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Bundeskartellamt ermittelt gegen die Deutsche Bahn

Fahrkartenverkauf  

Bundeskartellamt ermittelt gegen die Bahn

30.01.2014, 15:59 Uhr | dpa, t-online.de

Bundeskartellamt ermittelt gegen die Deutsche Bahn. Die Wettbewerbshüter nehmen den Fahrkartenverkauf der Bahn unter die Lupe (Quelle: dpa)

Die Wettbewerbshüter nehmen den Fahrkartenverkauf der Bahn unter die Lupe (Quelle: dpa)

Der Deutschen Bahn droht Ärger mit dem Bundeskartellamt. Die Behörde nimmt den Fahrkartenverkauf der Bahn ins Visier und prüft eine mögliche Benachteiligung von Konkurrenten. Sie leitete deshalb ein Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung gegen den Staatskonzern ein, wie das Amt mitteilte. Es gehe um die Frage, warum Wettbewerber ihre Fahrkarten nicht an den Bahnhöfen in Deutschland verkaufen könnten. Die bundeseigene Bahn hält die Bedenken für unbegründet.

"Funktionierender Wettbewerb beim Fahrkartenverkauf ist essenziell für den Wettbewerb auf der Schiene", erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Konkurrenten des bundeseigenen Unternehmens beklagten, allenfalls einen eingeschränkten Zugang zu den Vertriebskanälen der Bahn zu haben.

Auch der Vertrieb von Fahrkarten, den die Bahn für andere Unternehmen vornimmt, ist Gegenstand der Prüfung. Geklärt werden soll, inwieweit unterschiedliche Provisionshöhen beim Fahrkartenvertrieb für Wettbewerber gerechtfertigt seien. Außerdem will das Kartellamt prüfen, ob die Bahn ihre Konkurrenten zur Nutzung von Vertriebsleistungen zwingt. Kartellamtssprecher Kay Weidner sagte, es lägen mehrere Beschwerden vor. Die Namen der Unternehmen nannte er nicht.

Bahn-Vorstand hält dagegen

Die Deutsche Bahn wies den Vorwurf zurück, sie behindere Konkurrenten im Nah- und Fernverkehr beim Vertrieb ihrer Fahrscheine. Diese könnten schon heute Flächen in Bahnhöfen für eigene Zwecke anmieten, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg in Berlin. Allerdings entspreche die Forderung, Fahrkarten konkurrierender Eisenbahnunternehmen für den Fernverkehr in Bahn-Reisezentren mit zu verkaufen, nicht dem Gedanken von freiem Wettbewerb.

Auch im Nahverkehr gibt es nach Ansicht der Bahn einen funktionierenden Wettbewerb. So vertrieben andere Unternehmen ihre Tickets in Eigenregie oder über frei wählbare dritte Dienstleister. An Bahnhöfen stelle die Bahn Konkurrenten Flächen für deren Fahrkartenautomaten sogar kostenfrei zur Verfügung.

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