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Unprofitables Geschäft: Filialsterben bei Banken hält unvermindert an


Unprofitables Geschäft  

Filialsterben bei Banken hält unvermindert an

29.01.2014, 17:57 Uhr | sko, t-online.de

Unprofitables Geschäft: Filialsterben bei Banken hält unvermindert an. Auch in Großstädten machen immer mehr Bankschalter dicht (Quelle: dpa)

Auch in Großstädten machen immer mehr Bankschalter dicht (Quelle: dpa)

Bankkunden und Mitarbeiter der Geldhäuser sind aufgeschreckt. Nach der Ankündigung der HypoVereinsbank (HVB), die Hälfte ihrer knapp 600 Standorte dicht machen zu wollen, ist das Filialsterben wieder in aller Munde. Denn aus Sicht vieler Banken gibt es außer weiteren Schließungen für das Filialgeschäft schlichtweg keine Lösung, wie HVB-Chef Theodor Weimer im Interview mit der Zeitung "Die Welt" sagte: "Dass es zukünftig weniger Filialen geben wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche."

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"Wir - wie auch die meisten anderen Banken - schließen seit Langem jedes Jahr Filialen, im vergangenen Jahr rund 50. Das ist doch ein Sterben auf Raten", so Weimer weiter. Mit dieser Prognose steht der Top-Banker keineswegs alleine da. Nach Einschätzung der auf den Finanzmarkt spezialisierten Managementberatung Investors Marketing dürfte die Anzahl der Filialen - ausgehend von 38.000 Standorten in 2010 - bis 2020 um 15 Prozent zurückgehen und sich dann nur noch auf 32.500 belaufen.

Berücksichtigt sei dabei sogar schon, dass der Rückgang bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgrund politischer Hemmnisse wegen ihrer regionalen Verankerung etwas geringer ausfalle als bei Geschäftsbanken. Indessen erwarten laut einer Befragung von Investors Marketing unter Führungskräften aus der Finanzbranche gerade einmal elf Prozent, dass die Zahl der Filialen gleichbleiben oder sogar steigen wird.

Auch in Berlin ziehen sich die Banken zurück

Dass das Filialsterben auch in Großstädten längst in großem Stil im Gange ist, belegt eine Recherche des Berliner "Tagesspiegel". So habe die Deutsche-Bank-Tochter Berliner Bank, die 2012 noch mit über 50 Filialen in der Hauptstadt vertreten war, allein im ersten Halbjahr 2013 neun Standorte dicht gemacht. Aber auch die Berliner Volksbank habe mehrere Filialen geschlossen oder ihre Öffnungszeiten zurückgefahren. Derweil habe die Berliner Sparkasse im vergangenen Jahr über zehn Privatkundencenter zugemacht.

"An einigen Standorten ist die Kundenfrequenz so stark zurückgegangen, dass es betriebswirtschaftlich nicht mehr gerechtfertigt ist, dort ein Privatkundencenter mit mindestens drei Mitarbeitern aufrechtzuerhalten", habe eine Sprecherin der Sparkasse die Schließungen begründet.

2015 nur noch fünf Prozent der Kontakte über Filialen?

So wie die Beratungsagentur Investors Marketing rechnet auch HVB-Chef Weimer mit einer immer stärkeren Zunahme digitaler Vertriebswege: "Die Kunden (...) nutzen für ihre Bankgeschäfte lieber das Internet, Tablets und Smartphones. Im Jahr 2000 liefen 70 Prozent der Kundenkontakte über Filialen (...). 2015 werden es nur noch fünf Prozent sein", prophezeite er im "Welt"-Interview.

Für alternative Beratungen, etwa per Video, werden vor allem junge Mitarbeiter mit guten technischen Kenntnissen benötigt. Die Frage, ob mit solchen Neuerungen das Filialnetz nur für einen Verkauf aufgehübscht werde, verneinte Weimer allerdings.

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