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Überraschender Chefwechsel bei Lanxess: Chemiekonzern holt alten Bekannten an Bord


Überraschender Chefwechsel  

Chemiekonzern Lanxess holt alten Bekannten an Bord

27.01.2014, 10:41 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

Überraschender Chefwechsel bei Lanxess: Chemiekonzern holt alten Bekannten an Bord. Merck-Finanzchef Matthias Zachert kehrt zu Lanxess zurück.  (Quelle: dpa)

Merck-Finanzchef Matthias Zachert kehrt zu Lanxess zurück. (Quelle: dpa)

Der Kölner DAX-Konzern Lanxess tauscht überraschend seinen langjährigen Chef aus. Der Aufsichtsrat habe beschlossen, dass Lanxess-Chef Axel Heitmann bis Ende Februar seinen Posten niederlege, teilte das Spezialchemie-Unternehmen mit. Der Nachfolger für Heitmann steht bereits fest: Spätestens zum 15. Mai soll der frühere Lanxess-Finanzvorstand und derzeitige Merck-Finanzchef Matthias Zachert das Ruder bei Lanxess übernehmen.

Wie es heißt, sei die Trennung von Heitmann einvernehmlich erfolgt. Im Umfeld von Heitmann hieß es, dass dieser um die Auflösung seines Vertrages gebeten habe. Zu den Gründen zählten unterschiedliche Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung des Unternehmens.

"Lanxess steht vor großen Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich Marktkapazitäten und Geschäftsportfolio", begründete Lanxess-Aufsichtsratschef Rolf Stomberg den Chefwechsel. Daher sei der Zeitpunkt für eine neue Führung gekommen. Dem weltgrößten Hersteller von synthetischem Kautschuk hatte zuletzt die starke Abhängigkeit von der Reifen- und Autoindustrie zu schaffen gemacht. Gesunkene Preise und die Autokrise in Europa setzten Lanxess im vergangenen Jahr schwer zu.

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Märkte begrüßen den Führungswechsel

An der Börse wurde der angekündigte Führungswechsel positiv aufgenommen und mit einem Kurssprung honoriert. Im frühen Handel legten die Aktien von Lanxess um bis zu neun Prozent zu. Merrill Lynch hob das Papier von "Neutral" auf "Kaufen" an. Auch wenn die Analysten Lanxess mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert sehen, erwarten sie von Zachert nun weitgehende Verbesserungen.

Konzern streicht 1000 Stellen

Der bereinigte operative Gewinn dürfte 2013 aller Voraussicht nach auf 710 bis 760 Millionen Euro geschrumpft sein, nach 1,2 Milliarden Euro 2012, wie Lanxess unlängst bekräftigte. Der Konzern hatte deshalb vor wenigen Monaten ein scharfes Sparprogramm aufgelegt: Um die Erträge zu sichern, sollen bis Ende 2015 weltweit 1000 der 17.500 Stellen abgebaut werden - 300 davon in Deutschland.

Der gebürtige Hamburger Heitmann leitete Lanxess seit der Ausgliederung des Unternehmens aus dem Bayer-Konzern im Jahr 2004. Die Startbedingungen für Lanxess waren damals denkbar schlecht, als das Unternehmen schließlich Anfang 2005 an die Börse kam. "Bayers Resterampe" und "Crap Co" lauteten die wenig schmeichelhaften Attribute. Der promovierte Chemiker hatte von Bayer fast alle schwächelnden Chemiegeschäfte mitbekommen und dazu noch einen milliardenschweren Schuldenberg. Mehrere großangelegte Umbauprogramme folgten, besonders ertragsschwache Sparten wie die ABS-Kunststoffe, Faser-Geschäfte und die Papier-Chemie verkaufte Heitmann. Danach ging es aufwärts.

Aufstieg in den Leitindex

Da auch die Chemiekonjunktur Rückenwind gab, konnte Lanxess für das Geschäftsjahr 2006 erstmals eine Dividende zahlen. Heitmann baute in der Folge insbesondere das Geschäft mit synthetischem Kautschuk aus. Eine größere Übernahme war 2008 der Kauf des brasilianischen Chemiekonzerns Petroflex für rund 370 Millionen Euro. 2012 gelang Heitmann die Aufnahme von Lanxess in den DAX.

Zachert kehrt zu alter Wirkungsstätte zurück

Aufsichtsratschef Stomberg dankte Heitmann für seine Arbeit. Er habe das Unternehmen seit seiner Gründung maßgeblich geprägt und aus Lanxess einen weltweit führenden Spezialchemie-Konzern geformt. Sein Nachfolger Matthias Zachert kennt Lanxess gut. Denn der gebürtige Bonner war bereits 2004 bis 2011 Finanzvorstand von Lanxess, bevor er zum Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck als Finanzchef wechselte. Bei Merck galt Zachert zuletzt auch als einer der möglichen Nachfolger von Konzernchef Karl-Ludwig Kley.

Zachert hat sich als Finanzfachmann am Kapitalmarkt einen Namen gemacht, dort erwarb sich der Diplom-Kaufmann als eloquenter Kommunikator bei Investoren einen guten Ruf. Bis zu seinem Antritt bei Lanxess soll zwischenzeitlich Finanzvorstand Bernhard Düttmann die Aufgaben des Vorstandschefs mit übernehmen.

Merck wiederum muss sich nun auf die Suche nach einem Nachfolger für Zachert als Finanzchef begeben. Der Vorsitzende des Merck-Familienrates, Frank Stangenberg-Haverkamp, erklärte, Zachert habe in seiner dreijährigen Tätigkeit für Merck die weltweite Finanzorganisation neu ausgerichtet. "Wir verlieren einen ausgewiesenen Fachmann", sagte er. Der Gesellschafterrat des Familienkonzerns werde zu gegebener Zeit über einen Nachfolger für Zachert entscheiden.

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