien

1-2%

63,4

62,7

62,1

Zypern

k.A.

113,4

k.A.

k.A.

Malta

k.A.

72,9

k.A.

k.A.

Estland

1-2%

10,2

10,1

10,0

Eurozone

2,4%

96,3

94,0

94,0

Großbritannien

3-4%

90,1

87,5

86,6

Schweden

4-5%

41,3

39,7

39,3

Dänemark

2-3%

44,3

43,4

43,0

Quelle: Société Générale


Rüstungsausgaben sind bald Investitionen

Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes weitgehend heraus. Zudem greift die Anpassung bei staatlichen Rüstungsausgaben: Die Anschaffungen fürs Militär fallen nicht mehr unter den Staatskonsum, sondern werden ebenfalls als Investitionen behandelt. Pensionsansprüche und Versicherungen werden ebenso anders bewertet.

Auch innerhalb der EU-Länder wird die Wirkung von ESA 2010 laut Eurostat unterschiedlich ausfallen. In Lettland, Litauen, Ungarn, Polen und Rumänien dürfte die Wirtschaftsleistung um höchstens ein Prozent zulegen. In Belgien, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden wird der Anstieg der EU zufolge zwei bis drei Prozent betragen und in Österreich und Großbritannien drei bis vier Prozent.

Wirtschaftsleistung klettert auf 82 Milliarden Euro

Den kräftigsten Effekt können Finnland und Schweden erwarten: Dort soll die Neuberechnung die Wirtschaftsleistung um vier bis fünf Prozent erhöhen. Für Deutschland dürfte das nach den neuen Regeln ermittelte BIP drei Prozent über den bislang errechneten 2736 Milliarden Euro liegen, schätzt das Statistische Bundesamt. Damit würde die Wirtschaftsleistung immerhin um rund 82 Milliarden Euro klettern.

Zugleich würde sich die Schuldenquote der Bundesrepublik verringern. Derzeit liegt der Schuldenstand bei knapp 80 Prozent des BIP. Bei einer höheren Wirtschaftsleistung sinkt der Schuldenstand, ohne dass sich an der Höhe der Verbindlichkeiten etwas ändert. Nach Reuters-Berechnungen würde die neu ermittelte Schuldenquote 2013 nur noch rund 76 Prozent betragen.

Großbritanniens Schulden sinken am stärksten

Ähnlich dürften sich die Zahlen in den meisten anderen EU-Staaten entwickeln. Der Schuldenstand in Italien reduzierte sich der Société Générale zufolge von 133,6 auf 131 Prozent und in Belgien von 101 auf nur 98,1 Prozent. Mit am stärksten werden demnach Großbritanniens Schulden sinken, und zwar von 90,1 auf bis zu 86,6 Prozent.

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