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Zwei Jahre verspätet: So sieht der neue ICE 3 aus


Zwei Jahre verspätet  

So sieht der neue ICE 3 aus

18.02.2014, 15:47 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Zwei Jahre verspätet: So sieht der neue ICE 3 aus. Äußerlich ist der ICE 3 etwas aerodynamischer gestaltet als das Vorgänger-Modell (Quelle: dpa)

Äußerlich ist der ICE 3 etwas aerodynamischer gestaltet als das Vorgänger-Modell (Quelle: dpa)

Gesunkener Energieverbrauch, äußerlich ein paar Aufhübschungen, im Inneren Verbesserungen für behinderte Fahrgäste - das sind die Vorteile des neuen ICE 3. Der große Nachteil: Hersteller Siemens ist geschlagene zwei Jahre im Verzug mit der Lieferung. Deshalb gibt es erneut Zoff.

Der neue ICE 3 vom Typ Velaro D biete den Kunden "ein echtes Plus" bei Service und Komfort, lobte Bahn-Vorstand Andreas Busemann anlässlich einer Fahrt für Journalisten mit dem Zug. Er verwies auf die neuen Deckenmonitore mit aktuellen Reiseinformationen, das "vollwertig" ausgestattete Bordrestaurant und eine bessere Einrichtung für Fahrgäste mit Behinderungen. Die ersten vier Züge der neuen Baureihe sind seit Dezember für die Bahn unterwegs - rund zwei Jahre später als ursprünglich erhofft.

Im neuen ICE gibt es 444 Sitzplätze in acht Wagen, davon 111 Plätze in der ersten Klasse. Durch das Koppeln zweier Züge lässt sich die Kapazität verdoppeln. Äußerlich seien im Vergleich zum Vorgängermodell die aerodynamisch veränderte "Kopfform" und das Dach anders gestaltet, teilten Bahn und Siemens mit.

Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte

Für Rollstuhlfahrer gibt es nun für das Einsteigen einen Hublift an den Zügen. Dafür hat die Bahn Rollstuhlfahrer aber aus der ersten Klasse verbannt: Während in anderen ICE-Zügen die Rollstuhlplätze in der ersten Klasse zu finden sind, bietet die Baureihe 407 nur zwei Plätze in Klasse Zwei.

Blinden und Sehbehinderten soll ein "taktiles Leitsystem" helfen. Insgesamt punkteten die neuen Züge außerdem durch "niedrigeren Energieverbrauch und höhere technische Zuverlässigkeit", freute sich Busemann.

Die vier neuen ICEs hatten im Dezember die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts erhalten und sind den Angaben zufolge derzeit vor allem auf der Strecke von Köln über Frankfurt am Main nach Stuttgart unterwegs. Vier weitere Züge soll Siemens bis Ende März an die Bahn übergeben. Alle acht ICEs sollen ab Mitte April in den regulären Bahn-Fahrplan integriert werden.

Komplexe Technik und jede Menge Vorgaben

Die Hochgeschwindigkeitszüge hätten eigentlich schon im Oktober 2011 ausgeliefert werden sollen. Doch wegen technischer Probleme und Streit zwischen Bahn, Siemens und dem Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde gab es immer wieder Verzögerungen. Das Zulassungsverfahren begann schließlich erst im August 2013.

Einerseits erwies sich die komplexe Technik als störanfällig, insbesondere die Computersteuerung für die Bremsen. Eine große Hürde ist aber auch die Vorgabe der Bahn, dass die neuen Züge europäische Großstädte wie Paris, London oder Brüssel anfahren können. Wie der "Spiegel" berichtet, verlangen die nationalen Bahngesellschaften jeweils eigene Bauweisen um Auslands-Konkurrenz fernzuhalten. Um doch die Grenzen passieren zu dürfen, müssten Züge daher mehrere Triebwagen in einem Gehäuse vereinen.

Die Deutsche Bahn verhandelt wegen dieser Probleme mit Siemens über weitere Entschädigungen. "Es finden Gespräche statt zu Kompensationszahlungen", sagte der zuständige Siemens-Manager Jürgen Wilder am Dienstag bei der Präsentationsfahrt des neuen Zugs. "Diese Gespräche sind bislang nicht abgeschlossen." Bereits zugesagt ist ein 17. ICE der neuen Generation, den Siemens als Ausgleich für die Verspätungen liefern will.

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