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Teure Altlasten: Die Vergangenheit lässt die Deutsche Bank nicht los


Teure Altlasten  

Die Vergangenheit lässt die Deutsche Bank nicht los

29.01.2014, 14:35 Uhr | dpa

Teure Altlasten: Die Vergangenheit lässt die Deutsche Bank nicht los . Deutsche-Bank-Chefs Fitschen und Jain: Rückstellungen sorgen für Gewinneinbruch   (Quelle: dpa)

Deutsche-Bank-Chefs Fitschen und Jain: Rückstellungen sorgen für Gewinneinbruch (Quelle: dpa)

Kaum eine Woche vergeht derzeit ohne böse Spitzen gegen die Deutsche Bank. Die Dauerfehde mit den Kirch-Erben sowie diverse Prüfungen von Aufsichtsbehörden weltweit kratzen am Image des deutschen Branchenprimus - und belasten das Geschäft. Egal, ob es um Untersuchungen wegen der Manipulation von Referenzzinsen oder eines ähnlichen Verdachts bei Edelmetallen und Währungen geht: Immer wieder wird die Deutsche Bank genannt.

Die Altlasten haben Deutschlands größtes Geldhaus 2013 zurückgeworfen. Die Zahlen liegen so deutlich unter den allgemeinen Erwartungen, dass das Institut sich genötigt sah, die Ergebnisse bereits rund eineinhalb Wochen vor der Bilanz-Pressekonferenz an diesem Mittwoch (29.01.) vorzulegen.

Im Gesamtjahr 2013 stand zwar unterm Strich ein Gewinn. Und der fiel sogar deutlich höher aus als im Vorjahr (315 Millionen Euro). Doch mit 1,1 Milliarden Euro blieb er weit unter den Erwartungen von Analysten, die bei mehr als drei Milliarden Euro gelegen hatten. Nachdem schon das dritte Vierteljahr enttäuscht hatte, rutsche die Deutsche Bank im Schlussquartal 2013 tief ins Minus: Von Oktober bis Dezember stand bei dem Institut unterm Strich ein Fehlbetrag von fast einer Milliarde Euro.

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Milliarden für juristische Streitigkeiten

Wie bereits 2012 verhagelten einmal mehr der Konzernumbau und milliardenschwere Prozessrisiken die Bilanz. Allein die zahlreichen juristischen Streitigkeiten etwa wegen windiger Hypothekengeschäfte in den USA vor der Finanzkrise sowie wegen der Beteiligung an den Manipulationen bei wichtigen Zinssätzen kosteten die Bank im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro. Für weitere Prozesse wurden zum Jahresende zusätzlich 2,3 Milliarden Euro zurückgelegt.

Denn aufgearbeitet ist die Vergangenheit noch lange nicht. Rund um den Globus untersuchen Aufsichtsbehörden das Geschäftsgebaren von Großbanken aus den Boomzeiten des Finanzsektors. Nach dem Libor-Skandal steht der Verdacht im Raum, dass es auch bei der Preisermittlung für Währungen und Edelmetalle nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll.

Bank suspendiert Devisenhändler

Die Deutsche Bank soll Berichten zufolge bereits mehrere Devisenhändler in New York beurlaubt haben. Das Institut bestätigte bislang lediglich, dass es von Aufsichtsbehörden kontaktiert wurde: "Die Bank unterstützt diese Untersuchungen und wird in begründeten Fällen disziplinarische Maßnahmen gegen einzelne Mitarbeiter ergreifen."

Die Führungsspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen hatte angekündigt, Regelverstöße mit schärferen internen Kontrollen einzudämmen. Die gestiegene Bedeutung von Werten wie Integrität und Nachhaltigkeit werde auch personelle Auswirkungen haben, sagte Fitschen: «Es werden nicht alle dabei sein. Die es nicht für sich als ihren Kompass zu akzeptieren bereit sind, die müssen uns verlassen.» In der Affäre um die Manipulation von Referenzzinssätzen wie dem Libor zog das Institut Konsequenzen und kündigte mehreren Händlern.

Vergleiche stehen aus

Ausgestanden ist der Fall allerdings auch nach der gegen mehrere Banken verhängten EU-Rekordbuße noch nicht. Vergleiche in den USA und Großbritannien stehen aus. Zudem beschäftigt das Thema weiterhin die deutsche Finanzaufsicht Bafin.

Bis alle Altlasten bereinigt sind, dürfte also noch einige Zeit vergehen. 2014 rechnen Jain und Fitschen jedenfalls noch nicht mit großen Gewinnsprüngen: "Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird."

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