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Vermögen in Deutschland: Kluft zwischen Arm und Reich ist am tiefsten


Studie vergleich Eurozone  

Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland am tiefsten

26.02.2014, 15:20 Uhr | t-online.de , AFP

Vermögen in Deutschland: Kluft zwischen Arm und Reich ist am tiefsten. Passanten in der Königstraße in Stuttgart (Quelle: dpa)

Passanten in der Königstraße in Stuttgart (Quelle: dpa)

Der eine badet in Geld, der andere steckt tief in den Miesen: In keinem Land der Eurozone sind einer Studie zufolge die Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland. Der durchschnittliche Besitz von Arbeitslosen ist seit dem Jahr 2002 sogar fast um die Hälfte geschrumpft.

20 Prozent der Bundesbürger ohne Vermögen

Die deutsche Wirtschaft ist robust, der Arbeitsmarkt stabil, dennoch ist die Kluft zwischen Arm und Reich nirgendwo in Euroland so groß wie in der Bundesrepublik: Während das reichste Prozent der deutschen Bevölkerung ein Vermögen von mindestens 800.000 Euro pro Person besitzt, verfügt gut ein Fünftel aller Erwachsenen in Deutschland über gar kein Vermögen.

Das hat eine vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vorgestellte und von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie ergeben. Die Studienautoren verwendeten für den europäischen Vergleich der Vermögensungleichheit den so genannten Gini-Koeffizient. Der Wert Eins besagt in dem Fall, dass die Ungleichheit maximal ausgeprägt ist, bei Null ist sie minimal.

Größte Unterschiede in der Eurozone

Deutschland lag demnach 2012 bei einem Wert von 0,78. Einen höheren Wert hatte kein Land der Währungsunion. In Frankreich lag der Gini-Koeffizient der Studie zufolge zuletzt bei einem Wert von 0,68, in Italien bei 0,61 und in der Slowakei bei 0,45. Weltweit betrachtet lag in den USA die Vermögensungleichheit mit einem Wert von 0,87 höher als in Deutschland.

Bereits frühere Untersuchungen hatten die Vermögensungleichheit in Deutschland im europäischen Vergleich gezeigt. Allerdings verschlechterte sich laut der Untersuchung die Vermögenslage der Arbeitslosen weiter - wohl als Folge der Hartz-Reformen.

Besitz von Arbeitslosen halbiert

Während Arbeitslose im Jahr 2002 im Schnitt noch rund 30.000 Euro Vermögen besaßen, schrumpfte der Betrag binnen zehn Jahren auf etwa 18.000 Euro.

Die wichtigste Rolle dürfte dabei laut den Experten spielen, dass vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zunächst der größte Teil eines Vermögens aufgebraucht werden muss. Als Folge verfügten demnach 2012 fast zwei Drittel der Arbeitslosen über kein Vermögen oder hatten sogar Schulden.

Wie die DIW-Experten weiter ermittelten, verfügten die Erwachsenen in Deutschland 2012 über ein Bruttovermögen von insgesamt 7,4 Billionen Euro. Dem standen Schulden in Höhe von 1,1 Billionen Euro gegenüber. Mit 5,1 Billionen Euro stellten Immobilien- und Grundbesitz die größten Werte dar.

Deutsche verfügen im Schnitt über 29.000 Euro

Rund 47 Prozent der Erwachsenen verfügten demnach über Geldvermögen, im Schnitt betrug dies 29.000 Euro. Etwa 51 Prozent aller Erwachsenen verfügten über Vermögen in Form von privaten Versicherungen oder Bausparverträgen, der Durchschnittswert lag hier bei 18.000 Euro.

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