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Facebook kauft WhatsApp: Google-Manager reagiert mit Spott

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Branche in Aufruhr  

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden

21.02.2014, 13:41 Uhr | AP, AFP, t-online.de, dpa

Facebook kauft WhatsApp: Google-Manager reagiert mit Spott. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: "WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden." (Quelle: Reuters)

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: "WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden." (Quelle: Reuters)

Zwei der weltgrößten Online-Netzwerke gehören künftig zusammen: Platzhirsch Facebook schluckt den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp. "WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Bekanntgabe des überraschenden Geschäfts. Doch der Deal sorgt in der Branche für Irritationen und Spott. Die Facebook-Aktie fiel nachbörslich im US-Handel um etwa drei Prozent, hierzulande fallen die Kursverluste ähnlich aus.

Eine halbe Milliarde Nutzer

Facebook lässt sich den Zukauf insgesamt 19 Milliarden Dollar kosten (14 Milliarden Euro). Zunächst werden vier Milliarden Dollar in bar sowie Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer überwiesen. In den kommenden Jahren sollen weitere Aktien im Wert von aktuell drei Milliarden Dollar an die Gründer und Mitarbeiter des Kurznachrichten-Dienstes fließen. Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein.

Der Dienstleister hat sich als SMS-Alternative etabliert. Über die Smartphone-App können Nutzer miteinander Text- und Sprachnachrichten, Fotos oder Videos austauschen. Das Netzwerk hat mehr als 450 Millionen Nutzer, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei. Alleine in Deutschland nutzten zuletzt 30 Millionen Menschen den Dienst. Weltweit kommen täglich mehr als eine Million Nutzer hinzu, erklärte Zuckerberg. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer.

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Nach der Übernahme von Facebook: Werden Sie WhatsApp weiterhin benutzen?

Google-Manager reagiert mit Spott

Doch der Kaufpreis sorgt in der Branche für Unruhe, berichtet der "Spiegel". "Die haben wohl ein Komma nach der Eins vergessen", kommentierte ein Google-Manager. "Das ist doch durchgeknallt", sagte ein führender Yahoo-Ingenieur. Facebook-Chef Zuckerberg und WhatsApp-Gründer Koum bemühten sich in einer Telefonkonferenz mit Journalisten und Investoren, den enormen Preis zu rechtfertigen. Denn noch vor zwei Jahren galten Käufe wie der von Instagram durch Facebook für eine Milliarde Dollar, oder der Skype-Deal für acht Milliarden Dollar durch Microsoft als überteuert.

Der Branchenexperte Greg Sterling sagte, der Umfang des Deals sei derart massiv, dass er die Sorge vor einer Blase wecke. Es sei zudem unklar, wie Facebook letztlich Geld mit WhatsApp verdienen wolle. Seiner Ansicht nach resultiere der hohe Preis auch aus der Frustration über das Scheitern bei Snapchat.

Brian Blau vom Forschungsinstitut Gartner zeigte sich dagegen wenig überrascht. "Aber die Kaufsumme ist schon erstaunlich", sagte er.

Darum lohnt sich der Deal

Der Blogger und Journalist Thomas Knüwer hält dagegen die Kaufsumme nicht für überzogen. Er schreibt bei der Online-Seite "Inter Magazin", dass man Deal im Detail betrachten müsse. Denn WhatsApp kostet ab dem zweiten Jahr jährlich 99 US-Cent (langjährige Nutzer sind wohl von der Regel ausgeschlossen). Rechne man mit 300 Millionen zahlenden Nutzern, würden jährlich rund 300 Millionen Dollar nur durch die Gebühren in die Kassen gespült, erklärt Knüwer.

Gleichzeitig sei die Kostenbasis überschaubar: "Whatsapp beschäftigt 32 Programmierer, vielleicht kommt noch ein wenig Backoffice hinzu. Natürlich kosten Server und Datenleitungen, doch die meisten, ausgetauschten Nachrichten dürften textbasiert sein und somit wenig Daten produzieren", fügt er hinzu. "Oder um es platt zu sagen: Whatsapp ist höchst profitabel", so der Journalist.

Zuckerberg sieht hohen Wert anhand der Nutzerzahl

"WhatsApp ist auf dem besten Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden", begründete Zuckerberg die hohe Kaufsumme für ein Unternehmen mit gerade einmal 55 Mitarbeitern. "Dienste, die eine Milliarde Nutzer haben, sind unglaublich wertvoll", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die waren aber zunächst nicht überzeugt.

Wie sich der hohe Kaufpreis letztlich rechnen soll, ließ Zuckerberg jedoch offen. Zunächst einmal gehe es darum, dass der Dienst weiter wachse auf "eine, zwei oder drei Milliarden Mitglieder", sagte Zuckerberg. "Es gibt mehrere Wege, wie wir damit Geld verdienen können."

Der Konkurrenzkampf tobt

Die Summe scheint überhöht zu sein, wenn man die Reaktionen der Rivalen betrachtet. Vielleicht spielt aber dabei auch ein bisschen Neid eine Rolle. Laut einem Bericht des Technologie-Blogs "The Information" hatte auch Google ein Auge auf WhatsApp geworfen. Der Internet-Konzern habe der Kurznachrichten-Firma allein schon Geld dafür geboten, über das Auftauchen anderer Interessenten zu informieren.

Als fragwürdig kann der Deal zudem angesehen werden, da Facebook bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen hat. Dieser soll auch parallel weiterentwickelt werden. Allerdings kaufte Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten. Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von alleine verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor Kurzem für drei Milliarden Dollar kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab.

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler Rakuten für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber übernahm und kann daher als deutliches Signal in einem harten Konkurrenzkampf gelten. Jede Schwäche wird in dem Geschäft bestraft: Als Twitter vor wenigen Wochen schwaches Nutzerwachstum verkünden musste, brach der Börsenkurs sofort ein.

Immer mehr Teenager verlassen Facebook

Der Zukauf folgt auch auf immer wiederkehrende Medienberichte, dass viele junge Nutzer Facebook den Rücken kehrten und zu alternativen Diensten wie eben WhatsApp gingen. Diese Sorge hatte zwischenzeitlich zu deutlichen Kursverlusten geführt. Auf die Frage eines Analysten, ob die Nutzer bei WhatsApp denn jünger seien, konnte Facebook-Finanzchef David Ebersmann aber keine Auskunft geben: "Der Dienst fragt nicht nach dem Alter, wenn man sich anmeldet." Man wisse bisher auch nicht, wie groß die Überschneidung zwischen den Nutzer-Gemeinden ist.

Unternehmen beruhigt User

"Für Sie, unsere Nutzer wird sich folgendes ändern: Nichts." Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen, erklärte die Firma in einem Blogeintrag. "WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren", hieß es. Auch Zuckerberg versicherte, dass das WhatsApp-Team seine Unabhängigkeit behalten werde.

Vom armen Einwanderer zum Milliardär

Für den 37-jährigen WhatsApp-Mitgründer Jan Koum krönt der Deal mit Facebook einen märchenhaften Aufstieg aus ärmsten Verhältnissen zum Milliardär. Er wuchs in einem Dorf in der Ukraine auf und kam Anfang der 90er Jahre als Teenager mit seiner Mutter in die USA. Dort waren sie zunächst auf Sozialhilfe angewiesen. Koums Anteil an WhatsApp sei 6,8 Milliarden Dollar wert, hieß es.

Die Erlebnisse seiner Jugendzeit hätten ihn und WhatsApp entscheidend geprägt, sagte Koum. Die Überwachung im Sowjet-Regime habe seinen Sinn für Datenschutz geschärft. Und der einstige Wunsch, mit seinem Vater zu kommunizieren, der in der Ukraine geblieben war, habe ihm den Wert eines Dienstes wie WhatsApp gezeigt. "Wir wollten eine App entwickeln, die eine 60-jährige Oma ohne jegliche Computer-Kenntnisse nutzen könnte", sagte er.

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