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Airbus Group streicht in Deutschland mehr als 2200 Jobs


Mehrere Standorte betroffen  

Airbus Group streicht in Deutschland mehr als 2200 Jobs

28.01.2014, 12:57 Uhr | dpa

Airbus Group streicht in Deutschland mehr als 2200 Jobs. Mitarbeiter der Airbus-Tochter Cassidian protestieren gegen geplanten Stellenabbau (Quelle: dpa)

Mitarbeiter der Airbus-Tochter Cassidian protestieren gegen geplanten Stellenabbau (Quelle: dpa)

Die Pläne über den massiven Stellenabbau im Rüstungsgeschäft der Airbus Group (früher EADS) werden konkret. Vor allem Bayern und Baden-Württemberg sind hart betroffen. Allein im oberbayerischen Manching, wo unter anderem das Kampfflugzeug Eurofighter montiert wird, sollen mehr als 1000 Jobs gestrichen werden, wie heute aus Unternehmenskreisen verlautete. Am Mittag sollten die Mitarbeiter dort auf einer Betriebsversammlung informiert werden. Insgesamt stehen in Deutschland offenbar gut 2200 Stellen zur Disposition.

Die Airbus Group hatte bereits vor dem Jahreswechsel den Abbau von insgesamt bis zu 5800 Arbeitsplätzen bis 2016 angekündigt, davon allein rund 2600 in Deutschland. Die derzeit bekannten Pläne sehen für deutsche Standorte folgenden Personalabbau vor:

  • Manching (Bayern): -1010 Stellen

  • Friedrichshafen (Baden-Württemberg): -332 Stellen

  • Ulm (Baden-Württemberg): -315 Stellen

  • Unterschleißheim (Bayern): -249 Stellen*

  • Bremen: -174 Stellen

  • Ottobrunn (Bayern): -131 Stellen

  • Insgesamt: -2211 Stellen

    (*Der Standort Unterschleißheim, Zentrale der früheren Rüstungssparte Cassidian, soll geschlossen werden, die verbleibenden rund 1400 Mitarbeiter sollen vom Münchner Norden nach Ottobrunn in den Süden der Stadt ziehen.)

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Kündigungen wurden nie ausgeschlossen

Von Anfang an hatte der Konzern Kündigungen dabei nicht ausgeschlossen. "Wir schätzen derzeit, dass sich die Anzahl der Entlassungen in der gesamten Gruppe am Ende auf 1000 bis 1450 Stellen beläuft", sagte ein Sprecher.

Die IG Metall forderte vom Management erneut den Verzicht auf Kündigungen. Der Abbau müsse sozialverträglich erfolgen, sagte der für Airbus zuständige IG-Metall-Sekretär, Bernhard Stiedl. Zugleich forderte er Unterstützung von der Politik. Der Konzern bekräftigte, dass die tatsächliche Zahl der Kündigungen auch davon abhänge, "wie sehr die Angebote für freiwilligen Maßnahmen genutzt werden".

Rüstung und Raumfahrt zusammengelegt

Der frühere EADS-Konzern hatte sich zum Jahreswechsel in Airbus Group umbenannt und die schwächelnde Rüstungstochter Cassidian mit dem Raumfahrtgeschäft Astrium zur neuen Sparte Airbus Defence & Space zusammengelegt. Die Straffung des Geschäfts soll vor allem die Wehrgeschäfte des größten europäischen Luftfahrtunternehmens auf Vordermann bringen. Die neue Sparte kommt auf rund 40.000 Mitarbeiter, machte zusammengerechnet 2012 einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro.

Flugzeugbauer Airbus macht glänzende Geschäfte

Der Flugzeugbauer Airbus, der dem gesamten Konzern seinen Namen verleiht, schreibt hingegen glänzende Gewinne. 2012 stand er mit einem Umsatz von fast 38,6 Milliarden Euro für rund zwei Drittel der gesamten Erlöse des Konzerns. Mit rund 69.000 Beschäftigten arbeitet mehr als jeder zweite Konzern-Mitarbeiter für die wichtigste Tochter. Neben Toulouse ist Hamburg-Finkenwerder größter Standort.

In der Rüstung bekommt die Airbus Group die Sparpolitik der Regierungen in Europa zu spüren. Programme werden gekürzt oder gestoppt. Eigentlich wollte der Konzern den Problemen mit Größe begegnen und sich mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems zusammenschließen - und dann eine Beschäftigungsgarantie geben. Doch vor allem die Bundesregierung stemmte sich gegen die Pläne.

Da Berlin aus Sicht der IG Metall eine Mitschuld an der Misere trägt, kommen Entlassungen für sie nicht infrage. "Wir verlangen, dass die Airbus Group auf Kündigungen verzichtet", sagt Stiedl - und fügt hinzu: "Jetzt ist die Politik gefordert." Die Gewerkschaft hofft auf Hilfe aus Berlin oder München.

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