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Deutsche Bahn hat ein marodes Schienennetz – eine Zinsfalle droht


Schuldner mit Makel  

Marodes Netz könnte Bahn in die Zinsfalle treiben

24.02.2014, 11:10 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Deutsche Bahn hat ein marodes Schienennetz – eine Zinsfalle droht. Die Deutsche Bahn hat ein großes Problem mit einem durch und durch veralteten Schienennetz (Quelle: imago/STAR-MEDIA)

Die Deutsche Bahn hat ein großes Problem mit einem durch und durch veralteten Schienennetz (Quelle: imago/STAR-MEDIA)

Die Abteilung Finanzen der Deutschen Bahn hat derzeit allen Grund zur Sorge. Vor Kurzem hieß es, der Gewinn 2013 sei gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte eingebrochen. Nun drohen auch noch höhere Zinsen.

Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert befürchtet stark steigende Zinsausgaben für die Deutsche Bahn. "Wenn nicht ganz schnell deutlich mehr Geld ins Schienennetz fließt, verkommt die Infrastruktur, und die Bahn droht ihr Double-A-Rating zu verlieren", sagte Burkert der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Steigt das Durchschnittsalter der Anlagen, sinkt deren Wert. "Und das wird sich zwangsläufig irgendwann auf das Rating des Konzerns auswirken", sagte Burkert der "SZ". Denn das Netz dient als Sicherheit für ein Darlehen, vergleichbar mit Verbrauchern, die einen Kredit mit einer Hypothek absichern.

Die gute Bewertung der Kreditwürdigkeit durch große Ratingagenturen ermöglicht es der Bahn bislang, sich zinsgünstig Geld zu leihen. Bei einer Herabstufung der Bonität müsste der bundeseigene Konzern nach Einschätzung Burkerts "pro Jahr bis zu 180 Millionen Euro mehr an Zinsen zahlen". Mitte 2013 hatte die Bahn Schulden von knapp 17 Milliarden Euro.

Bahn-Chef: Es fehlen 30 Milliarden Euro

Wie schlimm es um die Infrastruktur für die Züge steht, hatte Bahnchef Rüdiger Grube erst Ende November drastisch beschrieben. "Allein ein Drittel unserer 3397 Stellwerke stammt noch aus Kaiserzeiten. Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren." Bei 1400 Brücken bestehe dringender Sanierungsbedarf, mit der derzeitigen Finanzausstattung könne die Deutsche Bahn aber nur 125 Brücken pro Jahr schaffen. Insgesamt fehlten 30 Milliarden Euro.

Bisher gibt der Bund für den Erhalt des knapp 34.000 Kilometer langen Netzes jährlich 2,5 Milliarden Euro. Für 2013 und 2014 wurden die Mittel um je 250 Millionen Euro aufgestockt. Zum Geld des Bundes steuert die Bahn jährlich 500 Millionen Euro aus eigenen Mitteln für den Erhalt bei.

Alexander Dobrindt (CSU), Verkehrsminister der schwarz-roten Bundesregierung, reagierte bisher sehr zurückhaltend auf die Forderung nach mehr Geld. Zunächst soll es Messfahrten geben, um den Zustand des Schienennetzes einzuordnen. "Davon will ich mich dann mal selber überzeugen, ob dies dann so stimmt, wie es geschildert wird", hatte Dobrindt Ende Januar gesagt.

Stromrabatte stehen auf der Kippe

Die Finanznot noch verschärfen könnte der drohende Wegfall der Stromrabatte. Die Befreiung von weiten Teilen der EEG-Umlage spart der Bahn und ihren Konkurrenten laut der Gewerkschaft EVG jährlich 500 Millionen Euro. Die EEG-Ausnahmen sind aber nach Meinung der EU-Kommission ein möglicher Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Daher läuft ein Verfahren gegen Deutschland.

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