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Gewinneinbruch bei der Deutschen Bahn


Grubes schlechtestes Ergebnis  

Gewinneinbruch bei der Deutschen Bahn

16.02.2014, 12:43 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Gewinneinbruch bei der Deutschen Bahn. Hohe Personalkosten und Rückstellungen haben der Deutschen Bahn das Konzernergebnis für 2013 verhagelt (Quelle: dpa)

Hohe Personalkosten und Rückstellungen haben der Deutschen Bahn das Konzernergebnis für 2013 verhagelt (Quelle: dpa)

Herber Schlag für die Deutsche Bahn: Der Gewinn des Konzerns ist nach "Spiegel"-Informationen im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Aufsichtsratskreisen zufolge erwirtschaftete das Unternehmen demnach 2013 einen Profit nach Steuern von 650 Millionen Euro, nicht einmal die Hälfte der 2012 verdienten 1,5 Milliarden Euro. Bahn-Chef Rüdiger Grube blickt den Angaben zufolge auf das mit Abstand schlechteste Ergebnis seiner fünfjährigen Amtszeit zurück.

Konzern muss Gewinn wohl komplett ausschütten

Das Vor-Steuer-Ergebnis der Deutschen Bahn beträgt laut "Spiegel" rund 850 Millionen Euro. Ein Bahn-Sprecher wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Er verwies auf den 27. März - dann will die Bahn ihre Bilanz offiziell vorstellen.

Weil der Bund eine Dividende von 525 Millionen Euro verlange, müsse das Unternehmen voraussichtlich fast seinen kompletten Gewinn ausschütten, berichtete das Magazin weiter. Ursprünglich sei ein Nach-Steuer-Gewinn von mehr als 1,6 Milliarden Euro angestrebt worden, doch hätten Probleme bei der Logistiktochter Schenker, gestiegene Personalkosten sowie höhere Rückstellungen das Ergebnis verhagelt.

In ihrem bisher besten Jahr 2007 hatte die Bahn bei 31,3 Milliarden Euro Umsatz ein Betriebsergebnis von 2,9 Milliarden Euro erzielt. Unterm Strich blieben damals 1,7 Milliarden Euro Gewinn.

Gegenwind für Pofalla auch von Kapitalseite

Das Nachrichtenmagazin "Focus" meldete indes vorab, dass sich nicht nur im Arbeitnehmer-Lager, sondern auch auf der Kapitalseite Widerstand gegen den geplanten Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) in den Bahnvorstand formiere.

"Insbesondere in der gegenwärtigen Diskussion um Kostensenkungen und preisliche Wettbewerbsfähigkeit wäre eine weitere Vergrößerung des Vorstands nur für diese Funktion auch im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten und die Wirkung auf die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit fragwürdig", schrieb Bahn-Aufsichtsrat Heinrich Weiss laut "Focus" an das Präsidium des Bahn-Kontrollgremiums.

Aufsichtsrat plädiert für alternative Lösung

Zum Vorstandsmitglied sollte nach Ansicht von Weiss offenbar nur bestellt werden, "wer in den betrieblichen Abläufen präsent und verwoben ist, und wer gewohnt ist, große und qualifizierte Mitarbeiterteams zu führen". Als Lösung schlug Weiss demnach vor, Pofalla die vorgesehene Aufgabe als Cheflobbyist in der Position eines "Generalbevollmächtigen" mit direkter Anbindung an Grube zu übertragen.

In Deutschland wird die Debatte über eine Übergangsfrist für Politiker vor einem Wechsel in die Wirtschaft besonders heftig geführt, seit bekannt wurde, dass Pofalla zur Deutschen Bahn gehen könnte. Eine gesetzlich vorgeschriebene Karenzzeit existiert bislang nicht.

SPD will mehr politischen Einfluss auf Bahn

Unterdessen will die SPD eine stärkere Einflussnahme des Bundes auf den Kurs der Bahn durchsetzen. Als Aktiengesellschaft handele sie eigenständig, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. "Es muss aber gewährleistet sein, dass sie verkehrspolitische Vorgaben umsetzt. Dazu gehört, dass der Bund als Eigentümer über den Aufsichtsrat die Bahn stärker steuert, damit klar ist, wo die Reise hin geht."

"Wir haben uns in der Koalition verständigt, dass die Gewinne der Bahn aus dem Schienennetz wieder vollständig in die Infrastruktur zurückfließen", sagte Bartol. Unter dieser Voraussetzung ließe sich auch die Dividende an den Bund rechtfertigen.

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