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Wie Fraport an der Kauflaune von Fluggästen profitiert


Luxusuhren, Kaviar und Co.  

Wie Fraport an der Kauflaune von Fluggästen profitiert

22.01.2014, 16:42 Uhr | dpa

Wie Fraport an der Kauflaune von Fluggästen profitiert . Fast die Hälfte des Fraport-Gewinns vor Zinsen und Steuern stammte nach den ersten neun Monaten 2013 aus dem Einzelhandel (Quelle: dpa)

Fast die Hälfte des Fraport-Gewinns vor Zinsen und Steuern stammte nach den ersten neun Monaten 2013 aus dem Einzelhandel (Quelle: dpa)

Wer meint, Flughäfen verdienen das meiste Geld durch die Fluggesellschaften, der irrt. Die meisten Airports profitieren davon, dass die Passagiere in den angeschlossenen Shopping-Malls eine Menge Geld lassen.

Vier Euro sind die magische Zahl für Frankfurts Flughafenchef Stefan Schulte. So viel Einzelhandelsumsatz soll beim größten deutschen Flughafenbetreiber im Schnitt hängenbleiben, wenn ein Passagier seine Terminals nutzt.

Aktuell fehlen noch rund 50 Cent, aber der Einzelhandel ist zusammen mit den Vermietungen auch so schon der Goldesel des Konzerns: Fast die Hälfte des Fraport-Gewinns vor Zinsen und Steuern stammte nach den ersten neun Monaten 2013 aus diesem Segment.

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Luxusuhren und Kaviar

Für deutliche Steigerungen sorgte zuletzt der neue Flugsteig A-Plus, den Fluggäste nur erreichen, wenn sie zuvor einen sogenannten Marktplatz durchschritten haben, auf dem allerlei schöne Dinge feilgeboten werden. Noch luxuriöser geht es im Transit-Bereich für die interkontinentalen Gäste aus Asien, Russland oder Arabien zu. Dort werden auch Luxusuhren oder Kaviar in Großmengen an die solvente Kundschaft gebracht.

Fraport verdient über die Ladenmieten und eine Umsatzbeteiligung an der Kauflaune der Fluggäste mit. Das zweite große Drehkreuz des Landes, der Flughafen München, geht einen anderen Weg. Über die hundertprozentige Tochter Eurotrade besorgen die Münchner den Löwenanteil des Einzelhandels gleich selbst.

Egal ob eleganter Marken-Shop, Uhren und Schmuck oder Presse und Reisebedarf, die Läden werden von Eurotrade selbst geschmissen, was zu höheren Erlösen, aber auch zu einem höheren Aufwand führt. Sogar ein eigenes Bier wird angeboten, das Air-Bräu.

Fokus auf internationale Reisende

Handelsexperte Egbert Wege von der Beratungsgesellschaft Roland Berger sieht beide deutschen Drehkreuze auf einem guten Weg: "Sie fokussieren sich gut auf die digitalen Optionen zur Kundenkommunikation und die wichtigste Kundengruppe, die internationalen Reisenden."

Diese hätten ganz andere Bedürfnisse als europäische Vielflieger. Getrieben wird das Geschäft an den Airports von den durch Zölle und Luxussteuern bestimmten Preisunterschieden: "Für einen Chinesen etwa lohnt es sich finanziell immer, in Europa zum Beispiel Mode von Luxusmarken zu kaufen." Wenn er genug Zeit zum Aussuchen und Anprobieren hat.

Weltweit führende Flughäfen wie Changi in Singapur oder auch Kopenhagen sind nach Weges Einschätzung weiter bei der Einbindung ihrer Kunden in soziale Netzwerke und digitale Loyalitätsprogramme, obgleich die deutschen Airports bei diesen Angeboten zuletzt stark aufholten.

Haushaltswaren am Airport

Weitere interessante Warengruppen neben den üblichen Parfüms, Alkoholika und Zigaretten sind den Experten zufolge Haushaltswaren, Mode, Sportbekleidung und Elektronik, die zunehmend online und damit äußerst flexibel angeboten werden könnten. "Dann müssen sie die Ware dem Passagier nur zur Verfügung stellen und können auf großflächige Präsentationen verzichten", beschreibt Wege die mögliche Kombination.

Auf den meisten deutschen Verkehrsflughäfen sind zahlungskräftige Chinesen, Russen oder Araber aber kaum gesehene Gäste. "Die Flughäfen müssen sich verändern und bei ihren Shopping-Konzepten mehr aufs Umland schauen", sagt Handelsexperte Bernhard Persch vom Flughafenverband ADV.

Mögliche Hemmschuhe wie hohe Parkgebühren oder der generelle Hochpreisverdacht gegen Flughafen-Shops müssten kommunikativ und über Erstattungen der Parkgebühren ausgeräumt werden. "Die Parfüms sind nicht teurer als in der City und ein Schlussverkauf findet auch am Flughafen statt."

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