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Bitcoins: Ware oder Währung?


Gastkolumne  

Bitcoins: Ware oder Währung?

03.02.2014, 19:51 Uhr | Von Uwe Zimmer für t-online.de

Der Hype um Bitcoins ist entfacht, der Preis für die als virtuelle Währung gehandelten Software-Stückchen steigt und steigt und manch einer sieht sie schon als Ersatz für das Gold als Angstanlage. Dabei sind Bitcoins zunächst einmal nichts anderes als eine Ware. Käuflich, handelbar, aber derzeit noch sehr wenig kontrolliert.

Die geringe Kontrolle stammt aus den Anfängen der Bitcoins. Nerds mit schnellen Rechnern erzeugten die Code-Fetzen, die als Zahlungsmittel dienen sollten. Mit zunehmender Zeit wird es immer schwieriger, neue Bitcoins zu erzeugen, ein Ende soll eingebaut sein. Damit sind die Cyber-Münzen wie das Gold: Es gibt nur eine begrenzte Menge davon. Wollen alle ein bisschen vom großen Klumpen abhaben, steigt der Preis. Das ist geschehen, beim Gold wie bei Bitcoins.

Mehr als die Preissteigerung aber lockt bei den Bitcoins manchen Marktteilnehmer die fehlende Kontrolle. Kein Wunder, dass immer wieder von Geldwäsche die Rede ist. Gerade wurde auch der Chef einer Bitcoin-Börse verhaftet, ihm wird in den USA organisierte Geldwäsche vorgeworfen. Abschrecken wird das die Halbwelt nicht - aber anders als bei Dollar oder Euro oder selbst Gold hat das Verhalten dieser Marktteilnehmer Konsequenzen für den gesamten Handel.

Denn natürlich kann niemand verhindern, dass mit Dollars schmutzige Geschäfte gemacht werden. Oder dass manch Krimineller lieber Gold als Transaktionswährung wählt denn Euros. Auch Bitcoins sind weder gut noch böse. Aber der Handel damit ist eben nicht reguliert. Es gibt einen Markt, der allerdings in die unterschiedlichsten Modelle zerfällt. An mancher Börse werden Bitcoins gehandelt wie Legobausteine auf eBay. Auf anderen wiederum wird Sicherheit ähnlich groß geschrieben wie bei Banken, intensive Kontrollen und die eindeutige Identifikation der handelnden Personen sollen Missbrauch verhindern.

Welche der Plattformen wie mit dem anvertrauten Geld und den anvertrauten Bitcoins umgehen, ist interessant im Selbstversuch zu entdecken. Dabei aber kann es durchaus passieren, dass Geld ewig unterwegs ist oder Bitcoins nie den Weg zum Anleger finden. Es gibt aber auch sehr positive Beispiele für keinen professionellen Umgang mit Geld und Cyber-Geld. Eines aber ist klar: zur professionellen Vermögensanlage eignen sich Bitcoins derzeit noch nicht. Vielleicht wird sich dies aber in den kommenden Jahren noch ändern.

Uwe Zimmmer, Vorstand bei niiio finance group (Quelle: niiio finance group)Uwe Zimmmer (Quelle: niiio finance group)

Der Autor, Uwe Zimmer, ist Gründer und Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung in Köln. Er verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung - u.a. bei Prudential Securities, bei Hypo Capital Management und bei BB-PrivatFinanz-Service GmbH. 1998 gründete Uwe Zimmer via Management Buyout die Meridio Vermögensverwaltung und gehört als Finanzvorstand der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft in Berlin an.

-- Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de. --

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