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Jürgen Fitschen in Rage: Deutsche-Bank-Co-Chef greift Kritiker an


Jürgen Fitschen in Rage  

Deutsche-Bank-Co-Chef greift Kritiker an

28.02.2014, 20:47 Uhr | rtr, t-online.de

Jürgen Fitschen in Rage: Deutsche-Bank-Co-Chef greift Kritiker an. Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen ist gegen Bankenkritiker in die Offensive gegangen (Quelle: imago/Hannelore Förster)

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen ist gegen Bankenkritiker in die Offensive gegangen (Quelle: imago/Hannelore Förster)

Die Deutsche Bank steht unter Dauerbeschuss - ob durch den Zahlen-Schock im Schlussquartal 2013, die erst kürzlich beigelegte Fehde mit den Kirch-Erben, Prüfungen von Aufsichtsbehörden weltweit oder Untersuchungen wegen Manipulation von Referenzzinsen, Edelmetallen und Devisen. Co-Chef Jürgen Fitschen ist jetzt offenbar der Geduldsfaden gerissen. Auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt hat der Manager Bankenkritiker aus Politik und Wissenschaft heftig angegriffen.

Die Fortschritte, die der Finanzsektor in den vergangenen Jahren gemacht habe, würden überhaupt nicht gewürdigt, sagte Fitschen am Freitag bei der Podiumsdiskussion in Frankfurt dem Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick von den Grünen. Finanzexperte Schick gehört zu jenen Bankengegnern, die bezweifeln, dass die Finanzkrise gemeistert ist und sich "alle Beteiligten ein wenig auf die Schulter klopfen können", wie der "Spiegel" schreibt.

Kein Verständnis für Zweifler

Fitschen zeigte wenig Verständnis für solche Skepsis. "Wenn Sie Zweifel haben, Herr Schick, vielleicht geht es, dass Sie mal zu unserer Vorstandssitzung kommen", schlug der Manager vor. "Ich glaube, Sie wären überrascht, was wir da alles so besprechen."

Weiter kritisierte Fitschen die Ansicht, dass die Bilanzprüfung und der Stresstest der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr zu keinem Ergebnis führen würden. "Das finde ich arrogant und respektlos", zitiert das Magazin den Deutsche-Bank-Co-Chef.

Utopische Forderungen kritisiert

Auch mit Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut, der deutlich höhere Kapitalpuffer für Banken fordert, geriet Fitschen aneinander. Hellwig ist Mitautor des Buches "Des Bankers neue Kleider", das scharf mit der Bankenbranche abrechnet und für eine härtete Reglementierung der Finanzinstitute plädiert. Ihm warf Fitschen vor, er sitze im Elfenbeinturm und stelle utopische Forderungen, statt pragmatische Lösungen zu suchen.

Auch Hellwigs Forderung, dass Geldhäuser kleiner werden sollen, lasse sich nicht bei jedem Institut umsetzen. "Wenn sie eine solche Konsolidierung wirklich propagieren, dann müssen sie in Kauf nehmen, dass es Institute gibt, die größer werden. Nur mit ein paar wenigen kleinen Banken können sie eine Volkswirtschaft heute nicht unterstützen."

Streit mit dem Finanzminister

Fitschen war Ende 2013 bereits mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Streit geraten, was in der Öffentlichkeit und auch bei Investoren kritisch gesehen wurde. Mit Kritik hinter dem Berg halten will der Manager allerdings auch künftig nicht. Ihn ärgere die Behauptung, dass große Institute wie die Deutsche Bank nicht abgewickelt werden könnten, sagte er.

Dabei habe die Bank eine Art Testament ("living wills") bei den Aufsichtsbehörden eingereicht. Diese Notfallpläne sollen helfen, Finanzinstitute im Falle einer Schieflage abwickeln zu können. "Ich frage: Wer hat das denn mal gelesen? Herr Schick, Herr Hellwig, haben sie sich das mal angetan?", fragte Fitschen. "Sie haben es nicht getan, das weiß ich."

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